DFSI-Rating

Diese PKV-Vollkostentarife überzeugen im Test

Die Auswahl im Bereich der privaten Krankenversicherung (PKV) ist riesig. Im Rahmen eines Ratings hat das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) nun erneut Licht ins Dunkel gebracht. Unter die Lupe kamen Private Vollkostentarife für unterschiedliche Ansprüche: Grund-, Standard- und Premiumschutz sowie spezielle Tarife für Beamte.
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Ärzte im OP-Saal: Das DFSI hat sich PKV-Volltarife genauer angeschaut.

Das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) hat den Markt der Vollkostentarife privater Krankenversicherer (PKV) durchforstet. Das Ziel: die besten Tarife aus den Bereichen Grund-, Standard- und Premiumschutz ausfindig zu machen. Zudem kamen auch spezielle Beihilfe-Tarife für Beamte auf den Prüfstand. Mit 17 Versicherern nahmen 75 Prozent des PKV-Marktes teil.

Die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Basis- und Standardtarife seien dabei unberücksichtigt geblieben, da diese „eins zu eins an die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gekoppelt“ seien – sowohl beim Beitrag als auch beim Leistungsumfang. Sie seien daher „nicht mit originären PKV-Tarifen vergleichbar“, heißt es im Rating-Papier.

Stattdessen sei für die Untersuchung auch die Beitragshöhe berücksichtigt worden. „Denn was bringt ein Top-Tarif, wenn dieser für den potenziellen Kunden unbezahlbar ist?“, fragt DFSI-Senior-Analyst Sebastian Ewy rhetorisch. „Mit unserer Klassifizierung kann jeder nach dem besten Tarif suchen, der zudem auch zu den eigenen Finanzen passt.“

13 Teilbereiche untersucht

Insgesamt kamen in Sachen Tarifbedingungen (AVB) 13 Teilbereiche von A wie Auslandsschutz bis Z wie Zahnleistungen auf den Prüfstand. Wichtigere Teilbereiche – etwa ambulante und stationäre Behandlung oder auch Heilmittel – brachten mehr Punkte ein als weniger wichtige wie etwa die Übernahme von Kosten bei Krankentransporten. Die Prämienhöhe wiederum wurde mittels mehrerer Musterkunden bei den Versicherern abgefragt und dann in Relation zum jeweils günstigsten Anbieter bewertet.

Zudem floss auch die Finanzkraft der PKV-Anbieter in die Bewertung ein. Für Experte Ewy ein wichtiger Punkt: „Eine Private Krankenversicherung läuft oft über Jahrzehnte. Da sollte man Versicherer wählen, die aller Voraussicht nach auch später die eingegangenen Verpflichtungen erfüllen können.“ Letztlich floss in allen drei Leistungsniveaus die Finanzkraft mit einer Gewichtung von 15 Prozent in das Gesamtergebnis ein; die Prämienhöhe mit 25 Prozent und der Leistungsumfang mit 60 Prozent. Jedoch variieren je nach Leistungsniveau die vom DFSI geforderten Leistungen.

Beim Grundschutz erreichte die Hanse-Merkur mit der Gesamtnote „Exzellent (1,0)“ den ersten Platz. Die Hallesche kam mit einem „Sehr Gut (1,1)“ auf Platz 2. Barmenia und Axa errangen mit der Note „Sehr Gut (1,2)“ jeweils Bronze. Zudem schafften hier noch fünf weitere Anbieter ein „Sehr gut“. Weitere sechs Versicherer haben beim Grundschutz gute Angebote.

Quelle: DFSI

Beim Standardschutz kam die SDK mit der Note „Sehr Gut (1,1)“ auf den ersten Platz. Übrigens: Bei diesem Leistungsniveau erhielten elf weitere Anbieter ein „Sehr gut“. Lediglich ein Versicherer schnitt mit „Gut (1,8)“ etwas schlechter ab.

Quelle: DFSI

In dieser Königsdisziplin der PKV, dem Premiumschutz, erzielten gleich zwei Unternehmen die Bestnote „Exzellent (1,0)“: Hallesche und Arag. Knapp dahinter auf Platz 3 folgt die Debeka mit „Sehr Gut (1,1)“. Weitere sieben Anbieter konnten hier ebenfalls die Gesamtnote „Sehr gut“ einfahren. Und sieben Versicherer erzielten hier auf die Gesamtnote „Gut“.

Quelle: DFSI

Die Beihilfe-Tarife für Beamte sind laut dem Analysten deutlich günstiger als „normale“ PKV-Tarife. Denn: Beamte erhalten von ihren jeweiligen Dienstherrn im Krankheitsfall direkte finanzielle Beihilfen zu ihren Krankheitskosten, die – je nach Lebenssituation – zwischen 50 und 70 Prozent der Kosten abdecken. Damit müssten Beamte lediglich 30 bis 50 Prozent der Krankheitskosten selbst absichern, schreiben die DFSI-Experten.

In der Kategorie „Beamten-Tarife“ schnitt die Axa mit der Gesamtnote „Exzellent (1,0)“ am besten ab. Die Huk-Coburg schaffte es mit „Sehr Gut (1,1)“ knapp dahinter auf Platz 2. Zudem konnte das DFSI hier weitere 13 Mal die Note „Sehr gut“ vergeben. Drei Versicherer bekamen zudem die Gesamtnote „Gut“.

Quelle: DFSI

Allen potenziellen PKV-Kunden gab DFSI-Experte Ewy auf Basis der Rating-Ergebnisse noch einen wichtigen Rat mit auf den Weg: „Egal, welchen Schutz man wählt, man sollte auf jeden Fall die allgemeinen Versicherungsbedingungen, das ‚Kleingedruckte‘, vor Abschluss einer Privaten Krankenversicherung ganz genau studieren, damit es im Krankheitsfall keine bösen Überraschungen gibt. Denn auf allen Leistungsniveaus sind hier deutliche Unterschiede zu finden – genau wie bei der Höhe des Beitrags.“

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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