Weiterbildung, Image & Co.

Was der Finanzberater der Zukunft erfüllen muss

In der vergangenen Woche hat Buchautor Norman Argubi über das Thema Ethik und Moral des Beraterberufs geschrieben. Oft ist ein Umdenken erforderlich. Welche Voraussetzungen muss der Finanzberater 3.0 aber erfüllen? Die Antworten gibt es hier.
© dpa/picture alliance
Eine Frau sitzt mit ihrem Notebook in einer Bibliothek und lernt: Auch Finanzberater müssen sich stetig weiterbilden.

Bei diesem Text handelt es sich um einen Auszug aus dem Buch „33 Geheimnisse, die Ihnen Ihre Bank zum Thema Geldanlage nicht verrät“ von Norman Argubi. Wie Sie das Buch erhalten, erfahren Sie am Ende des Artikels.

Wichtig sind vor allem zwei Aspekte: Die Ausbildung und stetige Weiterbildung der Berater kann gar nicht gut und umfangreich genug sein. Auch das muss als eigener moralischer Anspruch schon von Seiten der Berater erkannt werden, völlig unabhängig davon, ob die Firma diese Weiterbildung anordnet oder bezahlt.

Jeder muss sich selbst um seine eigene Kompetenz kümmern. Wie oft haben wir schon von Mitarbeitern der Banken und Sparkassen gehört „Die Firma bietet gerade nichts an“ oder „Die Seminare sind immer nur am Wochenende, da geh ich doch nicht hin“. Wie weit kann es dann mit dem persönlichen Engagement und dem ethischen Anspruch des Mitarbeiters her sein?

Werden ausgerechnet diese Mitarbeiter es sein, die die Wünsche des Kunden im Zweifel auch gegen die Interessen des Unternehmens durchsetzen können? Wer sein eigenes Fortkommen schon nach seiner Bequemlichkeit einstuft, der kann doch kaum ehrlich für seine Kunden kämpfen, oder?

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Zum Zweiten sollten Berater, wenn sie denn diese Ansprüche erfüllen, viel höher angesehen werden. Auch dafür sind sie in erster Linie selbst verantwortlich, aber eine veränderte öffentliche Wahrnehmung durch eine andere Presseberichterstattung würde sicherlich helfen. Denn die neuen Berater tragen eine ungeheure Verantwortung.

Sie sind nicht mehr nur Produktverkäufer, sondern sie sorgen für den Lebensunterhalt von Generationen. Sie sorgen dafür, dass die Kinder später studieren können, die Eltern als Rentner eine auskömmliche Versorgung haben und die Älteren ihre Ersparnisse sinnvoll anlegen, um so ein Leben lang davon zehren zu können.

Stattdessen haben manche Finanzberater heute einen Status und ein Ansehen, welches noch hinter dem von Gebrauchtwagenhändlern liegt. Dies wird ihrer Aufgabe bei weitem nicht gerecht. Viele von ihnen sind aber auch selbst schuld, haben sie doch in der Vergangenheit tatsächlich nur Produkte zu ihrem eigenen Nutzen verkauft, entweder wegen hoher Provisionen oder den Vorgaben ihrer Organisation.

Der zukünftige deutsche Finanzberater 3.0 wird − ähnlich wie es heute in England schon der Fall ist − zu einem echten Vorsorge- und Investitionsplaner. Er muss nicht nur die Versorgung der Familie gegen allgemeine Gefahren absichern, sondern kurzfristiges Sparen, die Altersvorsorge und später auch die erbschaftsrechtlichen Regelungen beachten, damit das Vermögen wie gewünscht ohne Abzüge in der nächsten Generation ankommt.

Finanzberater, Anwalt und Steuerberater braucht jeder

Die Qualifikation liegt auf einer Höhe mit jener der Anwälte und Steuerberater und dementsprechend sollte das Ansehen sein. Denn das sind die drei Beraterberufe, die jede Familie und jedes Unternehmen zwingend benötigt, um dauerhaft erfolgreich am Markt tätig sein zu können.

Ihre Finanzen müssen sauber geplant, die Steuern ordentlich abgeführt und ihre Verträge müssen korrekt und rechtswirksam geschlossen werden. Die Engländer, die in Sachen Finanzen immer schon eine Vorreiterrolle in Europa hatten, haben genau diesen Status Quo erreicht. Das wird auch hier die Zukunft sein.

