Gut jeder zweite Deutsche (51 Prozent) macht sich Gedanken über Armut im Alter. Ebenfalls jedem Zweiten fehlt gleichzeitig das nötige Geld, um privat vorzusorgen. Das hat die Deutsche Bank im Rahmen ihrer Studie „Deutschland im Alter – Deutsche Bank Vorsorgereport“ herausgefunden. Knapp 900 Bundesbürger im Alter zwischen 20 und 65 Jahren hat sie dafür befragt.
Die Mehrheit der Deutschen ist zudem überzeugt, dass die gesetzliche Rente im Alter nicht ausreichen wird: Tatsächlich glauben nur 17 Prozent der Befragten, dass sie irgendwann auch ohne private Vorsorge über die Runden kommen können. Dagegen meinen 70 Prozent, dass die gesetzliche Rente im Alter nur eine Grundversorgung leisten wird. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) erwarten sogar, dass das gesetzliche Rentensystem über kurz oder lang zusammenbrechen wird. Auch die Sorge, dass das Renteneintrittsalter weiter erhöht wird, ist bei vielen Deutschen präsent (71 Prozent).
Die Deutsche Bank fand auch heraus, dass die Mehrheit der Deutschen der Einführung einer Grundrente positiv gegenübersteht (67 Prozent). Trotzdem finden 22 Prozent der Befragten, dass das Problem der Altersarmut damit nicht behoben werden kann.
Fehlende Vorsorge? Das Geld ist zu knapp
Mehr als zwei Drittel der Deutschen glauben daher, dass private Vorsorge wichtig ist (71 Prozent). Gerade Personen mittleren Alters (35 bis 54 Jahre) sind dieser Auffassung (75 Prozent Zustimmung), und auch Besserverdienende haben die Notwendigkeit erkannt, privat fürs Alter zu sparen. 80 Prozent derjenigen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 Euro und mehr wollen privat vorsorgen, aber lediglich 58 Prozent der Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.500 Euro stimmen dem zu.
Für die Hälfte der Befragten ist das Thema Privatvorsorge aber nicht so einfach. Denn knapp jeder Zweite (47 Prozent) würde gerne für das Alter sparen – hat dafür nach eigener Angabe aber kein Geld zur Verfügung. Weitere 58 Prozent sind sich nicht sicher, ob ihre bisherigen Maßnahmen ausreichen.
Gefragt nach dem Betrag, den man im Ruhestand monatlich voraussichtlich benötigt, nennen die Befragten 1.500 Euro (Median). Die Spanne liegt hier meist zwischen 1.100 und 2.000 Euro. Laut der Studie gibt es hier aber auch regionale Unterschiede. Während in den westdeutschen Bundesländern 1.500 Euro als Durchschnittswert genannt wird, sind es in den ostdeutschen Bundesländern 1.400 Euro. Die Thüringer beispielsweise geben mit 1.200 Euro den geringsten Wert an. Und auch in den großen Städten variiert die Wahrnehmung über die finanziellen Bedürfnisse im Alter. Die Frankfurter geben 2.000 Euro an, die Berliner nennen 1.500 Euro.
Hinzu kommt, dass sich knapp jeder Dritte (30 Prozent) nicht ausreichend zum Thema Vorsorge informiert fühlt. Für 56 Prozent sind Altersvorsorgeprodukte oft zu unverständlich und 36 Prozent finden das Thema komplex. Für 60 Prozent sind persönliche Gespräche mit Experten – beispielsweise bei der Bank, Versicherung oder Finanzvermittlung – am informativsten. 46 Prozent nennen auch das Internet eine verlässliche Quelle.
Geht es um die eigene private Vorsorge, legen die Deutschen besonderen Wert auf Sicherheit (72 Prozent) – vor allem mit Immobilien als Anlage. Aus Sicht von 61 Prozent der Befragten sollte der Staat Bau und Kauf stärker fördern. Bei Geldanlagen, zum Beispiel in Wertpapiere, steht ein Kapitalschutz im Vordergrund: Für 53 Prozent wäre ein Kapitalschutz sinnvoll, sodass man die eingezahlten Beiträge nicht verlieren kann.