Nach Millionenverlusten

Allianz erklärt erhöhte Prämien für Gewerbekunden

Ein Wirtschaftsmathematiker aus dem Hause der Allianz erklärt gegenüber dem „Handelsblatt“, warum der Versicherer die Prämien für Gewerbekunden kräftig hochschraubt. Mit wirtschaftlich betrachtet durchaus nachvollziehbaren Argumenten.
Großbrand im Gewerbegebiet in Spreitenbach (Symbolbild)
© picture alliance/KEYSTONE | ALEXANDRA WEY
Großbrand im Gewerbegebiet in Spreitenbach (Symbolbild): Millionenverluste mit Brandschäden

Der Branchenprimus Allianz rechtfertigt sich dafür, dass er die Prämien für Gewerbekunden kräftig erhöht. Offenbar ist der Grund dafür ein wirtschaftlicher. So zitiert das Handelsblatt den Wirtschaftsmathematiker Frank Sommerfeld, der für die Allianz-Sachversicherungen zuständig ist: „Wir können uns nicht mehr den Luxus erlauben, bestimmte Bereiche quer zu subventionieren, denn wenn das die anderen Kunden mitbezahlen müssen, sind wir dort weniger wettbewerbsfähig.“ Bei Policen für Mittelständler mit bis zu 500 Millionen Euro Jahresumsatz habe man in den vergangenen zehn Jahren Verluste von mehreren Hundert Millionen Euro eingefahren. Einer der Hauptgründe seien Brandschäden gewesen.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuvor berichtet, dass die Allianz Hunderte Mittelständler als Kunden loswerden wolle. Sie hatte sich dabei auf Makler berufen, die der Allianz „rabiates Vorgehen“ bescheinigten. Etwa 2.000 Verträge mit Mittelständlern habe der Versicherer auf den Prüfstand gestellt. Im Schnitt sollen die Prämien um etwa 20 Prozent steigen, grundsätzlich mit Verhandlungsspielraum. In einzelnen Fällen soll es aber um bis zu 400 Prozent aufwärts gehen. Was für manchen Makler darauf hindeutet, dass die Allianz diese Kunden nicht mehr will.

Gegenüber dem „Handelsblatt“ sagte Sommerfeld: „Sollten wir Preisanpassungen und den adäquaten Brandschutz im Markt nicht realisieren können, werden wir uns von solchen Risiken künftig konsequent trennen.“ Das kann man durchaus als Bestätigung lesen. Prämien sollen künftig dem Risiko entsprechen, und jeder Geschäftsbereich soll sich selbst tragen. Grundsätzlich wolle man das Sach-Industrie-Geschäft fortsetzen.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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