Brand, Einbruch und Cyber-Angriff

Diese einfachen Regeln schützen das Hab und Gut

Wenn ein Einbrecher sein Unwesen trieb, fühlen sich viele Menschen in ihrem Zuhause nicht mehr sicher. Doch jeder kann mit einigen einfachen Maßnahmen die Gefahr selbst verringern.
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Feuerwehrleute im Einsatz: Schon einfache Maßnahmen helfen, das Schlimmste zu verhindern.

Es ist Hochsommer. Die Nacht ist schwül. Ein fernes Grollen kündigt ein Gewitter an. Langsam wird es lauter und aus dem fernen Wetterleuchten werden gut erkennbare Blitze. Der Wind frischt auf, und es beginnt, heftig zu regnen. Plötzlich wird es wieder hell und der Donner ertönt direkt über dem Haus. Wieder ein Blitz, dann ein Knall. Kurz darauf piept der Rauchmelder. Der Blitz hat im Haus eingeschlagen. Genauer gesagt im Schornstein und wurde durch eine elektrische Leitung über die Heizungsanlage in den Boden abgeleitet. Glücklicherweise hat der Rauchmelder den Schwelbrand der Leitung im Dachgeschoss bemerkt und dadurch die Bewohner geweckt.

Brände und Explosionen nehmen laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zu. Dabei spielen oft keine spektakulären Blitze die Hauptrolle, sondern kaputte Haushaltsgeräte oder marode Gasleitungen. „Wir stellen in regelmäßiger Häufigkeit fest, dass im Privatbereich verwendete Produkte Fehler aufweisen, die immer wieder auch auf Serienfehler hindeuten“, sagt Hans-Hermann Drews, Geschäftsführer des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung gegenüber dem GDV. „Das betrifft Groß- und Kleingeräte gleichermaßen, unabhängig davon, ob Billig- oder Markenartikel. Wir entdecken durch unsere Arbeit vor allem Fehler, die einen Brand verursachen können. Darum weisen wir verstärkt darauf hin, dass ein technisches Gerät mit einem Prüfsiegel eine deutlich höhere Sicherheit bietet als ohne.“ GS, TÜV oder VDE seien Prüfsiegel, die eine Mindestanforderung in Punkto Sicherheit an ein Gerät stellen.

„Schäden, die durch Brände, Blitze, Stürme oder Überschwemmung entstehen, gehören ebenso wie Einbrüche zu den Erfahrungen, vor denen die Menschen am meisten Angst haben. Bedroht es doch ihr Zuhause, das für Sicherheit und Zuflucht steht“, meint Christian Waldheim, Key Account Manager Maklervertrieb Ost der Oberösterreichischen Versicherung. Doch nicht alle Risiken eines Haushalts sind so elementar wie die, die durch Naturgewalten verursacht werden. „Auch Schäden, die in unserer technischen und vernetzen Welt durch Überspannung oder Cyber-Probleme, zum Beispiel durch Phishing der Identitäts- oder Bankdaten entstehen, können schnell mit hohen Kosten verbunden sein“, sagt Waldheim.  

Dabei gibt es laut dem Versicherungsexperten viele einfache Aktionen, die das Schlimmste verhindern helfen. „Rauchmelder sind eine mittlerweile ja auch gesetzlich vorgeschriebene Maßnahme, um bei Bränden rechtzeitig reagieren zu können“, so Waldheim. „Gegen Sturmschäden und Hochwasser kann der Einzelne recht wenig tun, aber um etwa unerlaubte Zugriffe auf persönliche Daten im Netz zu verhindern, gilt die ganz einfache Regel, niemals eine E-Mail von einem unbekannten Absender zu öffnen und nie vermeintlichen Bank- oder Paypal-E-Mails zu folgen, die zu einer Verifizierung der Kontodaten auffordern“, so Waldheims Warnung. Auf diese Weise werden die vertraulichen Informationen ausgespäht.

Neben den Angriffen aus dem Netz steigt auch die Zahl der Wohnungseinbrüche. Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 meldet für 2015 mehr als 167.000 Diebstähle aus Wohnungseinbrüchen. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2014.

Viele nützliche Tipps zur Einbruchsicherung gibt’s unter www.k-einbruch.de, der Webseite der Einbruchschutzkampagne K-Einbruch. Denn wie leicht und einfach Einbrecher in das Zuhause gelangen, zeigt „Die Elster – Ein Profi-Einbrecher packt aus“ auf humorvolle und gleichzeitig erschreckende Weise. In mehreren Kurzfilmen des Regisseurs und Filmemachers Maximilian Feldmann plaudert „Die Elster“, alias Peter Trabner, aus dem Einbruchsnähkästchen.

Doch ein paar einfache Regeln der Polizei, die kein oder kaum Geld kosten, schützen das Eigentum: Beim Verlassen des Hauses – auch nur für kurze Zeit – unbedingt die Haustür abschließen, am besten zweimal. Immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren verschießen. Nie Fenster auf der Kippstellung lassen, denn gekippte Fenster sind offene Fenster. Niemals draußen einen Ersatzschlüssel verstecken, weil Einbrecher jedes Versteck finden. Beim Verlust des Schlüssels den Schließzylinder auswechseln. Aufmerksam sein in der Nachbarschaft und auf Fremde achten. Bei verdächtigen Beobachtungen lieber die Polizei verständigen. Und: Nie Hinweise auf eine Abwesenheit zum Beispiel in sozialen Netzwerken oder auf dem Anrufbeantworter geben.

Darüber hinaus rät die Polizei zu mechanischen Sicherungen der Fenster und Türen sowie zu einer Einbruch- und Überfall-Meldeanlage. Seit Ende 2015 unterstützt die Bundesregierung Maßnahmen zur Einbruchsicherung durch Förderung über Zuschüsse, die bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Anspruch genommen werden können. Je nach Höhe der Investitionskosten, für zum Beispiel den Einbau einer Alarm- oder Gegensprechanlage, den Einbau oder die Nachrüstung von einbruchhemmenden Türen sowie das Nachrüsten von Fenstern, schießt der Staat mindestens 200 Euro und höchstens 1.500 Euro dazu.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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