Wenn's ungemütlich wird

IFA sieht Zusammenhang zwischen Personalmangel und Lärm

Wenn es laut am Arbeitsplatz wird, geht das nicht nur auf die Ohren, sondern auch auf die Psyche. Und dann kann es passieren, dass Fachkräfte in Zeiten wie heute abwandern. Für Arbeitgeber ein guter Grund, etwas dagegen zu tun.
Waldarbeiter mit Gehörschutz
© picture alliance / Fotostand / K. Schmitt
Waldarbeiter mit Gehörschutz: Ab 85 Dezibel ist so etwas Pflicht

Lärmschutz ist offenbar nicht mehr einfach nur gut für die Ohren. Vielmehr wird er zu einem weiteren Kriterium, wenn es darum geht, Personal zu gewinnen und zu halten. Das stellt das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) fest. Dabei stützt es sich auf eine Umfrage unter mehr als 800 Fachleuten für Gesundheitsvorsorge.

Demnach belastet Lärm die Beschäftigten in 15 von 42 untersuchten Branchen. Zugleich litten diese Branchen unter Mangel an Fachkräften, heißt es weiter.

Folgende Branchen kämpfen laut Risikoobservatorium besonders mit Lärm:

  • Erziehung und Unterricht
  • Bergbau und Gewinnen von Steinen und Erden
  • Bau
  • Metallindustrie
  • Nahrungs- und Futtermittelindustrie

Dabei unterscheiden die Experten zwischen jenem Lärm über 85 Dezibel, ab dem ein Gehörschutz Pflicht ist. Zum Vergleich: 85 Dezibel entsprechen ungefähr einer mittelstark befahrenen Straße. Lärm unter dieser Schwelle nennt man extra-auralen Lärm – er lässt die Ohren zwar heile, kann aber Stress auslösen und damit die Gesundheit ebenfalls schädigen.

Als Beispiel für solchen Lärm nennt IFA-Direktor Dietmar Reinert beispielsweise Kitas. Gehörschädigenden Lärm finde man hingegen im Gewerbe vor, zum Beispiel im Elektrohandwerk.

Dass in lauten Branchen Fachkräfte und vor allem Nachwuchs fehlen, liegt natürlich nicht nur am Lärm, heißt es vom IFA. Aber eben auch. „Lärm kann ein Indiz sein, dass Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit vernachlässigt werden. Aus meiner Sicht sind Arbeitsschutz und Fachkräftemangel eng miteinander verzahnt. Will heißen: Gesunde Arbeitsbedingungen und erfolgreiche Prävention können das Image einer Branche verbessern und machen sie so für Fachkräfte und Auszubildende attraktiv“, so Reinert. Weshalb sich Betriebe an Berufsgenossen und Unfallkassen wenden sollten. Denn die könnten dabei helfen, Lärm an Arbeitsplätzen zu verringern.

Mehr Informationen gibt es hier, hier, hier und hier.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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