Rund 28 Prozent der Deutschen rauchen. Das zeigten im vergangenen Jahr die Daten einer Befragung der Stiftung Gesundheitswissen gemeinsam mit dem Hanover Center for Health Communication im „Health Information National Trends Survey Germany“. Demnach hat knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) in ihrem bisherigen Leben mindestens 100 Zigaretten geraucht. Bei den Männern beträgt der Anteil 56 Prozent und bei den Frauen 42 Prozent.
Und dabei weiß jeder: Rauchen schadet der Gesundheit. Zigaretten können Krebs verursachen. Die Atmung sowie Geruchs- und Geschmackssinn sind beeinträchtigt. Das bemerkt man allerdings in der Regel erst, wenn man ein paar Tage ohne Zigarette geschafft hat.
„Rauchen ist nach wie vor der wichtigste vermeidbare Krebsrisikofaktor, die Tabakkontrolle hat daher enormes Potenzial für die Krebsprävention“, sagt Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Im Dezember 2020 veröffentliche das DKFZ eine neue Ausgabe des Tabakatlas. Damit sollen, so Baumann, die Öffentlichkeit und die Medien auf den neuesten Stand der Wissenschaft gebracht und politische Entscheidungsträger zum Handeln veranlasst werden.
Etwa 85.000 Krebsfälle durch das Rauchen wurden laut DKFZ im Jahr 2018 diagnostiziert. Etwa 127.000 Menschen starben an den Folgen des tabakbedingten Krebses. Das entspreche 13,3 Prozent aller Todesfälle. So verlieren Raucher durchschnittlich zwischen sieben und zehn Lebensjahre durch ihre Sucht.
Und Rauchen wirkt sich zudem, so zeigt es der Tabakatlas 2020 ebenfalls, auf die Gesellschaft und die Umwelt aus. Die durch das Rauchen verursachten Kosten betragen demnach jährlich 97 Milliarden Euro. Der ökologische Fußabdruck der weltweiten Tabakproduktion entspricht einer ähnlich großen Menge klimaschädlicher Gase wie Österreich.
Die persönlichen Kosten des Rauchens sind ebenfalls beachtlich. Wer eine Schachtel mit 20 Zigaretten pro Tag für 7 Euro die Schachtel konsumiert, gibt dafür 2.555 Euro im Jahr aus. Bei 10 Zigaretten pro Tag sind es bereits fast 1.300 Euro – und das jedes Jahr.
Die Kombination aus teuer und gesundheitsschädlich bringt viele Raucher im Laufe der Zeit dazu, das bisweilen ungeliebte Laster aufgeben zu wollen. Zwar gibt es diverse Mittelchen, die hier helfen können, doch letztlich hängt alles vom eigenen Willen ab. Wer sich dabei vor Augen führt, warum das Aufhören sinnvoll ist, kann sich daran in schwachen Momenten halten. Eine Art Belohnung, die von dem ersparten Geld möglich wird, kann zusätzlich motivierend wirken.
Nikotinersatzmittel wie Pflaster oder Kaugummi können die körperlichen Symptome des Entzugs für die erste Zeit erträglich machen. Auch das Reduzieren des täglichen Konsums kann ein Weg aus der Sucht sein. Seit einigen Jahren erobern zudem die E-Zigaretten den Markt. Dieses sogenannte Dampfen soll den Übergang ebenfalls erleichtern.
Seite 2: Erste Effekte beim Nichtraucher zeigen sich schnell
Auch mit Akupunktur oder Hypnose schaffen es Raucher, ihre Sucht hinter sich zu lassen. Technologische Hilfe versprechen einige Apps. Die kleinen Programme wollen ebenfalls den Weg des künftigen Nichtrauchers begleiten und erfolgreich zum Abschluss bringen. Selbst Medikamentengestützte Maßnahmen sind möglich, müssen allerdings von den Krankenkassen aktuell nicht übernommen werden.
Und zu guter Letzt kann eine Verhaltenstherapie dabei helfen. Sind es doch oft die Routinen, wie die Zigarette zum Kaffee oder als kleine Pause zum Schnack mit den Arbeitskollegen, die viele in bestimmten Situationen zur Zigarette greifen lassen. Die Krankenkassen müssen ihre Versicherten zwar grundsätzlich unterstützen, bieten bisher aber lediglich Nichtrauchertrainings an oder übernehmen die Kosten für solch ein Seminar.
„Erste Effekte beim Nichtraucher zeigen sich schnell“, betont Joachim Haid. „So normalisieren sich Puls und Blutdruck bereits innerhalb der ersten halben Stunde nach einer Zigarette. Nach ein paar Stunden sinkt der Gehalt von Kohlenmonoxid im Blut und die Aufnahme von Sauerstoff wird besser“, so Haid. Nach rund einem Tag senke sich bereits das Risiko für einen Herzinfarkt. Selbst Raucher, die bereits einen Infarkt hinter sich haben, haben demnach bessere Überlebenschancen, wenn sie das Laster aufgeben.
Nach ein paar Tagen werde die Atmung leichter und Gerüche sowie der Geschmack werden wieder intensiver. „Ein paar Wochen nach der letzten Zigarette erholen sich die Bronchien und die Lunge. Der Raucherhusten nimmt ab“, beschreibt der angehende Heilpraktiker Haid weiter. „Bereits nach einem Jahr Rauchfrei verringert sich das Risiko für koronare Herzerkrankungen und weitere vier Jahre später verringern sich die Risiken für einige Krebserkrankungen sowie für den Schlaganfall. Nach rund zehn Jahren hat sich das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken im Vergleich zu einem Raucher halbiert“, sagt Haid.
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