Pfefferminzia Leser-Umfrage

Wie Corona die Beratung zum Thema Gesundheit verändert hat

Die Corona-Pandemie hat das Thema Gesundheit stärker in die Köpfe der Menschen gebracht. Haben Makler und Vermittler es dadurch einfacher, Krankenversicherungen zu vermitteln? Diese und andere Fragen haben unsere Leser in einer Umfrage beantwortet.
© picture alliance / dpa / Fabian Strauch
Eine Frau trägt eine Mund-Nasen-Maske zum Schutz gegen Coronaviren: Die Pandemie hat bei vielen Menschen die Bedeutung des Themas Gesundheit hervorgehoben.

Die Corona-Pandemie hat in diesem Jahr ein Thema schlagartig in das Bewusstsein der Menschen hierzulande und weltweit gerückt: die Gesundheit. Wie fragil sie sein kann, zeigt das so schnell um sich greifende Virus deutlich. Hat sich durch dieses stärkere Bewusstsein die Arbeit der Vermittler und Makler verändert, wenn es um die Beratung zum Thema private Krankenversicherung geht? Das wollten wir in unserer diesjährigen Pfefferminzia-Leserumfrage zum Thema Gesundheit und zur privaten Krankenversicherung von unseren Lesern wissen. 145 Makler und Vermittler machten dabei mit.  

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Ein Ergebnis: 60 Prozent der Befragten stellen durch Corona „keine Veränderung“ hinsichtlich der Gesprächsgrundlage in der Sparte Krankenversicherung fest. 25 Prozent geben an, sie habe sich „deutlich verbessert“ oder „eher verbessert“. Als „eher verschlechtert“ und „deutlich verschlechtert“ sehen 15 Prozent unserer Leser die Ausgangsbasis für eine Beratung zum Thema PKV durch die Corona-Pandemie an.  

Wichtigste PKV-Zielgruppe sind Selbstständige und Angestellte 

Die meisten Umfrageteilnehmer vermitteln einmal im Monat eine PKV (54 Prozent). Bis zu fünfmal ist es bei einem weiteren Drittel. Sechs bis zehn Verträge in der Sparte sind es bei 8 Prozent, und weitere 5 Prozent geben an, mehr als zehnmal im Monat einen Vertragsabschluss zu erzielen. Als wichtigste Zielgruppe gibt das Gros der teilnehmenden Versicherungsvermittler Selbstständige und Freiberufler an (41 Prozent), vor Angestellten (40 Prozent). Beamte liegen bei 18 Prozent.  

Dabei sind die meisten Kunden, die sich bei den Umfrageteilnehmern für eine private Krankenversicherung interessieren, zwischen 30 und 39 Jahre alt (69 Prozent). Die Gruppe der 20- bis 29-Jährigen folgt mit großem Abstand (34 Prozent). Jeder fünfte Kunde befindet sich in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen. Über 50 Jahre alt sind nur rund 15 Prozent. 

Nach Lockdown: Stärkere Akzeptanz für Online-Beratung? 

Hat sich die Form der Beratung durch Corona verändert? Fast vier von zehn Pfefferminzia-Lesern (37 Prozent) stellen eine stärkere Akzeptanz der Online-Beratung zur PKV durch die Pandemie fest. 63 Prozent bemerkten im Umkehrschluss aber keine Veränderung. Eine Online-Beratung, zum Beispiel per Video, führen 40 Prozent der Umfrageteilnehmer „nie“ durch. Weitere 19 Prozent geben an, dieses Medium „selten“ zu nutzen. Knapp ein Drittel tut das aber „häufig“ oder sogar „sehr häufig“.  

Die meisten Umfrageteilnehmer setzen also wie gehabt vor allem auf den persönlichen Austausch mit dem Kunden – und dem Versicherer. Zwei von drei Lesern wünschen sich bei den Gesellschaften nämlich persönliche Ansprechpartner, wenn es um die Unterstützung des Vertriebs seitens der Versicherer geht.  

Wo sich die Befragten durchaus mit der Digitalisierung anfreunden können, ist im Bereich der Telemedizin. Digitale Innovationen im Gesundheitswesen, wie Videosprechstunden mit dem Arzt (64 Prozent), die digitale Patientenakte (63 Prozent) oder Gesundheits-Apps (53 Prozent) halten viele für sinnvoll. Aktiv sprechen die Umfrageteilnehmer ihre Kunden im Zusammenhang mit einer PKV-Beratung auf solche digitalen Services aber nur selten an. 46 Prozent sind hierbei eher verhalten. Weitere 21 Prozent gehen bei diesem Thema gar nicht auf ihre Kunden zu. „Häufig“ oder „sehr häufig“ nennt ein Drittel der teilnehmenden Makler und Vermittler als Antwort.  

Als größte Schwierigkeit bei der Umsetzung der Digitalisierung in ihrem Arbeitsalltag sehen die Teilnehmer der Pfefferminzia-Leserumfrage die Versicherer. 66 Prozent meinen, dass die IT-Systeme der Unternehmen eine Schwachstelle seien. Nur 15 Prozent glauben das von der eigenen IT-Struktur. Auch die digitale Kompetenz der Beschäftigten bei den Versicherern wird eher angezweifelt. 47 Prozent vermuten in diesem Bereich Probleme, während nur 6 Prozent ein solches Manko auch bei den eigenen Mitarbeitern sehen. Zusätzlich glauben 25 Prozent unserer Leser, dass bei Versicherern die Zeit fehlt, um digitale Projekte umzusetzen. In diesem Fall klafft die Lücke zwischen Versicherer und Makler nicht so weit auseinander wie bei der IT und der Kompetenz der Mitarbeiter. Ähnlich viele Umfrageteilnehmer, nämlich 19 Prozent, sehen auch im eigenen Unternehmen die fehlende Zeit als eine Hürde für die Umsetzung digitaler Projekte.  

Beitragsstabilität wichtigstes Kriterium 

Befragt nach den wichtigsten Punkten, nach denen die Makler und Vermittler ihren Kunden Gesellschaften empfehlen, wird am häufigsten die Beitragsstabilität genannt. Das ist mit 88 Prozent fast allen besonders wichtig. Gute Unternehmenskennzahlen und eine schnelle Abwicklung im Leistungsfall liegen mit 40 Prozent beziehungsweise 39 Prozent dicht beieinander. Die schnelle Antragsabwicklung geben 25 Prozent an. Weniger wichtig sind mit 13 Prozent ein medienbruchfreier Antragsprozess oder dass verkaufsfördernde Unterlagen vorhanden sind. Zusätzlich nennen die Teilnehmer der Umfrage noch die Qualität der Vertragsbedingungen als ausschlaggebend bei der Entscheidung für oder gegen ein Produkt. 

Besonders gut scheinen Barmenia, HanseMerkur, Signal Iduna und HALLESCHE diese Kriterien zu erfüllen. Sie liegen mit 26, 25 und 23 Prozent sehr dicht zusammen in der Beliebtheitsskala unserer Leser. Gleiches gilt für die dann folgenden Versicherer Allianz und Alte Oldenburger (jeweils 19 Prozent), Axa (16 Prozent) und Continentale (13 Prozent). Das deckt sich mit den Ergebnissen der PKV-Analyse des Rating-Hauses Morgen & Morgen vom Juni 2020. Hier erreichen einige Tarife der genannten Gesellschaften die Bestnote „ausgezeichnet“ und damit fünf Sterne im Rating-Ergebnis.  

