Pfefferminzia: Sie haben die Initiative pro Riester zusammen mit der Bayerischen ins Leben gerufen. Worum ging es Ihnen dabei?
Joachim Haid: Es musste Schluss sein mit dem pauschalen Riester-Bashing in den Medien. Wir wollten die Vermittler mit dieser permanenten Kritik nicht mehr allein lassen. Das ist der Gründungsgedanke hinter pro Riester. Es gibt ja berechtigte Kritikpunkte, über die man diskutieren kann. Aber es ist nicht pauschal alles schlecht. Hier gilt es, mit Fakten gegenzuhalten.
Aussagen wie die von Horst Seehofer, dass die Riester-Rente gescheitert sei und rückabgewickelt gehöre, sind unverantwortlich. Von zahlreichen Kollegen habe ich danach nämlich gehört, dass viele ihrer Kunden komplett verunsichert sind und ihren Riester-Vertrag jetzt lieber nicht mehr weiter besparen wollen. Das ist das Dümmste, was ein Politiker erreichen kann. Deshalb bieten wir uns im Rahmen der Initiative Politikern, Verbraucherschützern und Medien als Diskussions- und Reibungspartner an und gehen auch aktiv auf diese zu. Zunächst haben wir mit der Fachpresse begonnen, aber die liest natürlich der Otto-Normalbürger nicht. Daher lief eine Kampagne in den Verbrauchermedien gegen die Stammtischmärchen.
Welche Idee steckt hinter den Bierdeckeln und wo kann ich sie bekommen?
Die Idee zum Bierdeckel hatte ich bei der Vorbereitung auf ein Seminar, als ich aufschrieb, wie man die Riester-Förderung inklusive Günstigerprüfung beim Finanzamt einfach ausrechnen kann. Es ging darum, das grundsätzliche Procedere zu zeigen. Und diese Tabelle hatte dann zufälligerweise genau die Größe eines Bierdeckels. Ich erinnerte mich an Paul Kirchhof, der das Steuermodell auf einem Bierdeckel erklären wollte – und die Idee war geboren. Dass die Bierdeckel dann derart einschlagen und so reißenden Absatz finden, dass wir nach den ersten 30.000 weitere 60.000 bestellen müssen, hätte ich nicht gedacht. Wir haben mit der Bayerischen einen kleinen Film gedreht, in dem ich erkläre, wie man den Bierdeckel nutzt. Wer Bierdeckel bestellen möchte, kann mir eine kurze E-Mail an ed.niftfosobfsctd-5e7f83@diah.j senden und die Bayerische organisiert den Versand.
Welche Vorurteile zur Riester-Rente begegnen Ihnen immer wieder?
Die Riester-Rente sei schlecht, weil sie auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wird, sie rentiere sich nicht, man müsse über 100 Jahre alt werden, damit sie sich lohnt – das begegnet mir immer wieder. Aber das sind eben Themen, die wir in etwa auch in unseren Qualifizierungsseminaren aufgreifen, um hier Aufklärung zu betreiben.
Sie sprachen eben die Seminare für Vermittler an. Diese können dadurch selbst Förderer pro Riester werden, richtig?
Genau. Sechs Teile bieten wir an, die die Grundlagen des Produkts bis hin zu den Details des Wohn-Riesters abarbeiten. Ein Vermittler, der erfolgreich an diesen sechs Modulen teilgenommen hat und im Anschluss auch noch eine Online-Prüfung besteht, wird auf unserer Webseite www.proriester.de mit Logo, Kontaktdaten und Bild unter den Förderern aufgeführt. Idee dahinter ist, dass Kunden, die Informationen zum Thema Riester wünschen, sich hier einen qualifizierten Berater aussuchen können. Übrigens startet ab 9. Januar 2017 die zweite Runde der Seminare.
Wie könnte man die Riester-Rente Ihrer Ansicht nach weiterentwickeln?