Ansprechpartner auf Augenhöhe

Während wir in der Vergangenheit arrogante Bankmitarbeiter und schleimige Versicherungsvertreter erleben mussten, wird der neue Finanzberater 3.0 ein Ansprechpartner auf Augenhöhe sein. Einer, mit dem man sich gern austauscht, weil er einem nichts mehr andrehen will, sondern mit dem Kunden gemeinsam einen strategischen Plan entwickelt und diesen dauerhaft umsetzt. Er kennt die Lücken und die Lösungen, weiß, wo es die besten Konditionen gibt und wie man am günstigsten finanziert.

Es ist auch aus einem anderen Grund eine sinnvolle Entwicklung: So zu arbeiten wird für viele erstklassig ausgebildete junge Menschen eine interessante Aufgabe sein. Hier können sie sich entwickeln, eine wirklich sinnvolle Aufgabe erfüllen und trotzdem gutes Geld verdienen.

Von der gescheiterten Existenz zum top ausgebildeten Vermittler

War bislang der Markt insbesondere der Versicherungsvermittler eher von, boshaft gesprochen, „gescheiterten Existenzen“ durchsetzt, so wird sich dies in Zukunft massiv ändern. Sprüche wie „Wer nichts wird, wird Wirt – und wer auch das nicht kann, macht in Versicherungen“ zeigen deutlich, wie das aktuelle Bild von Versicherungsvermittlern aussieht. Wollen Sie tatsächlich beim Abschluss Ihrer Gebäudeversicherung jemandem den größten Wert anvertrauen, den Sie besitzen, von dem Sie ein solches Bild haben?

Wahrscheinlich nicht, deswegen muss und wird sich das Bild massiv verändern. Der Gesetzgeber hat einen Anfang gemacht, seit er 2008 die Versicherungsvermittler dazu gezwungen hat, eine Qualifikation abzulegen, genauso, wie es später auch für die Finanzanlagenvermittler zur Pflicht wurde.

Regulierung geht weiter

Im kommenden oder darauffolgenden Jahr wird es damit weitergehen, dass auch diejenigen, die Baufinanzierungen vermitteln, und die Immobilienmakler eine separate Qualifikation nachweisen müssen. Freiwillige Maßnahmen wie die Aktion „Gut beraten“ sorgen zudem dafür, dass es nicht bei einer einmaligen Schulung bleibt, sondern dass alle sich ab sofort dauerhaft weiterbilden werden und dies nachzuweisen haben. Somit ist sichergestellt, dass der gesamte Markt tatsächlich dauerhaft immer besser und besser wird.

Mit dem Ansehen in der Bevölkerung wird auch die Aufgabe des Finanzberaters attraktiver, denn gerade junge Leute wollen in einer Branche arbeiten, die „in“ ist. Sie gehen heute lieber zu Porsche, in eine Werbeagentur oder in ein Medienhaus, als dass sie Versicherungsvermittler oder Anlageberater werden.

Auch für den Nachwuchs interessant

Verändert sich jedoch der Markt wie oben beschrieben, brauchen wir dringend die besten Leute mit einer Top-Ausbildung. Denn wer, wenn nicht die Besten, soll Vertragsbedingungen prüfen, Strategiekonzepte entwerfen, Finanzplanungen erstellen und Verhandlungen mit Versicherungen, Banken und Kapitalanlagegesellschaften für Sie führen?

Wer einmal seinen persönlichen Finanzberater gefunden hat, der genau diese oben beschriebenen Kriterien erfüllt, der wird diesen tendenziell ein Leben lang behalten und diesen an gute Freunde weiterempfehlen. Das ist für beide Parteien eine sinnvolle und gewinnbringende Partnerschaft. Sie ist gekennzeichnet von Vertrauen, ehrlichen Empfehlungen und stabilen Werten. Man geht offen und loyal miteinander um, egal, ob man sich geschäftlich verabredet oder privat auf der Straße trifft.

Über das Buch und den Autoren

Norman Argubi ist Vorstand der finanz-center AG, Jahrgang 1966, Volljurist und seit 27 Jahren unabhängiger Finanzberater und Anlageexperte; Finanzwirt und Master of Financial Consulting bbw. Außerdem ist er einer von 35 von der IHK zertifizierten Mental-Coaches.

Bei diesem Text handelt es sich um einen Auszug aus dem Buch „33 Geheimnisse, die Ihnen Ihre Bank zum Thema Geldanlage nicht verrät“ von Norman Argubi. Das Buch erhalten Sie in allen üblichen Online-Shops, in Ihrer Buchhandlung oder direkt beim Autoren unter www.33geheimnisse.de. Nur dort erhalten Sie auch ein handsigniertes Exemplar.

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