Zusatzleistungen erwünscht 

Außer den Kernleistungen eines Krankenversicherungsproduktes sollte jedem zweiten Umfrageteilnehmer zufolge zusätzlich eine „individuelle Fallbegleitung“ angeboten werden. Weiteren 47 Prozent ist der „Zweitmeinungsservice“ wichtig. Die „medizinrechtliche Beratung“ halten etwas mehr als vier von zehn (42 Prozent) der teilnehmenden Makler und Vermittler für wichtig. „Hilfsmittelbeschaffung“ (32 Prozent), „Arzneimittelmanagement“ (26 Prozent) und „Kooperationen mit Reha-Kliniken“ (20 Prozent) folgen auf den nachfolgenden Plätzen.  

Die überwiegende Mehrheit (71 Prozent) findet „KV-Produkte, die gesundheitsförderndes Verhalten der Versicherten belohnen“ gut. 15 Prozent halten nichts davon, weil es dem Kollektiv schade. 14 Prozent haben Bedenken hinsichtlich der Einhaltung des Datenschutzes.  

Im Leistungsfall erwartet die Hälfte der an der Pfefferminzia-Umfrage teilnehmenden Makler und Vermittler in der Kommunikation mit den Versicherungsunternehmen, zum Beispiel beim Ausfüllen des Fragebogens, ebenfalls Unterstützung. Präventive Maßnahmen, wie ein Gesundheitstelefon oder einen Terminservice, halten 35 Prozent für sinnvoll. Eine persönliche Gesundheitsanalyse wünschen sich 27 Prozent. Keine Unterstützung bei der PKV-Beratung zu benötigen geben nur rund 17 Prozent der Umfrageteilnehmer an.  

Ein wichtiges Thema für 69 Prozent der Leser ist dagegen die betriebliche Krankenversicherung (bKV). Hier sehen die Teilnehmer der Umfrage „großes Potenzial, da der kollektive Zugang Annahmen und Beiträge für den einzelnen Mitarbeiter vereinfacht“ (25 Prozent). 44 Prozent sehen Chancen zum Beispiel „durch Cross-Selling, steuerliche Vorteile und fehlende Ausschluss-Klauseln“.  

Der PKV-Verband verzeichnet seit Jahren ebenfalls ein steigendes Interesse in diesem Krankenversicherungssegment. Im vergangenen Jahr boten laut aktueller Zahlen des Verbands bereits 10.200 Unternehmen ihren Mitarbeitern eine komplett arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung an. 2018 waren es noch 7.700 Betriebe. Damit konnte die Branche eine Steigerung von 32 Prozent erzielen. Die Zahl der Beschäftigten mit einer bKV erhöhte sich um 8 Prozent von 757.500 auf etwa 820.000 im Jahr 2019.  

Zu hoher Aufwand in der bKV-Beratung 

Allerdings sehen die Teilnehmer der Pfefferminzia-Leserumfrage aktuell als größte Hürde bei der Vermittlung einer betrieblichen Krankenversicherung den Beratungsaufwand als zu hoch an. 62 Prozent der Makler und Vermittler geben das als Hemmnis an.  

Dass die Produkte zu kompliziert sind, empfinden weitere 34 Prozent so. Die Vergütung ist 19 Prozent unserer Leser zu gering für die Vermittlung eines bKV-Produkts. Andere Hinderungsgründe bei der Vermittlung der bKV seien zudem, dass beispielsweise „die Rentenlücke viel größer sei als die Gesundheitslücke“ oder „die Arbeitgeber nicht mitspielen und die Vorteile der bKV nicht erkennen“ schreiben zwei unserer Leser im offenen Textfeld als Anmerkung dazu. Aber auch Arbeitnehmer und Betriebsrat lehnen eine bKV ab, so die Erfahrung mancher Befragten.  

Na, vielleicht liefert die Corona-Pandemie ja auch hier viele wertvolle, neue Argumente für eine bKV. Auch vielen Arbeitgebern ist in den letzten Monaten schließlich bewusst geworden, wie schnell die Mitarbeiter durch ein kleines Virus außer Gefecht gesetzt werden können.  

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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