Regierungsbildung

Verdi-Chef erwartet steigende Rentenbeiträge

Die Rentenpläne der zukünftigen Ampel-Koalition aus SPD, Grüne und FDP werden wohl recht teuer. Experten sind sich daher sicher: Ohne Beitragserhöhungen ist das nicht zu finanzieren. Auch Verdi-Chef Frank Werneke rechnet mit steigenden Rentenbeiträgen in den kommenden Jahren, hält das aber für vertretbar.
© Verdi
Frank Werneke ist seit 2019 Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi).

Frank Werneke, Chef der Gewerkschaft Verdi, glaubt, dass sich die Deutschen auf steigende Rentenbeiträge einstellen müssen. „Der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung wird erhöht werden müssen, gar keine Frage. Das ist im Bundeshaushalt auch darstellbar. Und es wird steigende Beiträge zur Rentenversicherung geben müssen“, sagte Werneke in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ (kostenpflichtig). Angesichts der Tatsache, dass der Rentenbeitragssatz derzeit bei 18,6 Prozent liege und damit „unterhalb des Niveaus in der Regierungszeit von Helmut Kohl“ rangiere, sei dies aber vertretbar.

Zum Hintergrund: SPD, Grüne und FDP hatten sich in ihren Sondierungsgesprächen darauf verständigt, dass es weder Rentenkürzungen noch eine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters geben soll. Darüber hinaus wolle man ein „Mindestrentenniveau von 48 Prozent“ sichern. Dazu ist der Einstieg in eine teilweise Kapitaldeckung der gesetzlichen Rente geplant ­– mit einem ersten Kapitalstock von 10 Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln.

„Menschen werden Weg mitgehen“

Aus Sicht vieler Experten sind das drei teure Versprechen, die ohne Beitragserhöhung nicht zu finanzieren seien. Denn bevor die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Zusatzeinnahmen aus der angedachten Aktienrente erwirtschaften kann, werde es geraume Zeit dauern.

Verdi-Chef Werneke zeigt sich gleichwohl überzeugt davon, dass die Bürger leicht steigende Rentenbeiträge akzeptieren würden. Zur Warnung von Arbeitgeberverbänden, dass steigende Rentenbeiträge negative Auswirkungen am Arbeitsmarkt zur Folge haben könnten, sagte er: „Wenn die Menschen vor der Wahl stehen, ob sie 30 Euro im Monat mehr in die Rentenkasse zahlen sollen oder ob sie am Ende eine Rente haben, von der sie nicht auskömmlich leben können, dann weiß ich, dass für sie moderat steigende Rentenbeiträge der bessere Weg sind.“

Mehr zum Thema

„Bürgerversicherung ist vom Tisch – sehr gute Nachricht für Vermittler“

„Positiv ist, dass die Einführung einer Bürgerversicherung, wie sie in den Wahlprogrammen von SPD und…

Deutsche verlieren Vertrauen in gesetzliche Rente

Das Vertrauen der Deutschen in die gesetzliche Rente hat weiter abgebaut. Im aktuellen aktuelle Altersvorsorge-Index…

Wirtschaftsforscher fordern Neustart für Riester-Rente

Die Riester-Rente verfehlt ihre Ziele und braucht dringend einen Neustart nach schwedischem Vorbild – das…

Autor

Achim

Nixdorf

Achim Nixdorf war von April 2019 bis Mai 2024 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia