Natürlich versteckt sich hinter dem Wort „Nachhaltigkeit“ eine für länger Zeit anhaltenden Wirkung. Mir persönlich gefällt aber auch die forstwirtschaftliche Wortbedeutung, nach der man nicht mehr Holz fällen darf, als jeweils nachwachsen kann. Im übertragenen Sinne bedeutet das für Vermittler von Versicherungen und Finanzprodukten, dass ein optimaler Schutz des Kunden ohne finanzielle Überforderungen genauso wichtig ist, wie die Vermeidung der lückenhaften Beratung und Vermittlung.
Besonders Berater und Makler, die ihre Kunden in finanziellen Fragen betreuen, sind seit längerem gut beraten, wenn eine nachhaltige Anlagestrategie den Vorzug vor kurzfristigem Aktionismus enthält. Es begeistert mich immer wieder, wenn ich Makler kennenlerne, die dazu auch regionale Aspekte in den Aufbau ihrer Kundenportfolios einbeziehen. Modellportfolios mit maritimem Touch wie „Halbe Kraft voraus“ oder „Im Dock“ zeigen beispielsweise bei einem Makler in Norddeutschland, wie man zu nachhaltigen Investments für seine Kunden steht.
Ausgearbeitete Nachhaltigkeitskriterien und das entsprechende Research werden so auch zu besonderen Assets der eigenen Arbeit als Finanzberater oder Finanzberaterin. Das sind Ideen oder neudeutsch USPs, die den Makler auch vom Markt abheben und unterscheiden.
Dabei geht es bei diesem Beispiel nicht nur um ein langfristiges Anlagekonzept, das für den Kunden dann zu den gewünschten Anlageergebnissen führt. Die Berücksichtigung individueller Wertvorstellungen und Anlagekriterien geht noch deutlich weiter und kann das regionale Image des Vermittlers prägen.
Bereits seit Ende der 1990er Jahre sind die Pioniere der nachhaltigen Geldanlage in Deutschland unterwegs. Es wurde eine Philosophie der Abgrenzung von konventionellen Sparanlagen, Finanzprodukten und Versicherungen erarbeitet, die Nachhaltigkeit durch höchstmögliche Transparenz, Sicher und Rentabilität sichert. Und solche Modelle überzeugen Kunden, wenn der Kunde versteht, wo und wie sein Geld angelegt wird.
Immer mehr Menschen wollen, dass ihr Geld so angelegt wird, dass es der eigenen Zukunft und der unserer Gesellschaft guttut, soziale und ökologische Projekte gefördert werden. Und ähnliche Maßstäbe werden auch immer mehr von Versicherungen gewünscht. Die Nachfrage und das Angebot nach „grünen“ Versicherungsprodukten haben seit Jahren zugenommen. Inzwischen gibt es auch Neugründungen von Tochterunternehmen von Versicherern, die sich dem speziellen Thema widmen.
Eine ganze Reihe von Maklern haben sich den Themen Klima, Nachhaltigkeit und Ökologie verschrieben und präsentierten sich, als es diese in Vor-Corona-Zeiten noch gab, so auf Verbrauchermessen. Diverse Siegel ökologischer Brands zieren inzwischen auch manche Webseiten von Maklern. Auch in virtuellen Anlage- und Versicherungsberatungsgesprächen spielt das Thema eine immer größere Rolle. So garantieren Makler den Kunden, dass mit dem Abschluss von grünen Versicherungs- und Finanzprodukten auch ein ökologischer Beitrag geleistet wird.
Für die entsprechend motivierten Kunden dürfte nicht nur wichtig sein, dass pro Vertrag beispielsweise ein Baum gepflanzt wird, sondern dass die Versicherungsbeiträge auch in zertifizierte nachhaltige Kapitalanlagen fließen. Für ein „grüne“ Beratungsphilosophie oder ein klimaneutrales Maklerbüro kann aber noch mehr getan werden.
Es steht sicher außerhalb jeglicher Diskussionen, dass die Art und Weise unseres Wirtschaftens Einfluss auf unsere Lebensweise, die Gesundheit und die weltweite Ökonomie hat. In Deutschland wurde schon viel erreicht, wenn beispielsweise an den Wandel in der Energieversorgung oder die Gesundung der Flüsse und Seen gedacht wird. Doch jeder verantwortungsvolle Unternehmer kann im Rahmen des European Green Deal mehr tun.
Wie bei jedem anderen Unternehmen auch verursacht ein Maklerbüro im Alltag CO2-Emissionen. Diese gilt es dem auf Nachhaltigkeit orientierten Maklerunternehmen zunächst einmal zu erfassen und zu analysieren. Dabei helfen diverse Rechenmodelle im Web. Zu erfassen sind alle Emissionen wie Heizung, Strom, die Geschäftsreisen aller Mitarbeiter mit dem Auto, der Bahn, per Flieger oder öffentlichen Verkehrsmitteln, der Papierverbrauch und die gesamte Technik.
