Herdenverhalten und Co.

Die sechs häufigsten Fehler bei der Geldanlage

Fehler bei der Geldanlage gehören dazu, vor allem am Anfang. Aber manche können Anleger auch vermeiden, wenn sie diese kennen. Der Bundesverband deutscher Banken hat die sechs häufigsten Fehler und wie Anleger diese vermeiden können in einem Artikel zusammengefasst.
Frau, die traurig über Anlagefehler nachdenkt: Fehler in der Geldanlage passieren allen Anlegerinnen und Anlegern.
© picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose
Frau, die traurig über Anlagefehler nachdenkt: Fehler in der Geldanlage passieren allen Anlegerinnen und Anlegern.

Fehler bei der Geldanlage passieren jedem. Aber davon sollten sich Anlegerinnen und Anleger nicht entmutigen lassen. Denn Geld anzulegen ist nicht nur wichtig, um finanziell vorzusorgen, sondern kann auch Spaß machen. Dieser Meinung sind die Experten des Bundesverbands deutscher Banken.

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Es gibt aber auch einige Fehler bei der Geldanlage, an die selbst erfahrene Anlegerinnen und Anleger nicht immer automatisch denken. Manchmal können beispielsweise Emotionen oder psychologisch bedingte Fehlwahrnehmungen zu „Denkfehlern“ führen – oft mit der Folge unnötiger Risiken oder einer geschmälerten Rendite.

In einem Artikel hat eine Expertin des  Bundesverbands deutscher Banken(BdB) daher die sechs häufigsten Fehler bei der Geldanlage anhand von Beispielen sowie deren psychologische Ursachen erklärt. Sie gibt außerdem Tipps, wie Anleger diese vermeiden können.

Welches die sechs häufigsten Fehler in der Geldanlage sind, erfahren Sie in der folgenden Bilderstrecke.

Illu: Freepik
Fehler Nummer 1: Herdenverhalten

Menschen neigen dazu, das Verhalten anderer nachzuahmen, besonders in unsicheren Situationen. Dahinter steht die Annahme, dass die Mehrheit wohl recht haben muss und die Herde mehr Sicherheit bietet. Das ist aber keineswegs immer so. Während des Dotcom-Booms um die Jahrtausendwende investierten beispielsweise viele in Technologieaktien, weil es alle taten. Viele der gehypten Unternehmen hatten jedoch kein solides Geschäftsmodell. Das führte zu großen Verlusten, als die Blase platzte.

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Fehler Nummer 2: Emotionale Entscheidungen

In Stresssituationen neigt das menschliche Gehirn dazu, schnelle und damit dann oft auch irrationale Entscheidungen zu treffen, um unmittelbar Erleichterung zu erfahren. Emotionen wie Gier und Angst verleiten nicht selten dazu, Wertpapiere zu kaufen, wenn die Kurse hoch sind, und zu verkaufen, wenn die Kurse gerade gefallen sind. Während der Finanzkrise im Jahr 2008 verkauften viele Anlegerinnen und Anleger ihre Aktien in Panik und realisierten damit große Verluste. Die Verluste haben viele Aktien nach einigen Jahren wieder aufgeholt und markieren aktuelle neue Höchststände. Durch die Panikverkäufe haben viele Anlegerinnen und Anleger nicht davon profitiert.

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Fehler Nummer 3: Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)

Menschen suchen und interpretieren Informationen so, dass sie ihre Überzeugungen möglichst bestätigen. Informationen, die der eigenen Meinung widersprechen, werden hingegen oft ausgeblendet oder für minder wichtig gehalten. Wer nur nach positiven Nachrichten über ein Unternehmen sucht und Berichte über schlechtere Geschäftszahlen ignoriert, wird aus Sicht der BdB-Expertin kaum eine angemessene Anlageentscheidung treffen können.

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Fehler Nummer 4: Übermäßiges Selbstvertrauen

Auch erfahrene Personen im Bereich der Geldanlage überschätzen manchmal ihre Fähigkeiten und Kenntnisse. Das kann dazu führen, dass Risiken unterschätzt und die eigenen Entscheidungen überbewertet werden. Ein Beispiel dazu: Jemand ist davon überzeugt, aufgrund von Marktkenntnissen die beste Aktie ausgewählt zu haben und investiert das gesamte Geld in diese eine Aktie. Damit geht er ein hohes Risiko ein. Denn jedes Unternehmen kann überraschend wirtschaftliche Probleme bekommen oder durch starke Wettbewerber an Relevanz verlieren. Und der Anleger kann viel Geld verlieren.

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Fehler Nummer 5: Ankerheuristik

Menschen lassen sich meist zu sehr von einem Anfangswert, dem sogenannten Anker einer Aktie, beeinflussen. Und viele Anleger achten später nicht mehr genügend auf die aktuellen Marktbedingungen und Risiken. Den Fehler verdeutlicht folgendes Szenario: Eine Person kaufte eine Aktie für 100 Euro. Als der Kurs auf 70 Euro fiel, hielt sie an der Aktie fest und wartete darauf, dass der Kurs wieder auf 100 Euro steigt, um ihre Verluste wieder wettzumachen. In der Zwischenzeit verschlechterte sich die Geschäftslage des Unternehmens weiter und der Kurs fiel noch einmal deutlich auf 50 Euro.

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Fehler Nummer 6: Überbewertung vergangener Entwicklungen

Viele Anlegerinnen und Anleger glauben, dass sich eine in der Vergangenheit erfolgreiche Geldanlage auch in Zukunft gut entwickeln wird. Die sogenannte Rückschauverzerrung, auch Hindsight Bias genannt, verstärkt diesen Irrtum. Er lässt Anleger im Nachhinein glauben, die Marktentwicklung richtig vorhergesehen zu haben. Dieser Denkfehler kann dazu führen, dass Anleger ein höheres Risiko eingehen, weil sie glauben, die künftige Entwicklung vorhersagen zu können.

Wie falsch Anleger damit liegen können, zeigt dieses Beispiel: Eine Person investierte im Jahr 2020 in einen Fonds, der in den Jahren zuvor überdurchschnittlich gut abgeschnitten hatte. Der Fonds verlor danach jedoch nach und nach an Wert. Da die früheren Gewinne auf einmalige Marktbedingungen zurückzuführen waren, konnte sich die Erfolgsgeschichte nicht fortsetzen.

Autorin

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Von Juli 2024 bis Dezember 2025 war sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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