Prognose 2030

Mehr ältere Erwerbstätige stehen weniger jüngeren gegenüber

Sobald die Babyboomer-Generation endgültig in den Ruhestand getreten ist, stehen den Nicht-Erwerbstätigen weniger Erwerbstätige gegenüber als bisher. Bis zum Jahr 2060 könnten dann nur noch 33,3 Millionen Menschen hierzulande überhaupt arbeiten, so eine aktuelle Berechnung des Statistischen Bundesamtes.
© picture alliance/ Zoonar/ Robert Kneschke
Im vergangenen Jahr waren gleich viele unter 20- und über 65-Jährige berufstätig. Das ändert sich laut einer aktuellen Berechnung des Statistischen Bundesamtes noch in diesem Jahrzehnt.

In zehn Jahren werden vermutlich mehr Menschen über 65 Jahre alt sein und noch arbeiten, als Menschen unter 20 Jahren bereits im beruflichen Leben stehen werden. Das Statistische Bundesamt (Destatis) kam in einer Erwerbspersonen-Vorausberechnung 2020 zu diesem Ergebnis. Demnach werden 2030 zwischen 1,5 und 2,4 Millionen Erwerbstätige im Alter zwischen 56 und 74 sein. Ihnen stehen vermutlich nur rund 1,1 Millionen Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren gegenüber.

Mehr zum Thema

DIA kritisiert Tabuisierung der Lebensarbeitszeit

Die Politiker von Unionsparteien und SPD hätten bei den Koalitionsverhandlungen keine Rücksicht auf die „dramatische…

Abstand zwischen gesetzlicher Rente und Grundsicherung immer kleiner

Im Jahr 2018 musste ein Durchschnittsverdiener hierzulande 27,4 Jahre arbeiten, um im Ruhestand auf eine…

70 Prozent der Deutschen sehen sich selbst in der Verantwortung

65 Prozent der Schweizer gaben an, sich mit ihren Finanzen wohl zu fühlen, nur 27…

Dieser Trend setzt sich weiter fort. So sollen im Jahr 2060 1,2 bis 2,2 Millionen Menschen der älteren Gruppe und nur 1,0 bis 1,1 Millionen der jüngeren tätig sein. Zum Vergleich: 2019 war das Verhältnis bei jeweils 1,2 Millionen Personen noch ausgeglichen.

Diese Umkehr könnte entstehen, so Destatis, wenn zwei Annahmen eintreten: „Erstens müsste sich die in den vergangenen 20 Jahren beobachtete allgemeine Zunahme der Erwerbsbeteiligung fortsetzen. Zweitens müssten insbesondere die Erwerbsquoten der Älteren durch die bis zum Jahr 2031 vorgesehene stufenweise Verschiebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre weiter ansteigen.

Die Nettozuwanderung hat einen entscheidenden Anteil

Bei den Jüngeren erwarten die Statistiker aufgrund der Entwicklung der vergangenen zehn Jahre keine deutliche Veränderung in den kommenden Jahren. Allerdings werden insgesamt deutlich weniger Menschen arbeiten. Waren im Jahr 43,6 Menschen zwischen 15 und 74 Jahren berufstätig, werden es im Jahr 2060 vermutlich 41,5 oder sogar nur 33,3 Menschen sein. Die Nettozuwanderung spielt laut Destatis bei dieser Berechnung eine entscheidende Rolle.

Insbesondere, wenn die sogenannten Babyboomer, also die Jahrgänge 1955 bis 1970, in den Ruhestand gehen, wirkt sich das der Berechnung des Amtes zufolge auf das Verhältnis aus. Ohne Nettozuwanderung würde die Erwerbspersonenzahl bis 2060 je nach Erwerbsverhalten auf rund 30,6 bis 28,2 Millionen fallen.

Zudem arbeiteten im vergangenen Jahr in den westdeutschen Bundesländern 35,3 Millionen und in den ostdeutschen Bundesländern 8,3 Millionen Menschen. Anders als im Westen Deutschlands sei im Osten bereits heute die Erwerbspersonenzahl rückläufig. Die Zahl der Erwerbspersonen werde im Osten bis 2060 voraussichtlich um 12 bis 28 Prozent sinken, wohingegen der Rückgang im Westen vermutlich zwischen 3 und 22 Prozent liegen wird.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia