Branchen unterschiedlich betroffen

Allianz erwartet mehr Insolvenzen durch Zölle

Der Kreditversicherer Allianz Trade erwartet, dass in diesem Jahr mehr Unternehmen in die Insolvenz rutschen, als eigentlich erwartet. Schuld daran sind die Zölle von US-Präsident Trump. Allerdings treffen die die europäische Wirtschaft unterschiedlich stark.
Auto-Zug im Hafen von Hamburg: Die Auto-Industrie ist besonders stark von den US-Zöllen betroffen
© picture alliance/dpa | Marcus Brandt
Auto-Zug im Hafen von Hamburg: Die Auto-Industrie ist besonders stark von den US-Zöllen betroffen

Die von US-Präsident Donald Trump eingeführten Zölle treffen in erster Linie die USA selbst. Der Meinung ist man beim Kreditversicherer Allianz Trade. Demnach dürfte dort im Jahr 2025 die Zahl der Insolvenzen um 16 Prozent steigen. Bisher angenommen hatte man 11 Prozent. Der weltweite Durchschnitt liegt wohl bei plus 7 Prozent, nach bisher angenommenen 6 Prozent.

Das geht aus dem aktuelle „Economic Outlook“ hervor, den der Versicherer jetzt vorgelegt hat. Darin geht es auch darum, wie viele Unternehmen mehr rund um den Globus zahlungsunfähig werden als im Vorjahr. Und das vergleichen die Analysten mit ihrer bisherigen Annahme aus dem März. Von abnehmenden Insolvenzen kann übrigens nirgendwo die Rede sein.

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Westeuropa trifft es immerhin nicht ganz so hart wie die USA. Denn dort steigt die Zahl der Insolvenzen um 5 Prozent (statt bisher 3 Prozent).

„In Deutschland ist der zusätzliche Anstieg der Insolvenzen durch die US-Zölle etwas geringer als in anderen europäischen Ländern“, sagt Milo Bogaerts, Geschäftsführer von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und Schweiz. „Das Finanzpaket für Infrastruktur und Verteidigung fängt einen Teil der Negativfolgen aus den US-Zöllen auf. Wir rechnen für Deutschland aktuell mit einem Zuwachs der Insolvenzen im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um etwa 11 Prozent, das ist ein Prozentpunkt mehr als in der bisherigen Prognose.“

Außerdem ermittelten die Analysten, auf welche Branchen in Europa sich die Zölle wie stark auswirken. Hier sind die am stärksten betroffenen Branchen:

  • Autos
  • Textilindustrie
  • Erneuerbare Energien/Energie allgemein
  • Metalle & Bergbau
  • Chemie
  • Pharmazie

Wenig betroffen sind hingegen:

  • Einzelhandel (auch Lebensmittel)
  • Schifffahrt
  • Logistik: Luftfahrt
  • Bau
  • Software/IT (außer Dienstleistung)
  • Logistik: Straßentransport

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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