Immer mehr Versicherte in Zahlungsschwierigkeiten

Wenn die Krankenversicherung zu teuer wird

Der Verband der privaten Krankenversicherer hat seine Geschäftszahlen veröffentlicht. Sie zeigen, dass mehr Zusatzverträge abgeschlossen werden, der Bestand an Vollversicherungen aber zurückgeht. Stark gestiegen ist vor allem die Zahl der Mitglieder im Notlagentarif.
© Panthermedia
Eine ältere Dame muss ihr Geld zählen: Die PKV wird anscheinend einigen Versicherern zu teuer. Sie müssen dann in den Notlagentarif wechseln.

Die Zahlen zeigen es, die Prämien in der privaten Vollversicherung sind 2014 nur moderat gestiegen. Sie nahmen um 0,8 Prozent auf 36,3 Milliarden Euro zu (wir berichteten). Umso erstaunlicher ist es, dass sich offenbar immer weniger Versicherte ihre Beiträge leisten können, berichtet das Versicherungsmagazin.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt warum: Im Basistarif, der in etwa den gesetzlichen Leistungen entspricht, waren im vergangenen Jahr 28.700 Personen versichert. Das sind nicht besonders viele, dennoch stieg die Anzahl der dort Versicherten um 7,5 Prozent. Dieser Tarif steht allen Privatversicherten offen, die ihre Prämien senken müssen. Es gilt ein Höchstsatz, der dem der gesetzlichen Krankenkasse entspricht.

Alarmierender sind die Zahlen im Notlagentarif. Ihn führte der Gesetzgeber vor zwei Jahren ein, um Versicherte, die sich in akuten Zahlungsschwierigkeiten befinden, eine Möglichkeit zu bieten, dennoch ihren Versicherungsschutz zu erhalten. Derzeit sind dort 114.400 Personen versichert. Das entspricht einer Steigerung gegenüber 2013 um 22,35 Prozent.

Die Leistungen in diesem Tarif umfassen – ausgenommen für Kinder und Jugendliche – nur die Behandlungskosten für akute Erkrankungen und Schmerzpatienten. Ebenso sind Leistungen für Schwangere und Mütter abgedeckt. Der Versicherte kann den Tarif wieder verlassen und in seinen ursprünglichen zurückkehren, sobald er seine Schulden beglichen hat.

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