Würde der Markt ein digitales Sachversicherungsprodukt akzeptieren und wie groß wären seine Chancen gegenüber einer klassischen Papierversicherung? So lautete die Ausgangsfrage für eine Studie der Unternehmensberatung Basycon. Auch wollte sie herausfinden, wie ein solches Produkt die beste Kundengunst erreicht, d.h. welche Funktionen beim Kunden gut ankommen und welche nicht.
Den potenziellen Käufern präsentierten die Analysten zwei Produkte: Ein klassisches des Versicherers „Renommiert AG“ und ein digitales der Firma „Taufrisch“. Den Befragten wurden unterschiedliche Kombinationen aus Versicherer, Preis und Digital- bzw. Papierprodukt präsentiert. Es zeigte sich, dass 79 Prozent der Befragten eine digitale Versicherung der klassischen vorziehen würden. 32 Prozent von ihnen, wenn sie günstiger wäre und sogar 47 Prozent würden sich bei einem höheren oder gleichen Preis für „digital“ entscheiden.
Nur 21 Prozent lehnten die digitale Versicherung komplett ab. Es zeigt sich, dass renommierte Versicherer bei gleichem Preis mit einer digitalen Variante einen Marktvorteil besitzen, der jedoch sofort schwindet, sobald ein weniger anerkannter Bewerber günstiger anbietet.
Eine digitale Versicherung bietet Potenzial, Geld zu verdienen, Kosten einzusparen, sich ein innovatives Image zu schaffen und so neue Marktanteile zu gewinnen, heißt es in der Studie weiter.
Selbst eine sehr einfache Version der Digitalversicherung, die lediglich aus digitaler Police, SOS-Funktion, Unfallassistent, Schadensmeldung sowie Selfservice für Adressänderungen besteht, führte bei 44 Prozent der Befragten dazu, dass sie der digitalen Variante als App oder mobile Website den Vorzug geben. Die vollen Vorteile der „digitalen Nähe“ zum Kunden bietet jedoch nur eine installierte App.
Die Analyse der Kundenresonanz auf 41, detailliert in der Studie spezifizierte Einzelfunktionen, ergab, dass insbesondere Convenience (papierlos, immer zur Hand, komfortable Omnichannel-Kommunikation), Autonomie (modularer, flexibler Schutz, den die Kunden selbst angleichen können), Transparenz (einfache Visualisierungen des bestehenden Schutzes) und Ratgeber für Reisen und im Schadensfall besonders geschätzt werden. Auf weitgehend positive Resonanz stößt auch die Möglichkeit, Angebote über Zusatzversicherungen für Mobilität, Reise und Produkte direkt beim Versicherer einzuholen und dann abzuschließen. Andere Funktionen wie situative Angebote im „Push“, versicherungsfremde Zusatzfunktionen oder auch ein Berater-Rating werden weniger positiv bewertet.
Die Macher der Studie kommen zusammenfassend zu dem Ergebnis, dass bereits ein wenig komplexer Bauplan einer digitalen Versicherung „das Zeug zum Erfolgsrezept“ haben kann.
Beratung bleibt wichtig
Und schließlich, so die Studie, sei Beratung trotz aller Digitalisierung nach wie vor ein wichtiges Kriterium beim Abschluss einer Sachversicherung. 71 Prozent der Befragten wünschten sie, 46 Prozent von ihnen sogar in einem persönlichen Treffen. Dabei gab es allerdings einen Trend weg vom persönlichen Gespräch hin zu Remote-Kanälen wie Telefon, Chat und Video-Chat bei der Gruppe derjenigen, die vorab als „hochdigital“ eingestuft wurden.
Die über 200 Seiten umfassende Studie wurde im Juli 2016 im deutschen Raum mit über 1.000 Befragten durchgeführt. Die Ergebnisse sind demografisch aufgeschlüsselt und in über 150 Schaubildern dargestellt. Das Exposé kann von der Homepage der Basycon Unternehmensberatung heruntergeladen werden. Eine persönliche Einzellizenz kostet 495 Euro, eine Unternehmenslizenz 995 Euro und eine Konzernlizenz 1.995 Euro, jeweils netto zuzüglich Mehrwertsteuer. Die Studie kann direkt beim Autor per Email (thomas.worbs@basycon.com) bestellt werden. Sie wird ausschließlich elektronisch als PDF-Datei ausgeliefert.
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