Ein Thema, an das man jetzt ran muss, ist die Bruttobeitragsgarantie. Mit der Senkung des Höchstrechnungszinses zum Januar 2017 auf 0,9 Prozent müssen die Anbieter reagieren. Sonst kann es sein, dass ein Mittdreißiger ab 2017 zu alt ist, um eine Riester-Rente im Courtagetarif zu beantragen. Weil die Anbieter es bei Kurzläufern einfach nicht mehr schaffen, die Garantie zu erwirtschaften. Hier könnte es eine pauschale Reduktion geben, etwa auf 80 Prozent der eingezahlten Beiträge. Eine weitere Lösung wäre, und die begrüße ich: Man lässt den Kunden wählen, ob und wie viel Garantie er möchte. Das Thema Anrechnung der Riester-Rente auf die Grundsicherung im Alter könnte man bei einer Reform auch angehen.
Und wie?
Die aktuellen Rentenformpläne sehen derzeit einen Freibeitrag in Höhe von bis zu 200 Euro vor und die Erhöhung der Grundzulage. Eine weitere Reform-Möglichkeit sehe ich bei der Förderung. Seit vielen Jahren haben wir einen Höchstbetrag von 2.100 Euro, der gefördert wird. Das gehört indexiert, so wie die Zulagenhöhe auch, damit man einen inflationären Ausgleich schaffen kann.
Sie haben viele Riester-Bedingungswerke studiert und mit der Bayerischen ein eigenes konzipiert. Was ist das Besondere am Bedingungswerk der Bayerischen?
Dass ein Riester-Bedingungswerk, das ich mitentwickle, meine sechs Riester-Fragen positiv beantwortet, ist klar. So ist etwa der garantierte Rentenfaktor zu 100 Prozent unabänderbar garantiert. Auch können Kunden den Rentenbeginn flexibel vorziehen und hinausschieben, ohne dass die Rechnungsgrundlagen zu ihrem Nachteil geändert werden – um mal auf drei der sechs Riester-Fragen einzugehen. Zusätzlich haben wir die Besserungsoption eingeführt. Besserungsoption bedeutet, dass die Rente immer mit den für den Kunden besseren Rechnungsgrundlagen berechnet wird. Garantiert mit jenen, die bei Vertragsbeginn Gültigkeit hatten. Sollten bei Rentenbeginn für den Kunden bessere Rechnungsgrundlagen gelten, kommen diese zur Anwendung. Der Kunde muss also nicht, wie bei Riester-Sparplänen üblich, darauf hoffen, dass die Rechnungsgrundlagen bei Rentenbeginn besser sind, sondern kann sich die heutigen sichern, und profitiert von möglichen positiven Änderungen bei Rentenbeginn.
Die Riester-Rente der Bayerischen bietet auch die sogenannte Plusrenten-Funktion. Was verbirgt sich dahinter?
Die Plusrenten-Funktion ist ein einzigartiges vertriebliches Highlight. Kunden können in rund 800 Online-Shops durchs Einkaufen Gutschriften sammeln. Sobald ein Mindestguthaben von 50 Euro erreicht ist, fließt dieses zusätzlich zu den Monatsbeiträgen in den Riester-Vertrag des Kunden. Das eröffnet dem Kunden – neben Zulagen und Steuervorteilen – praktisch einen dritten Zuschuss. Schöpft der Kunde den maximal geförderten Riester-Jahresbeitrag von aktuell 2.100 Euro noch nicht aus, erhält er durch diese Erhöhung seines Eigenbeitrags sogar zusätzliche Steuervorteile – und das, ohne selbst mehr ausgeben zu müssen. Das ist einzigartig. Damit bietet Plusrente Riester der Bayerischen die Chance, insgesamt den Riester-Vertrag mit den höchsten Zuschüssen am Markt zu erhalten.
> Die Riester-Bierdeckel können Sie hier bestellen.
> Die Termine der „Förderer pro Riester – Qualifizierungs-Webinare“ sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.
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