Corona-Krise

Bafin will kein Dividendenverbot für Versicherer

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin spricht sich gegen ein Dividendenverbot für Versicherer und Pensionskassen aus. Ein entsprechender Vorstoß kam von der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa.
© Kai Hartmann Photography/Bafin
Sitz der Bafin in Frankfurt am Main: Pauschale Ausschüttungsverbote für Versicherungen lehnt die deutsche Finanzaufsicht ab.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hält ein pauschales Ausschüttungsverbot für Versicherungsunternehmen und Pensionskassen derzeit nicht für geboten. Das teilte die Behörde in einem Statement mit. „Bei der Dividendenpolitik ist natürlich die individuelle Situation der Versicherer zu berücksichtigen, insbesondere deren Risikotragfähigkeit“, sagte Exekutivdirektor Frank Grund. „Wir stehen diesbezüglich in engem Dialog mit den Unternehmen und erwarten eine überzeugende Begründung, falls sie Dividenden ausschütten wollen“, so Grund weiter. Risiken, die sich aus der aktuellen Krisensituation ergeben, sollten angemessen berücksichtigt werden, heißt es.

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Damit stellt sich die Bafin gegen einen entsprechenden Vorstoß der EU-Versicherungsaufsichtsbehörde Eiopa.  Die hatte am Donnerstag angesichts der Corona-Krise gefordert, dass Versicherer vorerst keine Dividenden ausschütten sollten. Auch Aktienrückkäufe sollten nach Empfehlung der Eiopa gestoppt und die Zahlung von Boni aufgeschoben werden.

Bei Banken hält die deutsche Finanzaufsicht dagegen an ihrem vor gut einer Woche veröffentlichten Statement fest. Finanzinstitute sollten von Aktienrückkäufen Abstand nehmen sowie Ausschüttungen von Dividenden, Gewinnen und Boni sorgfältig abwägen, hieß es darin. Banken hätten eine zentrale Aufgabe bei der Bewältigung der Corona-Krise, der sie nur nachkommen könnten, wenn sie gut kapitalisiert seien, so die Bafin in ihrer Begründung.

Autorin

Hannah

Dudeck

Hannah Dudeck arbeitete von April bis Juni 2020 als freie Redakteurin für Pfefferminzia.

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