Liquidität ist vor allem für junge, kleinere und mittlere Unternehmen ein wichtiger Punkt im Geschäftsleben. Ihr Zugang zu Kapital ist meist schwerer als für größere Betriebe. Insbesondere, wenn sie kurzfristig etwas vorfinanzieren müssen.
Aktuell erschweren die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Zahlungsmoral zusätzlich, wie der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) in einer Umfrage ermittelt hat. Mit 73 Prozent ist danach Kurzarbeit bei privaten Schuldnern der häufigste Grund für Zahlungsschwierigkeiten, gefolgt von Corona-bedingten Liquiditätsengpässen (69 Prozent) und Überschuldung (55 Prozent).
Warum ein Kunde seine Rechnung nicht oder nicht rechtzeitig bezahlen kann, ändert für die Betriebe letztlich nichts. Denn das ausbleibende Geld sowie der Prozess des Mahnwesens können das Unternehmen zeitlich und finanziell sehr belasten.
Das sogenannte Factoring kann hier aus dem Dilemma helfen. Dabei erhält das Unternehmen bereits das Geld für die Ware oder Dienstleistung, obwohl der Kunde noch nicht bezahlt hat. Das funktioniert über ein drittes Unternehmen, den Factor. Diese Factoringgesesellschaft zahlt einen bestimmten Prozentsatz – meist 80 oder 90 Prozent – an den Leistungserbringer. Die Forderung aus der Rechnung wird damit an den Factor abgetreten.
Begleicht der Kunde die Rechnung gegenüber der Factoringgesellschaft, zahlt diese die restliche Summe wiederum an das Unternehmen aus. Für diese Dienstleistung erhebt der Factor eine Gebühr. Diese liegt bei vielen Anbietern bei rund 3 Prozent. Die Auszahlung des Betrages erfolgt meist innerhalb von 24 oder 48 Stunden.
Nicht jede Factoringgesellschaft eignet sich allerdings als Partner für kleine und mittlere Unternehmen. Einige Bedingungen erschweren eine Zusammenarbeit. Dazu zählt etwa das Erreichen eines Mindestumsatzes, der oft sechsstellig sein muss. Zudem kann das beauftragende Unternehmen nicht wählen, ob und welche Rechnungen an die Factoringgesellschaft verkauft werden. In der Regel müssen es alle Rechnungen sein.
Tipp: Das Online-Portal „Für Gründer“ hat aktuell verschiedene Anbieter unter die Lupe genommen und eine Checkliste erstellt, mit deren Hilfe Unternehmen den richtigen Anbieter für ihre Bedürfnisse finden können.
Laut dem Deutsche Factoring Verband gibt es verschiedene Factoring-Arten. Zu den häufigsten zählen…
Der größte Vorteil des Factorings liegt darin, dass sich die Liquidität des Betriebs erhöht. Zudem steigt die Eigenkapitalquote, da sich die Forderungen verringern. Eine höhere Eigenkapitalquote macht sich wiederum gut bei Verhandlungen mit potenziellen Geldgebern, wie Kreditinstituten. Zudem übernimmt die Factoringgesellschaft das Mahnwesen. Damit wird Zeit im eigenen Unternehmen eingespart. Das „echte Factoring“ trägt ferner das Ausfallrisiko eines Rechnungsbetrages.
Beim „unechten Factoring“ wird das Risiko für den Ausfall der Zahlung ausgeklammert. Das heißt: Sollte sich die offene Forderung nicht realisieren lassen, muss das beauftragende Unternehmen den vorfinanzierten Betrag wieder zurückzahlen. Die Gebühr für den Factoringservice verursacht zusätzliche Kosten im Unternehmen. Auch das muss bedacht werden. Hinzu kommt, dass Kunden das Factoring mit einem Abtretungsvorbehalt ablehnen können. Außerdem kann sich das Einschalten einer Factoringgesellschaft negativ auf die Kundenbeziehung auswirken.
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