GKV

Der Murks mit der elektronischen Gesundheitskarte

Es war alles so schön geplant: Im Sommer 2018 sollte jeder Arzt hierzulande ein Lesegerät für die neue elektronische Gesundheitskarte in seiner Praxis stehen haben. Aber daraus wird wohl nichts. Denn es gibt Lieferprobleme bei den Geräten. Hier kommen die Details.
© dpa/picture alliance
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gibt am Rande des Deutschen Ärztetags ein Interview: Bei seinem Projekt „Elektronische Gesundheitskarte“ hakt es derzeit.

Eigentlich sollten am 1. Juli 2018 alle Arztpraxen in Deutschland ein Lesegerät für die neuen Gesundheitskarten mit Foto und Chip haben. Das wird wohl aber nicht der Fall sein. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, haben die Spitzenverbände der Ärzte, der Krankenkassen, Kliniken und Apotheker verkündet, dass die Zeit nicht ausreicht, um eine flächendeckende Ausstattung sicherzustellen.

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Für Ärzte ist das pikant, denn wenn die Frist verstreicht und kein Lesegerät da ist, wird den Ärzten eigentlich ihre Vergütung gekürzt. Das Bundesgesundheitsministerium unter Hermann Gröhe pürft nun, ob eine Fristverlängerung infrage kommt.

Warum hakt es aber? Eigentlich sollten zwei Unternehmen – die Compugroup und die Telekom-Tochter T-Systems – die Lesegeräte bereitstellen. Erstere bekam laut SZ-Bericht die Zulassung auch im November 2016. T-Systems allerdings nicht. Nun können Ärzte also nur bei einem statt zwei Unternehmen ihr Lesegerät bestellen. Und: Da die Compugroup nun eine Monopolstellung in diesem Markt hat, kann sie die Preise festlegen, wie sie will – was das Ganze für Ärzte deutlich verteuern kann.

Inzwischen ist aber ein weiteres Unternehmen – die österreichische Firma Research Industrial Systems Engineering – damit beauftragt worden, die Lesegeräte zu bauen – ab Frühling 2018 sollen sie geliefert werden können.

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