Hauskauf

Vier Jahre müssen Deutsche im Schnitt für Grunderwerbsteuer sparen

Wer sich ein Haus oder eine Wohnung kauft, muss einiges an Erwerbsnebenkosten aufbringen. Allein für die Grunderwerbsteuer sparen die Deutschen im Schnitt vier Jahre, hat eine aktuelle Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft nun ergeben. Hier kommen die Details.
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Immobilien in Berlin: In der Hauptstadt müssen Paare und Singles besonders lang allein für die Grunderwerbsteuer sparen.

Beim Immobilienkauf müssen die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger allein für die Grunderwerbsteuer im Schnitt vier Jahre lang sparen. Diejenigen, die in Berlin leben, sind dabei am schlechtesten dran – hier sind es bis zu elf Jahre. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Im Durchschnitt der deutschen Landkreise und kreisfreien Städte müssten Paare für den Kauf eines Einfamilienhauses 5,5 Monatseinkommen zur Seite legen, um die Grunderwerbsteuer aufzubringen – für Singles seien es im Fall einer Eigentumswohnung 4,6 Monatseinkommen. Bei einer durchschnittlichen Sparrate von 10,8 Prozent des Nettoeinkommens (so hoch lag die Sparrate laut des Statistischen Bundesamts mit Stand 2019) entspräche das eben vier Jahren und drei Monaten Spardauer für Paare und drei Jahren und neun Monaten für Singles.

In Berlin ist die Spardauer am längsten

Regional sind die Unterschiede dabei groß, heißt es in der Untersuchung weiter. Am längsten müssen Menschen in Berlin für die Grunderwerbsteuer sparen. Paare müssen dort zehn Jahre und sieben Monate lang gut 10 Prozent ihres Einkommens beiseitelegen – Singles beim Kauf einer Eigentumswohnung neun Jahre und fünf Monate. Selbst in Düsseldorf, wo mit 6,5 Prozent noch ein halber Prozentpunkt mehr Grunderwerbsteuer aufzubringen ist, müssen Paare im Mittel mit neun Jahren und neun Monaten fast ein Jahr weniger sparen.

Das Mittel für die sieben größten deutschen Städte liegt die Spardauer bei acht Jahren und zwei Monaten für ein Einfamilienhaus und sieben Jahren und vier Monaten für eine Eigentumswohnung.

Spitzensteuersatz liegt bei 6,5 Prozent

Die Grunderwerbsteuer ist Teil der Erwerbsnebenkosten, die beim Kauf eines Grundstücks anfallen und auch für darauf stehende Gebäude aufgebracht werden müssen. Ihre Höhe legen die Bundesländer fest; die Steuer hängt dabei vom Kaufpreis der Immobilie ab – der in den vergangenen Jahren vielerorts stark zugelegt hat.

„Bis auf Bayern und Sachsen haben alle Bundesländer den ursprünglichen Satz von 3,5 Prozent erhöht, im Schnitt um 1,94 Prozentpunkte auf 5,44 Prozent. Den Spitzensteuersatz von 6,5 Prozent zahlen Käufer heute in Brandenburg, Nordrhein-Westfahlen, Schleswig-Holstein, Thüringen sowie dem Saarland“, heißt es im Studienpapier weiter. Die Kombination aus stark gestiegenen Immobilienpreisen und Erhöhungen bei den Grunderwerbsteuersätzen habe zur Folge, dass sich die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer zwischen 2010 und 2020 auf 16 Milliarden Euro verdreifacht hätten.

Studien-Autoren sehen Reformbedarf

Damit insbesondere junge Leute eine Chance haben, sich ein Eigenheim zuzulegen, sollte es Reformen geben, schlagen die Studien-Autoren vor. „Eine Reduzierung der Grunderwerbsteuer für den Ersterwerb und die Selbstnutzung einer Immobilie würde jüngeren Haushalten den Zugang zum Wohneigentum erleichtern und könnte helfen, den Trend der sinkenden Wohneigentumsquote unter den Jüngeren zu stoppen“, heißt es weiter.

Die Ampelparteien FDP und Grüne scheinen das Thema bereits auf dem Radar zu haben. „Die Grünen planen die Einführung der Möglichkeit zu variablen Grunderwerbsteuersätzen. Dies solle eine potenzielle Erhöhung der Grunderwerbsteuer für Wohnungsunternehmen und Senkung der Grunderwerbsteuer für Selbstnutzer beinhalten“, schreiben die IW-Forscher. Die FDP fordere in ihrem Wahlprogramm einen grundsätzlichen Freibetrag von 500.000 Euro pro Person – unabhängig von der Selbstnutzung oder einem Ersterwerb.

„Die neue Bundesregierung tut gut daran, die Belastung der Haushalte beim Erwerb von Wohneigentum durch die Reduzierung der Grunderwerbsteuer zu senken und somit die Vermögensbildung voranzutreiben und die Vermögensungleichheit zu reduzieren“, so das Fazit des Studienpapiers.

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