Aus Erfahrung weiß ich, dass der Kunde beim Thema BU immer ein wenig zusammenzuckt und dann ein „ Mensch das ist doch bestimmt so teuer“ kommt. Wenn man ein Dachdecker ist, dann kann man das auch zurecht sagen. Doch haben wir ja auch einen überwiegenden Teil an risikoärmeren Berufen, die in Deutschland ausgeübt werden – aber über diese möchte ich gar nicht sprechen.
Mir geht es um die gefährdeten Berufsgruppen, die oftmals auch nur an den Mindestlohn geknüpft sind und wo seitens des Arbeitnehmers sehr scharf mit dem Gehalt kalkuliert werden muss. Deshalb gilt es nun eine adäquate und vor allem eine bezahlbare Absicherung für diese Menschen zu realisieren.
Mir schweben da zwei Varianten vor:
Variante 1:
Die erste Variante wird den risikoärmeren Berufsgruppen eventuell nicht sehr gefallen, aber man bedenke, uns gefällt der Solidaritätszuschlag auch nicht, trotzdem zahlen wir ihn. Genau darauf möchte ich auch hinaus, auf das Solidaritätsprinzip.
Man geht hin und kalkuliert die Risikoklassen neu. Und zwar hebt man die besseren Klassen an und senkt die risikoreichen dementsprechend ab. Es wird wahrscheinlich nicht zu riesigen Unterschieden kommen, doch für Geringverdiener sind schon 50 bis 200 Euro pro Jahr viel Geld.
Des Weiteren soll man beispielsweise wie in der PKV einen Teil der Beiträge steuerlich geltend machen können. Somit würden die „guten Risiken“ eine nicht so starke Mehrbelastung haben und die „schlechten Risiken“ doppelt profitieren.
Variante 2:
Die zweite Variante sieht eine Erhöhung der Grenzen für die Steuer- und Sozialversicherungsbeitragsersparnis bei der Entgeltumwandlung vor.
Es ist ja kein Geheimnis, dass Arbeitnehmer jetzt schon ihre BU-Versicherung über eine Entgeltumwandlung bezahlen können. Jedoch ist hier der Nachteil, dass wenn diese Menschen noch etwas zusätzlich für die Altersversorgung etwa durch Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung zahlen wollen, sie die Grenzen beachten müssen: Maximal 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze und eventuell zusätzlich noch 1.800 Euro pro Jahr.
Ich bin kein Versicherungsmathematiker und möchte hier auch keine Vorschläge zur verbesserten Höhe der Grenzen machen. Dennoch appelliere ich an die Bundesregierung, sich diesem Thema dringend zu widmen.
Wenn wir schon Förderprodukte wie Riester und Pflege-Bahr auf den Markt lassen und diese auch noch in den Himmel hypen, dann sollte dieses wesentlich wichtigere Thema Nummer 1 auf der Agenda für Förderprodukte sein.
Über den Autoren
Ich bin Julius Steinhauer aus Oberhausen im Rheinland, 26 Jahre alt und seit 2007 in der Versicherungsbranche tätig. Ende Januar 2010 habe ich meine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen abgeschlossen und kurze Zeit später noch den Experten für betriebliche Altersversorgung bei der DVA drangehangen. Währenddessen habe ich im Außendienst für die Signal Iduna Gruppe gearbeitet und Ende 2012 ein Studium zum staatlich geprüften Betriebswirt begonnen, dieses habe ich nach drei Semestern abgebrochen und mir meinen Traum von der eigenen Versicherungsmakler GmbH erfüllt. Denn für mich stand schon immer der Kunde im Vordergrund und nie der Absatzdruck von Seiten des Versicherers.
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