Vergleichende Untersuchung

Anti-Corona-Politik entzweit Bevölkerung

Die staatliche Anti-Corona-Politik führt zu einer immer stärkeren Polarisierung der Bevölkerung. Das zeigt eine vergleichende Untersuchung des Rechtsschutzversicherers Roland. Demnach wachsen an den Rändern sowohl die Zustimmungs- als auch die Ablehnungswerte.
© Pixabay
Seit über einem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie bereits den Alltag der Deutschen.

„Wie sehr fühlen Sie sich durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Ihren Grund- und Freiheitsrechten eingeschränkt?“ Das hat der Kölner Rechtsschutzversicherer Roland die Bürger im November 2020 und jetzt wieder im April gefragt. Ein Vergleich der beiden repräsentativen Umfragen zeigt: Das Stimmungsbild in der Bevölkerung hat sich in den vergangenen Monaten gravierend geändert. Kurz gesagt: An der Corona-Politik scheiden sich immer mehr die Geister.

Diese Entwicklung wird besonders deutlich, wenn man auf die Ränder der Bewertungsskala schaut: Sagten demnach im November noch 14 Prozent der Befragten, sie fühlten sich sehr stark durch die Maßnahmen eingeschränkt, sind es aktuell schon 20 Prozent. Andererseits ist aber auch die Gruppe derjenigen gewachsen, die sich kaum oder gar nicht eingeschränkt fühlen: von 18 Prozent im November 2020 auf 24 Prozent im April 2021.

„Dies deutet darauf hin, dass sich die Meinungen in der Gesellschaft zu den Anti-Corona-Maßnahmen zunehmend entzweien“, resümieren die Studienautoren. „Zum einen gibt es mehr Personen, die die Einschränkungen als immer gravierender empfinden. Gleichzeitig scheinen sich auch mehr Personen mit den Einschränkungen arrangiert zu haben.“

Die Umfrage-Ergebnisse bestätigen darüber hinaus, worauf Experten in den vergangenen Monaten immer wieder hingewiesen haben: Die Pandemie belastet ganz besonders Familien. So sagen aktuell 51 Prozent der Befragten mit mindestens einem Kind, aber nur 40 Prozent der Kinderlosen, dass sie sich in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen. Ebenfalls wenig überraschend: Wer eine eigene Immobilie – womöglich mit Terrasse oder Garten – bewohnt, sieht die Situation etwas gelassener.

Auch interessant: Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) fände es richtig, wenn die Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte früher aufgehoben würden. Besonders ältere Menschen befürworten diesen Schritt (55 Prozent). Bei den jüngeren Jahrgängen, die noch länger auf ihre Impfung warten müssen, liegen die Zustimmungswerte dagegen niedriger.

Die erste Corona-Umfrage vom November 2020 wurde vom Allensbach-Institut im Rahmen des Roland Rechtsreports durchgeführt, die zweite Umfrage vom April 2021 vom Marktforschungsinstitut Yougov.

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Autor

Achim

Nixdorf

Achim Nixdorf war von April 2019 bis Mai 2024 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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