Wegen Betriebsrentenstärkungsgesetz

Versorgungswerke verzeichnen starke Zuwächse in der bAV

Die Versorgungswerke Klinik-Rente und Metall-Rente blicken dank des vor einem Jahr eingeführten Betriebsrentenstärkungsgesetzes jeweils auf ein gutes Jahr zurück. Die Zahl der Vertragsabschlüsse ist in beiden Fällen deutlich angestiegen.
© picture alliance/Christian Charisius/dpa
Eine Krankenschwester begleitet einen älteren Mann mit Rollator auf dem Weg zu seinem Zimmer in der Asklepios Klinik in Hamburg-Wandsbek.

Rund 15.000 Menschen und 373 Unternehmen haben sich 2018 für eine betriebliche Altersversorgung (bAV) über das Versorgungswerk Klinik-Rente entschieden. Das sei ein Plus bei den Neuverträgen um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, berichtet das Versorgungswerk, hinter dem ein Konsortium aus Allianz, Condor, Deutsche Ärzteversicherung, R+V und Swiss Life stehen. Die Zahl der Mitgliedsunternehmen liege nun bei rund 4.000.

Die wichtigsten Wachstumstreiber für diese Entwicklung seien das seit Januar 2018 gültige Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) und hohe Arbeitgeberzuschüsse in mischfinanzierten Betriebsrenten.

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Das Betriebsrentenstärkungsgesetz führt für Neuverträge ab 2019 und für Bestandsverträge ab 2022 die Weitergabe eingesparter Sozialabgaben ein. Immer mehr Arbeitgeber sind aber bereit, auch darüber hinaus deutlich höhere Zuschüsse zu zahlen. So könnten – bezogen auf den eigenen Nettoaufwand – Förderquoten von bis zu 400 Prozent erreicht werden, heißt es von der Klinik-Rente.

„Das ist gerade für die vielen im Gesundheits- und Sozialwesen beschäftigten Frauen, deren Erwerbsbiografien von Teilzeitverträgen und unterbrochenen Beitragszeiten geprägt sind, eine effektive Möglichkeit, um drohende Altersarmut zu vermeiden“, sagt Friedhelm Gieseler, Geschäftsführer des Versorgungswerks. „Mit dieser Voraussetzung sind viele Beschäftigte motiviert, sich mit ihrer Situation im Alter auseinanderzusetzen.“

Betriebsrente oft ein wichtiger Faktor im Kampf um Fachkräfte

Auch beim immer heftigeren Wettbewerb um Fachkräfte helfe die Betriebsrente. „Immer mehr Unternehmen kommunizieren das Betriebsrentenangebot prominent in ihren Stellenanzeigen“, so Gieseler. „Besonders Unternehmen in der ambulanten und stationären Pflege sowie medizinische Versorgungszentren und Servicegesellschaften, die nicht in der öffentlichen und kirchlichen Zusatzversorgung sind, suchen verstärkt mischfinanzierte Betriebsrentenangebote.“

Die Gesamtverzinsung für die Klinik-Rente beträgt 2019 für das Vorsorgekonzept „Perspektive“ 3,45 Prozent. Die Gesamtverzinsung bei Verträgen in der Rentenphase wurde um 0,2 Prozent erhöht. Der Neuzugang beim laufenden Jahresbeitrag in der bAV stieg 2018 von 14 Millionen auf knapp 17 Millionen Euro. Damit erhöht sich der laufende bAV-Gesamtbeitrag im Versorgungswerk auf rund 107 Millionen Euro im Jahr.

Starke Zuwächse auch bei der Metall-Rente

Das vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall und der Gewerkschaft IG Metall getragene Versorgungswerk Metall-Rente verbuchte 2018 bei der Zahl der Neuverträge einen Zuwachs um 47 Prozent auf 72.000. „Das stärkste Wachstum in der Geschichte unseres Versorgungswerks“ sei ein echter „Überraschungsrekord“, kommentiert Geschäftsführer Heribert Karch die guten Zahlen.

Auch dieses Versorgungswerk profitiert nach eigener Aussage mehr denn je vom BRSG. Dieses habe der betrieblichen Altersversorgung „einen unerwartet starken Schub“ verliehen, sagt Karch. „Unser Ergebnis zeigt zudem, dass Versorgungswerke der Sozialpartner großes Vertrauen genießen“, so der Metall-Rente-Geschäftsführer weiter. Karch sieht perspektivisch für das Sozialpartnermodell enorme Chancen, denn die kollektive Kapitalanlage in der Sozialpartnerrente sei nicht nur die solidarischste Form des Altersvorsorge-Sparens für die Beschäftigten, sie sei zugleich die effektivste Form und werde sich auszahlen in guten Betriebsrenten.

Die anhaltende Phase niedriger Renditen auf festverzinsliche Wertpapiere mit Spitzen-Rating scheint für das Versorgungswerk keine besonders große Hürde zu sein. Der Metall-Pensionsfonds erzielte seit Auflegung mit durchschnittlich 5,2 Prozent pro Jahr eine Rendite, die sich laut Metall-Rente und angesichts der anhaltend schlechten Rahmenbedingungen sehen lassen könne. Seit der Gründung im Jahr 2001 haben sich 42.500 Unternehmen der Metall-Rente angeschlossen.

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