Katerina Jacob, eine bekannte deutsche Schauspielerin, die seit über 50 Jahren erfolgreich dreht, zeigt sich in einem Interview schockiert über ihre Rente: „Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich im Laufe der Jahre 800.000 Euro in die Rentenkasse eingezahlt und jetzt nur Anspruch auf 1.435 Euro Rente habe, einfach weil wir Schauspieler mit unseren langen Zeiten, in denen wir nicht drehen, nicht auf die geforderten Punkte kommen“, sagte sie kürzlich laut Medienberichten fassungslos in einem TV-Interview.
Die Schauspielerin kritisiert, dass die Deutsche Rentenversicherung die unregelmäßigen Arbeitszeiten von Schauspielern nicht genügend berücksichtigt. Jacob selbst hat frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um sich finanziell abzusichern. Durch Investitionen in Immobilien hat sie sich laut eigenen Angaben eine stabile finanzielle Basis fürs Alter geschaffen.
Mittlerweile hat der „Focus“ nachgerechnet und stellt dabei fest, dass sich Katerina Jacob bei der eingezahlten Summe geirrt haben muss. Denn um 1.435 Euro Rente zu bekommen, bräuchte sie 36,5 Rentenpunkte. Und die soll sie mit 800.000 Euro erworben haben? Unmöglich, so das Urteil.
Würden die 800.000 Euro tatsächlich stimmen, müsste die Rente knapp 3.700 Euro betragen. Sogar die Deutsche Rentenversicherung hat sich zum Sachverhalt geäußert und widerspricht den von Jacob angeführten Zahlen.
Doch auch wenn die Zahlen insgesamt nicht stimmen, ändern sie an einem grundlegenden Problem nichts: Auch oder sogar vor allem Schauspieler müssen vorsorgen, wenn sie nicht in die Altersarmut rutschen wollen.
Mit ihrer gesetzlichen Rente liegt Katerina Jacob übrigens knapp unter dem deutschen Durchschnitt.
Und viele erhalten noch deutlich weniger. In einem Beispiel der Deutschen Rentenversicherung erhält ein Lagerarbeiter, der 34 Jahre gearbeitet hat, inklusive des 2021 eingeführten Grundrentenzuschlags 759 Euro. Das berichten die Volkswirte Sven Ebert und Gunther Schnabl vom Flossbach Research Institute in ihrem Gastbeitrag.
Das führt aus der Sicht der Volkswirte dazu, dass insbesondere Menschen mit geringen Einkommen wenig Anreize verspüren, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, wenn sie mit eigenen Beiträgen nicht viel mehr als die Grundsicherung im Alter (derzeit 563 Euro plus Wohnkosten) erreichen.
Für ihre Renten-Reeform-Vorschläge orientieren sich die Volkswirte unter anderem an Ländern wie Kanada oder Schweden. Den kompletten Gastbeitrag finden Sie hier.
Was die einzelnen Parteien laut ihrer Wahlprogramme für die Reform der gesetzlichen Rente planen, können Sie hier nachlesen.
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3 Antworten
Ich finde es schockierend, dass die Angaben von Frau Jacob mit keinem Wort hinterfragt werden, sie sind nämlich offensichtlich unzutreffend. Das bekommt sogar der Focus besser hin: https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/mini-rente-obwohl-800-000-euro-eingezahlt-rechnung-von-katerina-jacob-passt-nicht_9163d465-2582-40aa-bb26-e828980efb7e.html
Das ist ein guter und wichtiger Hinweis, vielen Dank! Wir haben einen entsprechenden Teil nachträglich eingefügt.
Guten Tag, wenn dieses so stimmt, kann man dieses sicherlich auch belegen.
Alleine um hier Aufmerksamkeit zu bekommen….
Wo sind die Fakten? Rentenbescheid?