Rating von Franke und Bornberg

Diese Privathaftpflichtversicherungen überzeugen im Test

Privathaftpflichtversicherungen gehören zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt. Das Analysehaus Franke und Bornberg hat für ein aktuelles Rating 562 Tarife unter die Lupe genommen. Welche Anbieter und Tarife überzeugen, und welche Trends sich im Haftpflichtbereich abzeichnen, lesen Sie hier.
© picture alliance / imageBROKER | Lex Rayton
Ein Verbotsschild für Drohnen am Flughafen München: Viele Haftpflichtversicherer haben ihre Restriktionen in den Tarifen für Drohnen & Copter. gelockert.

Seit 2015 nimmt das Analysehaus Franke und Bornberg private Haftpflichtversicherungen unter die Lupe. Für 2020 nahmen sich die Analysten 562 Tarife zur Prüfung vor und klopften diese auf 55 Kriterien ab. Ergebnis: Seit dem Erstrating habe sich die Tarifqualität spürbar verändert, heißt es. „Neue Tarifgenerationen schneiden fast immer besser ab als ihre Vorgänger“, sagt Christian Monke, Leiter Versicherungsanalyse bei Franke und Bornberg.

Die Versicherer setzten bei den Bedingungen zunehmend auf Transparenz und nachvollziehbare Leistungen. „Tarifliche Regelungen werden heute präzise und weitaus detaillierter beschrieben als noch vor einigen Jahren“, so Monke weiter. Ein Beispiel hierfür sei der Einschluss von Drohnen oder Coptern in die Privathaftpflicht. „Die meisten Gesellschaften haben ihre restriktive Haltung aufgegeben, Gewichtsbeschränkungen gelockert und den Ausschluss von Luftfahrzeugen mit Motor gestrichen“, erklärt der Experte. Nur noch wenige Gesellschaften verlangten für Drohnen & Co. einen Extrabeitrag.

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Ein weiteres Ergebnis der Analyse: Die Deckungssummen legen weiter zu. Versicherer wie WGV und Signal Iduna böten im Top-Tarif mittlerweile bis zu 75 Millionen Euro, die Allianz in ihrem Premium-Tarif bis zu 100 Millionen Euro Deckung.

Eine Neuerung beobachten die Analysten derzeit in der Tarifkalkulation. Erste Versicherer kalkulierten ihre Haftpflichtprämien abhängig von den Postleitzahlen. Zu den Pionieren zählten hier Interlloyd, Axa und HDI. Monke zeigt sich skeptisch: „Auf den ersten Blick erscheint der Wunsch nach bedarfsgerechter Tarifierung nachvollziehbar. Doch jede Differenzierung führt zu kleineren Kollektiven. Wo es Gewinner gibt, sind auch Verlierer. Und was einige Kunden mit günstiger Postleitzahl bei ihrer Privathaftpflicht sparen können, müssen in Zukunft andere drauflegen. Das erinnert mich an die inflationäre Entwicklung der Berufsgruppen in der BU-Versicherung.“

Manche Insurtechs können mit den etablierten Versicherern mithalten

Für das Rating schaute sich Franke und Bornberg auch Tarife von Insurtechs wie Adam Riese, Getsafe, helden.de, Lemonade, Neodigital und One an. Die Start-ups rühmen sich unter anderem damit, besonders schlanke und dadurch einfache Produkte anzubieten. „Ein schlanker Tarif bedient vor allem den Wunsch nach weniger Komplexität. Das schafft Vertrauen, aber noch lange keinen Top-Tarif. Einige Privathaftpflicht-Tarife von Insurtechs landen am unteren Ende unserer Bewertungsskala“, so Monke. In ihren Top-Tarifen könnten manche Insurtechs aber durchaus mit etablierten Versicherern mithalten.

Und welche Tarife schnitten im diesjährigen Rating nun am besten ab? Die Analysten unterschieden zwischen Top- und Grundschutz und zwischen der Absicherung für Familien und Singles.

Beim Topschutz gehörten zu den Mindestanforderungen die Mindestdeckungssumme von 10 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden und 100.000 Euro bei Vermögensschäden sowie der Versicherungsschutz für deliktunfähige Kinder (nicht im Single-Tarif), Forderungsausfall, Gefälligkeitshandlungen und für beruflichen Schlüsselverlust.

Die besten Topschutz-Anbieter für Familien

Die höchste Bewertungsstufe FFF erreichen im Topschutz knapp 44 Prozent der Familientarife (2015: 17 Prozent). Zu den Top-Anbietern gehören hier (zur ausführlichen Liste mit Nennung der Tarife geht es hier):

Adam Riese, Adcuri, Allianz, Alte Leipziger, Arag, Axa, Barmenia, Basler, Concordia, Condor, DBV Beamten, die Bayerische, Die Haftpflichtkasse, Ergo, Generali, GEV, Gothaer, GVO, Hanse-Merkur, HDI, helden.de, Helvetia, Interlloyd, Interrisk, Janitos, K&M, Neue Berliner Versicherung, Nürnberger, NV, Oberösterreichische, Prokundo, R+V, Rheinland, Rhion, S.L.P., Versicherungskammer Bayern, VHV, Waldenburger, WGV, Württembergische und WWK.

Diese Anbieter erreichen Topnoten bei den Single-Tarifen

Bei den Single-Tarifen erreichen knapp 38 Prozent der Bedingungswerke ein FFF (2015: 17 Prozent). Das schafften folgende Anbieter (hier geht es zur ausführlichen Liste): Adam Riese, Adcuri, Allianz, Arag, Axa, Barmenia, Basler, Concordia, Condor, DBV Beamten, die Bayerische, Die Haftpflichtkasse, Ergo, Generali, Gothaer, GVO, Hanse-Merkur, HDI, helden.de, Helvetia, Interlloyd, Interrisk, Janitos, K&M, Neue Berliner Versicherung, Nürnberger, NV, Oberösterreichische, R+V, S.L.P., Universa, Versicherungskammer Bayern, VHV, Waldenburger, WGV, Württembergische und WWK.

Wer beim Grundschutz für Familien und Singles jeweils vorne liegt, steht hier (Familien) und hier (Singles).

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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