Kurioser Prozess

Ex-Fußballprofi soll Tod vorgetäuscht haben, um Versicherung zu betrügen

Ein 35-jähriger ehemaliger Fußballprofi muss sich aktuell vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Er habe sich für tot erklären lassen, damit seine Frau viel Geld von der Versicherung bekommt. Nun wurden der Mann und die Frau zu Gefägnisstrafen verknackt.
© picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
Der Angeklagte mit FFP2-Maske kommt am 18.10.2021 in einen Gerichtssaal des Landgerichts Essen. Hier hat der Prozess gegen einen früheren Fußballprofi begonnen, der seinen Tod vorgetäuscht haben soll.

Er spielte mal bei Schalke 04 in der A-Jugend, nun steht er vor Gericht. Gegen einen 35-Jährigen läuft aktuell ein Prozess vor dem Essener Landgericht wegen des Verdachts auf Versicherungsbetrug. Das berichtet auf Basis einer DPA-Meldung die „Hamburger Morgenpost“.

Was war geschehen?

Das Nachwuchstalent schloss 2015 zusammen mit seiner Ehefrau eine Lebensversicherung ab. Die Versicherungssumme lag bei 1,2 Millionen Euro. Anfang 2016 reiste der Mann nach Kinshasa, dort sei er bei einem Autounfall ums Leben gekommen – erfuhren Familie und Freunde kurz darauf. Der Lebensversicherer prüfte den Fall und zahlte der Ehefrau die 1,2 Millionen Euro aus.

Im März 2018 tauchte der Mann dann aber plötzlich wieder auf. Gegenüber der Botschaft in Kinshasa gab er an, entführt und dann gefangen gehalten worden zu sein. Mit der Einforderung der Versicherungssumme habe er nichts zu tun. Beim Prozessauftakt am Montag äußerten sich weder der Angeklagte noch seine Frau. Das Urteil wird für Mitte November erwartet.

Das Urteil

Das Essener Landgericht verurteilte den Mann und die Frau wegen Versicherungsbetrugs in einem besonders schweren Fall zu jeweils drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis. Der 35-Jährige muss wegen Fluchtgefahr außerdem seinen Reisepass abgeben und sich  dreimal pro Woche bei der Polizei melden.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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