Alternativen zum BU-Schutz

So sichert man seine Arbeitskraft trotz Vorerkrankungen ab

Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft ist unbestritten eine der wichtigsten Versicherungen. Jeder sollte eine haben, aber nicht jeder bekommt eine. Für immer mehr Berufsgruppen ist der Schutz zu teuer. Darüber hinaus führen Vorerkrankungen oft zu Ausschluss, Zuschlag, Rückstellung oder zur Ablehnung. Welche Möglichkeiten es trotzdem zur Absicherung gibt.
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Ärztliche Untersuchung: Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck finden oft keinen günstigen BU-Schutz. Eine Alternative stellt die Absicherung über das Kollektiv dar.

Mit einem Ausschluss werden in der Berufsunfähigkeitsversicherung Krankheiten belegt, deren Auswirkung auf den Körper relativ einfach einzugrenzen ist. Ein kaputtes Knie zum Beispiel wird die Leistungsfähigkeit der Arme nicht direkt beeinflussen.

Ist nicht absehbar, wie sich die Vorerkrankung auf den Gesundheitszustand auswirken wird, arbeiten die Risikoprüfer mit einem Zuschlag. Ein erhöhter Body Mass Index (BMI) wäre hier ein gutes Beispiel. Der Vermittler sollte hier unbedingt darauf achten, dass der Zuschlag sich bei den einzelnen Versicherern verschieden berechnet. Meistens gilt der prozentuale Zuschlag auf den Risiko-, also den Bruttobeitrag. Das ist dann meist doch viel mehr, als zunächst erwartet. Liegen der Bruttobeitrag bei 100 Euro und der Zahlbeitrag bei 60 Euro, vermutet man bei einem Zuschlag von 100 Prozent einen neuen Zahlbeitrag von 120 Euro. Tatsächlich sind es dann aber 160 Euro.

Bei einer laufenden oder unlängst abgeschlossenen Behandlung wird der Antrag oft für ein paar Jahre zurückgestellt. Das ist an sich nichts anderes als eine Ablehnung. Diese spricht der Versicherer aus, wenn das Risiko aufgrund der Vorerkrankung oder der Kombination zweier Erkrankungen zu hoch ist oder der Schutz aufgrund von zu vielen, meistens drei und mehr, Ausschlüssen nicht mehr sinnvoll ist.

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Alternativen suchen

Es lässt sich dabei kaum pauschal sagen, welche Erkrankungen sicher zu einer Ablehnung führen werden. Es passiert immer wieder, dass schwerwiegende Krankheiten wie Diabetes manchmal versicherbar sind. Das ist abhängig vom Verlauf, der genauen Diagnose beziehungsweise dem Typ, der Erfahrung des Versicherers mit dieser Krankheit, manchmal auch mit dem ausgeübten Beruf und manchmal ist auch ein wenig Glück dabei.

Welche Lösungen gibt es aber nun? Die erste ist, in Anträgen nach Lücken zu suchen. Das funktioniert für gewöhnlich nur, wenn man Ausschlüsse vermeiden möchte, da schwere Erkrankungen in den meisten Fällen bestehen bleiben oder Nachsorgeuntersuchungen mit sich bringen. Dennoch lohnt es sich für Versicherungsmakler, sich eine Tabelle mit allen Gesundheitsfragen der gängigen BU-Versicherer am Markt anzulegen. So kann er schnell prüfen, ob die eigentlich anzugebende Krankheit bei irgendeinem Anbieter aus dem Abfragezeitraum fällt oder diese wegen der gestellten Frage eventuell überhaupt nicht angegeben werden muss.

Arbeitskraft absichern über das Kollektiv

Eine weitere Möglichkeit sind Gruppenverträge. Dabei handelt es sich um ganz normale private BU-Versicherungen in der dritten Schicht. Aber anstatt einer vollständigen Gesundheitserklärung muss der Versicherungsnehmer nur bestätigen, dass er in einem bestimmten Zeitraum nicht mehr als 14 Tage krankgeschrieben war. Diese Lösung ist für den Einzelnen immer perfekt, da er mit Diabetes, laufender psychiatrischer Behandlung oder Bluthochdruck und Übergewicht woanders keine so günstige BU bekommen hätte.

Ein weiterer Weg führt über die Erwerbsunfähigkeits-, Schwere-Krankheiten-, Grundfähigkeits- oder Unfallversicherung. Hier sollte der Vermittler einen Weg finden, um möglichst viele Voranfragen zu verschiedenen Produkten an möglichst viele Versicherer zu schicken. So kann er dann den bestmöglichen Schutz finden.

„Um die Makler hier zu unterstützen, prüfen wir gerne die Annahmemodalitäten in unserem gesamten Produktspektrum“, sagt Martin Gräfer, Vertriebsvorstand der Bayerischen. „Unser Rechner bietet die Möglichkeit, einfach die verschiedenen Produkte zu kombinieren, um die beste Abdeckung aller Risiken zu gewährleisten, wenn eine BU mal nicht möglich sein sollte“, so Gräfer. „Auf diese Weise lässt sich die Psyche über unsere EU absichern und Grundfähigkeiten, schwere Krankheiten und Unfall über unsere Multi Protect.“

Die Absicherung der Menschen mit Vorerkrankungen ist also alles anderes als einfach. Jedoch gibt es Möglichkeiten, auch diese abzusichern – ob über ein Kollektiv oder über eine Menge Voranfragen.

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