Nach Berechnungen der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel könnte sich die Zahl der coronabedingten Firmenpleiten in diesem Jahr gegenüber 2020 mehr als verdoppeln. Möglich sind demnach bis zu 35.500 Insolvenzen. Schon jetzt befänden sich über 300.000 Unternehmen in Deutschland in einer wirtschaftlichen Schieflage.
Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht in Kombination mit zahlreichen Hilfspaketen für Unternehmen hätten die negativen Folgen des Corona-Lockdowns und der anhaltenden Wirtschaftskrise bisher lediglich verschoben, betont Crifbürgel-Geschäftsführer Frank Schlein. Deshalb sei die Zahl der Firmenpleiten im vergangenen Jahr mit 15.865 Unternehmen sogar rückläufig gewesen (2019: 19.005 Insolvenzen).
Die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft würden erst in diesem und im kommenden Jahr voll sichtbar, ist sich Schlein sicher. „Laut unseren Modellberechnungen besteht die Welle derzeit aus circa 16.500 zusätzlichen Insolvenzen. Betroffen sind vor allem Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern.“ Insbesondere Gastronomiebetriebe, Reisebüros, Kinos, Einzelhandelsgeschäfte und Messebauer seien in ihrer Existenz gefährdet.
Düster in die Zukunft blickt auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). Die von der Bundesregierung beschlossene Verschärfung und Verlängerung des Lockdowns wird seiner Einschätzung nach viele Firmen in die Pleite treiben. „Die Verschärfung des Lockdowns über Ostern und die Verlängerung weit in den April hinein bedeuten für viele Unternehmen das sichere Ende ihrer Existenz“, sagte BVMW-Chefvolkswirt Hans-Jürgen Völz der Neuen Westfälischen Zeitung. „Damit gehen nicht nur Arbeits- und Ausbildungsplätze in großer Zahl verloren, ganze Branchen nähern sich einem wirtschaftlichen Totalschaden.“
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