Zwei Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind der Meinung, dass man Versicherungen im Leben einfach braucht. Das hat die Studie „Junge Erwachsene & Versicherungen“ des Marktforschers Yougov bereits 2017 gezeigt. Der Generation Y ist also bewusst, dass Versicherungen einen wichtigen und notwendigen Teil in der eigenen Lebensgestaltung darstellen.
Versicherungen sind jedoch nur der finanzielle Aspekt der eigenen Vorsorge: Wenn etwas kaputt geht, erhalte ich Ersatz. Wenn ich nicht mehr arbeiten kann, bekomme ich eine Rente. Doch was passiert, wenn es um den echten Worst Case geht? Wer kümmert sich dann? Wer beantragt Leistungen?
Zur finanziellen Vorsorge gehört auch die organisatorische. Hier kommt die Notfallplanung ins Spiel. Darunter verstehen wir Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Notfallplan, Notfallordner und ähnliches. Bei der Absicherung über Versicherungen sollte es in erster Linie um existenzielle Risiken, also den Worst Case gehen. Das sind bei jungen Menschen durchaus andere Fälle, als bei Hochbetagten. Hier spielen schwere Unfälle oder plötzliche schwere Erkrankungen eine größere Rolle. Die Notfallplanung sorgt dann im Fall der Fälle dafür, dass die Leistungen zum Beispiel auch zügig beantragt werden können.
Die Versicherungen sorgen also für das Was (=Geld) und die Notfallplanung für das Wie. Beides gehört aus unserer Sicht zusammen. Einen schweren Unfall oder eine plötzliche, lebensbedrohliche Erkrankung kann niemand ausschließen. Es ist sogar häufig so, dass sich die Kunden das eher vorstellen können, als die abstrakte Berufsunfähigkeit.
Bei der Unterstützung junger Kundinnen und Kunden zum Thema Notfallplanung liegen häufig andere Lebensumstände vor, als bei älteren. Das sollten Sie berücksichtigen und aktiv ansprechen. Keiner dürfte eigene Kinder haben, die als Bevollmächtigte in Betracht kommen, da sie noch zu jung sind. Viele haben noch keinen Partner oder Partnerin, die diese Verantwortung übernehmen würde.
Das heißt, dass die möglichen Bevollmächtigten woanders zu suchen sind. Das könnten die Eltern, Geschwister oder auch langjährige Freunde sein. Dadurch erschließt sich durchaus ein ganz neuer Interessentenkreis. Nebenbei bemerkt: Viele Einrichtungen und Hilfestellen sind in der Regel auf ältere Menschen eingestellt und können unter Umständen die besonderen Belange und Wünsche junger Personen gar nicht ausreichend würdigen.
Die eigene Notfallplanung ist ein wichtiger und guter Anlass für Gespräche. Es kann der Anlass dafür sein, gemeinsam mit Ihnen über das eigene Leben und dessen Werte nachzudenken:
Fragen, die der Ausgangspunkt für weiter und tiefer gehende Gedanken sein können. In jedem Fall heben Sie sich mit einem solchen gut geführten Gespräch von der grauen Masse der Vermittler und Vermittlerinnen ab, die „nur“ Versicherungen verkauft. Ihre jungen Kunden nehmen Sie als relevanten Gesprächspartner wahr. Ein Wert, den ein Vergleichsportal nie erzielen können wird.
Selbstverständlich ist auch ein guter Anlass für Gespräche mit dem näheren Umfeld Ihrer Kunden und Kundinnen. Spätestens, wenn es an die Auswahl der Bevollmächtigten (Eltern, Geschwister, Partner, Freunde usw.) geht, können Sie diese mit ins Boot holen.
Das Thema Notfallplanung ist nicht ohne Fallstricke und bedarf einiger Vorbereitung. Wie genau Sie es umsetzen, ist Ihnen überlassen. Holen Sie sich gern professionelle Unterstützung und Hilfe. Entscheidend ist aber, dass Sie den Schritt gehen. Er lohnt sich! Für Sie und Ihre Kunden.
Stephan Busch und Tom Wonneberger sind Versicherungsmakler und Inhaber der Progress Finanzplaner aus Dresden https://www.progress-dresden.de
Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.