Altersvorsorge und Kapitalaufbau

Deshalb sind Zielsparfonds eine Alternative zu Versicherungen

Gerade zur Altersvorsorge setzen deutsche Sparer vor allem auf die Klassiker – Sparbücher, Tagesgeld und Versicherungen. Doch diese werfen oft nur Niedrigrenditen ab, meint Christian Petter, Geschäftsführer Deutschland, Österreich, Schweiz und Osteuropa bei BNP Paribas Investment Partners. Dringend gesucht sei daher eine Anlageform, die Kapitalschutz und Wachstumspotenzial vereine. Inwiefern Zielsparfonds hier infrage kommen können, erklärt Petter in seinem Gastbeitrag.
© BNP Paribas
Christian Petter, BNP Paribas Investment Partners

Die Deutschen stecken in der Vorsorgefalle: Die staatliche Rente reicht allenfalls zur Grundsicherung, darum wird individuelle Vorsorge immer wichtiger. Doch gerade jüngere Anleger haben aufgrund fehlender Zinsen und Zinseszinsen große Mühe, einen Kapitalstock aufzubauen, weil sie ihr Geld oft in wenig rentable, aber vermeintlich sichere Sichteinlagen der Banken stecken. Mit schwerwiegenden Folgen: Laut einer Studie der DZ Bank sind den deutschen Sparern seit Beginn der Euro-Krise vor fünf Jahren insgesamt 190 Milliarden Euro an Zinsen entgangen.

Auch klassische Anlageformen zur Altersvorsorge wie Renten- und Lebensversicherungen werfen kaum noch etwas ab: Der Garantiezins für Neuverträge sank mit dem Lebensversicherungs-Reformgesetz LVRG zum 1. Januar 2015 auf nur noch 1,25 Prozent. Als einer der ersten Anbieter gab die Generali im Mai 2015 bekannt, sie ziehe sich ganz aus dem Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen zurück und bietet in Neuverträgen gar keinen Garantiezins mehr an. Andere Versicherer dürften diesem Beispiel folgen. Anlegern bleibt so von ihrem Geld fürs Alter nur wenig übrig.

Wohl dem, der Aktien hat

Diese Entwicklungen zwingen Sparer also praktisch dazu, andere Wege zur Geldanlage zu finden. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen lohnt sich die Beteiligung am Aktienmarkt, denn Aktien sind derzeit die einzige Anlageform, die noch auskömmliche Renditen bietet. Die traditionell eher vorsichtigen Anleger hierzulande tun sich damit jedoch schwer. Nur etwa 10 Prozent des privaten Geldvermögens in Deutschland steckt in Aktien – nicht einmal die Hälfte des Anteils, den private Haushalte in anderen Ländern Europas halten.

Einer der Gründe: Aktien unterliegen Kursschwankungen und Anleger befürchten, sie setzen damit Teile ihrer Altersvorsorge unnötig aufs Spiel. Doch je länger der Anlagehorizont ist, desto eher können solche Schwankungen ausgeglichen werden. Dieses Prinzip zeigt sich in der Faustformel, die empfiehlt, sich bei einem Engagement in Aktien am Lebensalter zu orientieren (Aktienquote = 100 minus Lebensalter).

Nur: Die Umsetzung dieser Formel stellt viele, gerade unerfahrene Anleger vor große Herausforderungen, angefangen von der Auswahl der Einzeltitel bis zur laufenden Anpassung der Aktienpositionen an Vermögensentwicklung und Lebensalter. Für sie sind die sogenannten Zielsparfonds eine Möglichkeit, um planbar, sicher und ertragreich – auch in Aktien – zu investieren.

Die Idee der Laufzeitfonds: einfach planbar vorsorgen

Zielsparfonds sind Mischfonds, die ihre Zusammensetzung der zuvor festgelegten Laufzeit anpassen. Das Prinzip: Je weiter der voraussichtliche Kapitalabruf entfernt ist, desto mehr sind die Fonds in etwas riskantere, renditestarke Anlageformen engagiert. Über die Laufzeit schichten sie in risikoärmere und festverzinsliche Anlagen um. Zielsparfonds, auch Laufzeit-, Life-Cycle- oder Targetfonds genannt, wurden vor allem für Langzeitsparer entwickelt, die damit für größere Anschaffungen, die Ausbildung der Kinder oder die eigene Altersvorsorge sparen wollen.