Die so entstandene CO2-Bilanz zeigt dann die Höhe der Emissionen auf und gibt Orientierung für Handlungsempfehlungen. Daraus resultierend kann der Wechsel des Stromanbieters hin zu Ökostrom, die Anschaffung einer Wallbox für Kunden mit einem E-PKW, die Optimierung der Aufwände für Kundenbesuche durch den Wechsel zur Online-Beratung oder die nun zu vollziehende vollständige Digitalisierung geprüft werden.
Allein schon die Fortsetzung der jetzt in der Pandemie gut entwickelten Online-Beratung auch in der Zukunft, kann für viele Kunden logischer und nachvollziehbarer gestaltet werden. Klimaneutrale Kundenberatung als Teil eines eigenen hohen Nachhaltigkeitsanspruchs wird so zu einem einfachen und wirksamen Beitrag für Klima- und Umweltschutz, den viele Kunden ja auch wollen.
Weitere Impulse zum Thema Nachhaltigkeit lieferte auch der Pfefferminzia Podcast „Die Woche“. Hier war Nachhaltigkeit das Schwerpunktthema für März. Hier können Sie sich die Folgen anhören.
Nachhaltigkeit als Bestandteil des eigenen Geschäftskonzeptes ist nur ein Beitrag zu einer wertedefinierten Anlage- und Risikoabsicherungsstrategie für Kunden. Den zweiten Beitrag für den Klima- und Umweltschutz haben wir dargestellt. Ein dritter Beitrag kann in der Wertsteigerung für Ihr Unternehmen sowie zur Gewinnung neuer und vor allem junger Kunden sein, die den Themen Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit besonders viel Aufmerksamkeit widmen.
Indem Sie die gesamte Wertschöpfungskette, den Workflow, in Ihrem Unternehmen nach ökologischen Gesichtspunkten gestalten, werden Sie zu wichtigen Schlussfolgerungen für Ihr Geschäftskonzept kommen, die wir auch in unsere Strategieberatungen einfließen lassen.
Es ist aus Sicht des Kundenservice, der Kundenbindung und auch der Schonung von Ressourcen wertvoller, die Kunden ganzheitlich zu beraten und zu betreuen. 1.000
Kunden mit jeweils ein oder zwei Verträgen sind eben nicht so nachhaltig zu betreuen wie 300 Kunden mit jeweils zehn Verträgen. Allein betriebswirtschaftlich werden Sie schnell nachhaltige Effekte bemerken, die sich sofort und auch zukünftig im Wert Ihres Unternehmens widerspiegeln. Die Kommunikation wird intensiver und damit der Aufwand pro Kunde kleiner. Positive Wirkungen auf die Kundenloyalität sind ebenso garantiert.
Die Umsetzung aller Möglichkeiten der Digitalisierung und Kommunikation ist auch für Maklerunternehmen wirtschaftlicher und effektiver. Denken Sie nur an herkömmliche Verwaltungsprozesse wie die Kundenakten, Courtageabrechnungen, Schadenaufnahmen und die Dokumentation. Digital geht alles schneller, spart Kosten und trägt so zu mehr Ertrag bei. Doch nicht nur die finanzielle Lage des Unternehmens wird besser. Digitalisierung stärkt auch die soziale Nachhaltigkeit. Flexible Arbeitszeiten und -orte für Ihre Mitarbeiter werden nur durch eine gute digitale Basis möglich und tragen dann auch zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei. Positive Wirkungen auf die Mitarbeiterloyalität sind dann natürlich auch zu erwarten.
Über die grundsätzliche Bedeutung von Maklerverträgen und Servicevereinbarungen habe ich hier bereits mehrfach geschrieben. Heute will ich das spezielle Augenmerk auf ein in die Maklerverträge aufgenommenes Geschäftsmodell richten. Wenn ein Makler oder Berater in seine Makler- oder Beraterverträge aufnimmt, dass er beispielsweise nur Versicherungs- oder Anlageprodukte vermittelt, die bestimmten ökologischen oder sozialen Gesichtspunkten entsprechen, dann besteht für Kunden auch in dieser Frage Transparenz.
So kann vermieden werden, dass beispielsweise ein „grünes“ Investment, das sich zwar mittelmäßig in der Rendite entwickelt aber unter ökologischen Gesichtspunkten gewinnt, nicht zum späteren Streitpunkt um Prozente wird.
Jeder der drei genannten Punkte hat Wirkungen auf den Wert des Bestandes oder Unternehmens. Verschaffen Sie sich deshalb zunächst einen Überblick über den Wert des eigenen Unternehmens. Dann erfahren Sie Impulse zur Wertsteigerung und Profilierung in den verschiedenen Bereichen der Nachhaltigkeit. Sei es durch betriebswirtschaftliche Ergebnisse oder durch ein Alleinstellungsmerkmal in der Region oder in der Sparte.
So wie im eingangs erwähnten Zusammenhang der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft, wird ein nachhaltiges Geschäftsmodell bei Vermittlern über die Kundenzufriedenheit immer auch Empfehlungen und somit Nachschub an Kunden, Erhalt der vorhandenen Kundenbeziehungen und somit Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens sichern.
Dafür wünsche ich viel Erfolg!
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