Auswirkungen des LVRG

Verlagerung von Abschluss- zu Bestandscourtagen bleibt noch aus

Hat das Lebensversicherungsreformgesetz die private Altersvorsorge durchsichtiger und lukrativer für Verbraucher gemacht? Nö, meint die Mehrheit der Makler. Bei sich selbst haben die unabhängigen Vermittler aber zum Teil deutliche Auswirkungen festgestellt. So gibt etwa jeder fünfte Makler sehr hohe Einkommenseinbußen durch Provisionssenkungen an.
© Maklermanagement.ag
Mehr als drei Viertel der Versicherer haben die Abschlussprovisionen gesenkt.

Zwei Jahre ist es her, dass das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) in Kraft getreten ist. Ein Ziel war der Verbraucherschutz. Hat das LVRG das erreicht. Eher nicht. 82 Prozent der Makler können nicht bestätigen, dass das LVRG Altersvorsorgeprodukte für Verbraucher wieder attraktiv gemacht hat. Darüber hinaus führt das Gesetz für 73 Prozent der Befragten auch nicht zu mehr Gerechtigkeit für Verbraucher. Eine bessere Vergleichbarkeit ist aus Maklersicht ebenfalls nicht festzustellen (77 Prozent).

Das zeigt die Online-Maklerbefragung „Vermittler-Puls 2016“ der Vertriebsservice-Gesellschaft Maklermanagement.ag. Danach rechnen 60 Prozent der Makler in diesem Jahr damit, weniger Lebens- und Rentenversicherungen zu verkaufen. Jeder zweite Makler stellt fest, dass sich das Absatzpotenzial von Altersvorsorgeprodukten verschlechtert hat.

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Was machen die Makler also? Sie schwenken um. 41 Prozent wollen verstärkt biometrische Produkte anbieten (2015: 38 Prozent). Ganze 90 Prozent der Befragten geben an, sich auf Sachversicherungen konzentrieren zu wollen.

Und wie hat das LVRG die Makler getroffen?

Bei Vergütung (86 Prozent, 2015: 85 Prozent) und Stornohaftung (82 Prozent, 2015: 78 Prozent) stellen die Makler eine Verschlechterung fest. Von einer massiven Konsolidierungswelle bei Vermittlern gehen 70 Prozent der Makler aus (2015: 77 Prozent).

An der Abschlusscourtage geschraubt, haben 77 Prozent der Versicherer (2015: 64 Prozent). Davon haben 35 Prozent der Gesellschaften um bis zu 10 Promille reduziert (2015: 27 Prozent) und 42 Prozent um mehr als 10 Promille (2015: 37 Prozent). Ist die Bestandprovision dafür gestiegen? Bei 47 Prozent der Versicherer ist das der Fall. Um mehr als einen Prozentpunkt erhöhten 12 Prozent der Gesellschaften (2015: 11 Prozent).

„Abschlussprovisionen wurden stärker gesenkt als Bestandsprovisionen im Gegenzug erhöht wurden“, sagt Jürgen Riemer, Vorstand der Maklermanagement.ag. Und weiter: „Echte Erhöhungen bei Bestandsvergütungen, um gesunkene Abschlussprovisionen zu kompensieren, gab es nur bei 12 Prozent der Gesellschaften. Eine klare Verlagerung von Abschluss- zu Bestandscourtagen lässt auch in diesem Jahr noch auf sich warten.“

Bei den Haftungszeiten haben 34 Prozent der Lebensversicherer nichts verändert, 66 Prozent von ihnen haben um 12 bis zu 60 Monate und mehr verlängert.

Die Veränderung bei den Provisionen hat dazu geführt, dass fast jeder fünfte Makler sehr hohe bis hohe Einkommenseinbußen feststellt, jeder zweite dagegen nur geringe bis keine. Mit der Größe des Maklerbüros steigt der Anteil derer, die kaum Einkommenseinbußen spüren.

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