Die Idee der Zielsparfonds ist nicht ganz neu: Schon früh entwickelte die Fondsindustrie Laufzeitfonds mit vergleichbarem Ansatz – als guten Mittelweg zwischen Sicherheit und Rendite. Diese Angebote früherer Prägung waren ebenfalls mit festem Zieldatum versehen und investierten zu Beginn ihres Lebenszyklus in Aktien und dann in Rentenpapiere, um so das investierte Kapital und erzielte Gewinne zum Laufzeitende abzusichern. Je nach Konzept versprachen sie bis zu 100 Prozent Kapitalschutz.

Nur: Bei starkem Rückgang der Aktienkurse mussten die Fonds ihr Geld von den Börsen abziehen, um diese Garantien abzusichern. So gingen die Fonds in die Cash-Lock-Falle, zum Laufzeitende war kein weiterer Wertzuwachs mehr möglich, denn alles Kapital steckte in Geldmarktpapieren fest.

Garantie und Chancen – im richtigen Verhältnis

Der Grundgedanke der Laufzeitfonds ist nach wie vor richtig. Die Fonds neuerer Prägung setzen jedoch, statt auf eine 100-Prozent-Absicherung, auf eine akzeptable Teilgarantie. Die Laufzeitfonds der Easy-Future-Reihe von BNP Paribas Investment Partners zum Beispiel sichern den Anlegern eine Mindestgarantie je nach Laufzeit zu: Bei den Langläufern sind es mindestens 70 Prozent der Einlage. Bei kürzeren Laufzeiten ist die Quote noch höher: Sie steigt bis auf 95 Prozent, die die Anleger bei Fälligkeit ihres Fonds in jedem Fall erhalten. Die Auszahlung dieses Wertes garantiert der Mutterkonzern BNP Paribas S.A..

Der Verzicht auf eine 100-prozentige Garantie ist der entscheidende Unterschied zu früheren Konzepten, ein Kompromiss zwischen Sicherheitsbestrebungen zugunsten der Anleger und der Chance auf Mehrerträge.

Ein weiterer Sicherheitsaspekt ist die vergleichsweise konservative Anlagestrategie. So wird bei Auflage der Fonds etwa drei Viertel des Fondsvermögens in risikoarme Wertpapiere investiert. Zum Ende der Laufzeit steigt dieser Wert noch auf bis zu 95 Prozent an, nur den restlichen Teil der Anlegergelder nutzen die Fondsmanager für vielversprechende, risikoreichere Asset-Klassen.

Laufende Erträge aus diesen Investments sowie steigende Zinsen am Kapitalmarkt können die garantierten Auszahlungen weiter erhöhen: Bei 2 Prozent Zinsen etwa und einer Laufzeit bis 2043 steigt die Garantie auf rund 97 Prozent, bei 4 Prozent Zinsen sogar bis auf rund 176 Prozent.

Mehr Flexibilität, weniger Verpflichtung

Auch in Sachen Flexibilität haben die Zielsparfonds das Argument auf ihrer Seite: Anleger können in ihren Fonds regelmäßig über einen Sparplan oder ganz flexibel so oft und so viel investieren, wie sie es wünschen. Damit passen sie sich den Lebensumständen der Anleger besser an als andere private Vorsorgemodelle. Das nimmt der Entscheidung, privat fürs Alter vorzusorgen, ein Stück der langfristigen Tragweite, die viele Menschen bei einem Versicherungsvertrag zögern lässt.

Aktuell umfasst die Fonds-Reihe von BNP Paribas Investment Partners acht Fonds mit folgenden Fälligkeiten: 2018, 2021, 2023, 2026, 2028, 2033, 2038 und 2043. So findet jeder Anleger den für ihn passenden Fonds: Wer also zum Beispiel 2044 in Rente gehen möchte, dem empfiehlt sich der 2043 fällige Teilfonds. Und bei Bedarf können Anleger ihre Anteile jederzeit zum tagesaktuellen Anteilspreis zurückgeben. Im Notfall kommen Anleger so schnell und einfach an ihr Geld.

Zielsparfonds sind also eine gute Möglichkeit, um für den Ruhestand oder andere konkrete Ziele zu sparen und ermöglichen sicherheitsorientierten Anlegern eine flexiblere Vorsorge als mit Versicherungen.

Über den Autoren: Christian Petter ist Geschäftsführer Deutschland, Österreich, Schweiz und Osteuropa bei BNP Paribas Investment Partners, dem Asset Manager der BNP Paribas Gruppe.

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