Studie

Maklerpools setzen auf Sach- und Gewerbegeschäft

Die Maklerpools in Deutschland konnten ihre Umsätze 2018 gegenüber dem Vorjahr steigern, die Gewinne waren jedoch rückläufig. Ein Grund hierfür sei vor allem die Digitalisierung, die hohe Investitionen erfordere, wie eine Umfrage unter 30 Pool-Anbietern zeigt. Ein weiteres Kernergebnis: Das Sachgeschäft läuft dem klassischen Umsatzbringer Lebens- und Krankenversicherung zunehmend den Rang ab.
© picture alliance/Jens Büttner/zb/dpa
Zwei Bäcker kneten im Dresdner Backhaus den Teig für Weihnachtsstollen. Die Absicherung mittelständischer Betriebe hat sich für Makler zu einer wichtigen Erlösquelle entwickelt – davon profitieren auch die Pools.

Beinahe alle der insgesamt 30 Maklerpools, die sich an der 8. Maklerpoolstudie der Kommunikationsagentur Brunotte Konzept beteiligt haben, meldeten für das Jahr 2018 ein Umsatzplus gegenüber 2017. Die Gewinne hielten mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt – im Gegenteil. Das Minus beträgt hier gut 6 Prozent, wie die Autoren berichten. Der Rückgang sei vor allem eine Folge des hohen Investitionsbedarfs bei der Digitalisierung, heißt es.

Neben der Digitalisierung haben die Pools vor allem mit einem „Mix aus Regulierung und Zinsverfall“ zu kämpfen. Dieser hinterlasse „deutliche Spuren beim klassischen Umsatzbringer Lebens- und Krankenversicherung“, teilen die Autoren mit. Die Provisionserlöse aus dem Kompositgeschäft (SHUKR) haben demnach mit einem Anteil von über 30 Prozent den Leben-Bereich um fast fünf Prozentpunkte hinter sich gelassen.

„Wir sehen darin ein klares Indiz, dass Pools und Vermittler umsteuern. Das früher bevorzugte, lukrative Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft verliert an Bedeutung“, kommentiert Autorin Sabine Brunotte die Entwicklung. Allerdings hielten sich einige Akteure bei der Zusammensetzung ihrer (Versicherungs-) Provisionen bedeckt. Das gelte auch für den Marktführer Fonds Finanz, dessen Ergebnisse nicht in die Studie eingeflossen seien.

Gewerbe- statt Personenversicherungen 

Beinahe alle Pools (90 Prozent) sind den Angaben zufolge im SHUKR-Segment einschließlich der Gewerbesparten unterwegs. Laut der Studie, die der ehemalige Charta-Vorstand Michael Franke als Co-Autor begleitet hat, wird dies als ein weiteres Zeichen für den Bedeutungsverlust von Personenversicherungen gewertet.

Zugleich seien die Fortschritte im Gewerbebereich besonders augenfällig. Insbesondere Maklerpools hätten hier in den vergangenen Jahren „deutlich nachgelegt“, wie es heißt. Im Jahr 2019 bedienen fast alle befragten Unternehmen (90 Prozent) dieses Geschäftsfeld. Fast ebenso viele (83 Prozent) halten Angebotsservices Gewerbe für ihre Vertriebspartner vor. Partner der Wahl sei hier Thinksurance (vormals Gewerbeversicherung 24). Fast vier von fünf Befragten (79 Prozent) kooperieren laut Umfrage mit dieser Versicherungsplattform.

Weiter fand die Studie heraus, dass das Angebot von Pools und Verbünden nach wie vor „vielgestaltig“ sei. Nur jedes vierte Unternehmen legt sich 2019 auf ein einziges Unternehmensmodell fest, meist als Maklerpool. Auffällig viele Anbieter (37 Prozent) bezeichneten sich als „Maklerverbund“. Damit reklamierten sie für sich den Anspruch, ein Zusammenschluss von Maklern „auf Augenhöhe“ zu sein, schlussfolgern die Autoren. Fast ebenso viele (30 Prozent) bezeichnen sich zudem als Technologieplattform. Schon hier zeige sich der hohe Stellenwert, den digitale Prozesse mittlerweile einnehmen, so das Resümee der Studie (Hintergründe zur Poolstudie gibt es hier).

Diese 30 Maklerpools wurden befragt:

– Amexpool

– Apella

– Aruna

– BCA

– Blau Direkt

– Charta

– Degenia

– DEMV Deutscher Maklerverbund

– Finet 

– Fonds Finanz Maklerservice 

– Fonds Konzept

– Fondsnet Holding

– Germanbroker.net

– Jung, DMS & Cie.

– KAB Maklerservice

– Komm Investment

– Maxpool

– Midema

– Netfonds

– Proma

– Qualitypool

– SDV

– Status Beratungsgesellschaft

– Top Ten

– Verticus

– VFM Versicherungs-& Finanzmanagement

– VFV GmbH Der Sachpool

– Wifo

– 1:1 Assekuranzservice

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Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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