Studie zeigt Besorgnis der Deutschen

„Versicherungsförmige bAV-Modelle in Stress-Szenarien nicht geeignet“

Aufgrund der Corona-Krise sehen sich viele Arbeitnehmer in Deutschland gezwungen, ihre betriebliche Altersversorgung (bAV) entweder beitragsfrei zu stellen oder gar zu kündigen. In den Augen des Unternehmensberaters Heinz Weber ist keines dieser Mittel hilfreich – vielmehr müssten die Unternehmen selbst umdenken und auf versicherungsfreie bAV-Angebote umsatteln.
© Weber und Partner
Empfiehlt Arbeitgebern den Wechsel zu einer versicherungsfreien bAV für ihre Angestellten: Unternehmensberater Heinz Weber.

Viele Versicherte kündigen derzeit aus finanziellen Gründen ihre bAV-Policen oder stellen diese beitragsfrei – ein Fehler, findet bAV-Experte Heinz Weber von der Unternehmensberatung „Weber und Partner“. Es zeige sich derzeit, dass „versicherungsförmige bAV-Modelle in Stress-Situationen nicht zur Altersabsicherung geeignet sind. Da helfen Beitragsfreistellungen herzlich wenig. Vielmehr sollten die Unternehmen einen grundsätzlichen Strategiewechsel hin zu versicherungsfreien bAV-Durchführungswegen vornehmen“, so Weber.

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Das wichtigste Ziel für Unternehmen müsse es sein, auch in der bAV auf Krisensituationen vorbereitet zu sein. Dafür sollte ein „Liquiditätsabfluss“ wie bei den versicherungsbasierten bAV-Modellen vermieden werden, erklärt Weber. Verblieben die bAV-Beiträge hingegen im Unternehmen, stelle es damit seine Finanzierungsstruktur auf eine gesündere Basis, wäre krisenresistenter und könne dadurch leichter Kurzarbeit oder Entlassungen vermeiden, so seine These.

Bereits jetzt sei abzusehen, dass auch nach der Krise viele kleine und mittlere Unternehmen in einer bedrohlichen finanziellen Situation stecken blieben – trotz staatlicher Hilfspakete. Das stelle auch für die Angestellten ein großes Problem dar. Denn sie würden sich „im Rentenalter auf niedrigere Leistungsansprüche aus der bAV einstellen müssen“, so Weber. Sozialpolitisch sei das ein Rückschlag.

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Unterstützungskasse als Lösung?

Weber empfiehlt Unternehmen den sofortigen Wechsel in den internen Durchführungsweg „Pauschaldotierte Unterstützungskasse“. Sie bräuchten in dieser Situation bei Banken nicht um Kredite für fehlende Liquidität zu bitten, die ihnen vorher von diesen über Direktversicherungen und Pensionskassen laufend entzogen würde.

Die pauschaldotierte Unterstützungskasse ist der älteste bAV-Durchführungsweg. Die Ansprüche daraus sind durch den Pensions-Sicherungs-Verein PSV gesetzlich abgesichert. Weber: „Dieses Prinzip verdeutlicht, warum die Unterstützungskassen (U-Kassen) Krisensituationen besonders gut abfedern und sich bereits heute als Krisengewinner bezeichnen lassen können. Weil Unternehmen auf diese Weise Arbeitsplätze sichern und damit auch die betriebliche Altersversorgung erhalten, könnten U-Kassen sogar eine gesamtgesellschaftliche Funktion einnehmen.“

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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