Börsen-Spezialist auf der MMM-Messe

Markus Koch über das „größte Experiment der Nachkriegsgeschichte“

US-Börsenexperte Markus Koch zog in seiner Key Note bei der MMM-Messe eine Börsen-Zwischenbilanz nach 50 Tagen Trump im Amt und kommt auch gerade, was den Aktienmarkt angeht, auf überraschende Erkenntnisse im Vergleich zu Trumps Vorgängern. Was er von Trumps und Musks Plänen hält.
Börsenexperte Markus Koch bei seiner Keynote auf der MMM-Messe 2025: „Verunsicherung durch den neuen Präsidenten“
© Fonds Finanz
Börsenexperte Markus Koch bei seiner Keynote auf der MMM-Messe 2025: „Verunsicherung durch den neuen Präsidenten“

„Eins muss man ihm lassen: Trump liefert, was er angekündigt hat“, das sagte US-Börsenexperte Markus Koch bei seiner Key Note auf der diesjährigen MMM-Messe der Fonds Finanz am 18. März 2025 in München. Ob das immer etwas Gutes ist, sei allerdings mal dahingestellt.

Denn Trumps Bilanz ist desaströs: In seinen ersten 50 Tagen im Amt hat der neu gewählte amerikanische Präsident für einen Verlust von umgerechnet 5 Billionen Euro an Börsenwert gesorgt.

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„An der Performance des Aktienmarkts wird deutlich, wie stark die Verunsicherung durch den neuen Präsidenten ist“, erklärte Koch bei seiner Key Note vor voll besetzten Rängen. Sogar zu einem Einlass-Stop kam es, weil so viele dabei sein wollten.

Dass ein Börsenexperte eine Key Note auf einer Messe der Versicherungsbranche hält, mag zwar auf den ersten Blick seltsam erscheinen. Aber die amerikanische Politik mit Zöllen und anderen wilden Ideen von Trump hat in einer derart vernetzten Welt immer auch direkte Auswirkungen auf die EU und Deutschland.

Und was aus Kochs Sicht noch dazukommt: Die amerikanische Börse ist weiterhin „die Weltbörse“ und bestimmt das Weltgeschehen und damit auch den Zustand der deutschen Wirtschaft mit.

US-Börsen laufen schlechter als chinesische und europäische

Auch spannend zu wissen: Obwohl Trump als großer Börsenfreund gilt, laufen viele Aktienindizes wie der S&P 500 nach 50 Tagen Trump wesentlich schlechter als nach Obamas oder Bidens Amtsantritt.

Die aktuelle Korrektur an den Aktienmärkten ist viel schmerzhafter und aus Kochs Sicht schneller gekommen als gedacht. Ironischerweise habe ausgerechnet „Make America great again!“ dazu geführt, dass vor allem ausländische Aktien davon profitiert haben. Denn die Börsen in Hong Kong, Mexiko, Kanada und Europa laufen aktuell weit besser als die amerikanische Börse.

„No pain, no gain“ für Tesla

Elon Musk sagte schon Ende vergangenen Jahres: „No pain, no gain.“ Das bekommt derzeit auch Tesla zu spüren und zwar mit massiven Einbrüchen der Nachfrage in Europa und China.

Koch bezeichnete Trumps derzeitige Aktionen wie Einführzölle, Einsparungen, Deregulierung und Abschiebungspolitik als „größtes Experiment der Nachkriegsgeschichte“ und sein Verhalten als „höchst erratisch“. Als er zum ersten Mal im Amt war, hatte er noch eine Wirtschaft geerbt, die gut lief. Das ist aus Kochs Sicht der „ganz wesentliche Unterschied zu jetzt“.

Die Demokraten mussten zustimmen und die Schuldendecke abnicken, um sicherzustellen, dass die Quittung der Politik von Donald Trump nicht bei ihnen landet.

Was Koch über Trumps Zölle denkt, und warum er die Börse für ein Casino hält und was daran gut ist, lesen Sie auf der zweiten Seite.

Das Problem bei Trumps Steuersenkungen ist, dass der Gedanke „Wir schaffen die Einkommensteuer ab und holen uns das durch die Zölle wieder herein“ vollkommener Blödsinn ist.

Kochs Begründung: Was machen sie denn als Exporteur (im anderen Land)?

  • Entweder der Exporteur schluckt die Zölle und die Margen brechen ein.
  • Oder der Exporteur hebt die Preise an, um die Zölle auszugleichen.
  • Oder der Wechselkurs der Währung des Exporteurs wird dadurch schwächer.

Der amerikanische Verbraucher zahlt quasi durch die Hintertür für diese Idee. Denn die Ansage der chinesischen Regierung an die Exporteure lautet offenbar: nicht die Preise senken.

Das Besondere an China ist ja, dass es vor allem durch schnell entwickelte technische Innovationen überzeugen kann. Das ist das größte zweischneidige Schwert der Trump-Administration.

Die Stärke von Amerika liege hingegen darin, dass es weitgehend autark ist. Die Warenimporte liegen bei 11 Prozent und die Exporte bei knapp 9 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts.

Schwierig zu sagen, wie sich die Weltwirtschaft entwickeln wird

Es sei derzeit generell schwierig, die Weltwirtschaft zu prognostizieren, „in einer Welt, in der es heißt, entweder bist du für mich oder gegen mich“. Die Wahrheit liege meist irgendwo dazwischen. „Wenn ich so denken würde, wäre ich schon längst nicht mehr verheiratet“, witzelt Koch. In einem weiteren Punkt sind sich Experten, kleine und große Betriebe derzeit aber leider einig: Aktuell steigen die Rezessionssorgen für die USA.

Markus Koch: „Die Börse ist immer ein Casino“

Und die Börse ist für Koch generell immer ein Casino. Es komme nur im Detail darauf an, wie man dort unterwegs ist und das entscheide jeder Teilnehmer selbst. Aktuell rät er den Anwesenden, sich vorsichtiger aufzustellen. Denn das „erratische Handeln“ des aktuellen US-Präsidenten sorge dafür, dass das notwendig ist.

Generell ist er der Meinung, dass es bei der Analyse des Börsengeschehens weiterhin zu sehr um einzelne Regionen geht. Aus seiner Sicht wäre es besser, sich mehr einzelne Unternehmen anzuschauen.

Autorin

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Von Juli 2024 bis Dezember 2025 war sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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