Auch in diesem Jahr fand wieder die sogenannte Münchner Makler- und Mehrfachagentenmesse, kurz MMM Messe, der Fonds Finanz im MOC München statt. Rund 5.200 Besucher nahmen an der Messe teil und sicherten sich etwa in den 44 IDD-konformen Vorträgen Weiterbildungspunkte; 90 Vorträge gab es insgesamt. Außerdem gaben Fußball-Experte Uli Hoeneß und Kapitalmarkt-Profi Dirk Müller aktuelle Einblicke in ihre jeweiligen Themenwelten.
Die Highlights der Messe haben wir in dieser Bilderstrecke für Sie zusammengefasst.

Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter der Fonds Finanz, eröffnet die Messe. Mit rund 5.200 Fachbesuchern sei sie „einer der wichtigsten Treffpunkte der Branche“.

Den Auftakt der Messe bildete ein Gespräch der Moderatorin Maxi Sarwas mit Uli Hoeneß. Im sehr gut besuchten Atrium gab der Präsident des FC Bayern München Einblicke in die Welt des Fußballs. So berichtete er etwa, dass in diesem Jahr ein Transfer in der Größenordnung von 60 bis 80 Millionen Euro für den Sportverein „drin sei“ – Geld, dass der FC Bayern übrigens auf dem Tagesgeldkonto liegen hat. „Ohne Kohle kommst Du im Fußball heutzutage nicht mehr weiter“, sagte Hoeneß.

Die Steueraffäre um Hoeneß kam in dem einstündigen Gespräch nur ganz kurz zur Sprache. Er habe einen Fehler gemacht, so Hoeneß, diesen zugegeben und dafür die Verantwortung übernommen. „Ich denke, das hat man mir angerechnet“, erklärte Hoeneß mit Bezug darauf, dass er nach diesem Vorfall wieder Präsident des Sportvereins werden konnte.

Die Messe war sehr gut besucht. Rund 5.200 Fachbesucher kamen nach München.

Weiterbildungspunkte gab es unter anderem für den Vortrag von Rechtsanwalt Norman Wirth. Der Chef der Kanzlei Wirth Rechtsanwälte ging auf die diversen aktuellen rechtlichen Baustellen im Markt ein. Eine davon: die Datenschutzgrundverordnung. Die befürchtete Abmahnwelle lasse zwar noch auf sich warten; die Landesdatenschutzbehörden würden jetzt aber damit beginnen, Stichproben durchzuführen. „Keiner kann sich mehr verstecken“, so der Appell des Rechtsanwalts an diejenigen, die vielleicht noch nicht allzu Datenschutz-konform arbeiten.
Wirth ging auch auf die geplante Übertragung der Aufsicht über 34f-Vermittler auf die Behörde Bafin ein. Das Thema sei auch für 34d-ler interessant, so Wirth. Warum? Weil auch die 34d-ler unter die Bafin-Aufsicht schlüpfen könnten. In einem Positionspapier habe der Versicherungsverband GDV zwar offiziell Stellung dagegen bezogen. „Das Positionspapier liest sich aber als Blaupause, um genau das umzusetzen“, sagt Wirth. Die großen Versicherer hätten ein Interesse daran, dass auch Versicherungsvermittler unter die Bafin-Aufsicht kommen. Für Makler würde das vor allem teuer, denn Bafin-beaufsichtigte müssten ihre Aufsicht selbst bezahlen, so Wirth. Pro Jahr koste das zwischen 3.000 und 5.000 Euro.

Eine Messe-Hostess im Gespräch mit Maklern.

Um das Thema Regulierung ging es auch in dem Vortrag des Rechtswissenschaftlers Hans-Peter Schwintowski. Er nahm sich das Thema Provisionsdeckel in der Lebensversicherung vor. In einer Marktwirtschaft dürfte man eine Preisregulierung nur durchsetzen, wenn es hier ein Marktversagen gebe, so Schwintowski. Das sei etwa bei Strom, Gas und Wasser der Fall, aber keinesfalls auf Vermittlermärkten erkennbar.
Ein Preisdeckel würde folgendes bewirken: Die Vermittlerleistung würde trotz Qualitätsunterschieden in der Beratung immer gleich entlohnt. Das führe zu einer Abwärtsspirale bei der Qualität – sowohl was die Qualität der Beratung, als auch was die Qualität der Produkte angeht. Warum? Weil es egal sei, ob der Vermittler eine oder drei Stunden beim Kunden säße und ihn gut oder schlecht berate – die Entlohnung sei die gleiche.
Zudem habe der Europäische Gerichtshof (EuGH) mehrfach entschieden, dass die Höchstpreissetzung unzulässig sei (Zucker: 1976; Medikamente: 1983). Daher wäre ein Deckel verfassungs- und europarechtswidrig. „Wenn er kommt, ignorieren sie ihn daher“, so der Rat des Rechtswissenschaftlers.

Auf der Messe kamen auch wohltätige Zwecke nicht zu kurz. Hier übergeben die Versicherer Inter und Swiss Life und das Analysehaus Morgen & Morgen Schecks an Versicherungsmakler Bastian Kunkel (2.v.l.).
Der Betreiber des Youtube-Kanals „Versicherungen mit Kopf“ hatte beschlossen, im Monat Februar keinen Kaffee zu trinken. Das gab er über Instagram bekannt. Nach und nach fingen seine Follower an, ihn zu „ärgern“, indem sie ihm Instagram-Stories schickten, in welchen sie Kaffee trinken. Ein Makler-Kollege, Patrick Hamacher aus Würzburg, prägte dabei den Hashtag #1coffee4basti.
Darauf sprang Jan Roß (ganz links im Bild) von der Inter an und gelobte, für jeden Instagram-Post mit dem Hashtag #1coffee4basti 20 Euro zu spenden (maximal 1.000 Euro). Viele Menschen machten daraufhin mit, auch Swiss Life und Morgen & Morgen schlossen sich an. Das Geld kommt nun dem Kinderhospiz Sterntaler zugute.

Das Thema Beratung stand bei Versicherungsmakler, BU-Experte und Pfefferminzia-Kolumnist Philip Wenzel auf dem Redeprogramm. Genauer ging es um die Prozessoptimierung in derselben. Ziel sei es dabei, möglichst viele Arbeiten, die andere erledigen könnten, zu standardisieren und an Kollegen abzugeben, um sich so den originären Makler-Aufgaben widmen zu können. So etwas wie eine Begrüßungsmail an den Kunden zu schreiben, mache er selbst nicht mehr, sagte Wenzel. Das habe man standardisiert. „Warum die gleiche Mail, zweimal, dreimal oder viermal schreiben?“, fragt der Makler.
Auch bei der Produktbewertung gehe man standardisiert vor. „Wir haben eine Liste mit 15 Kriterien erstellt, die erfüllt sein müssen. Fehlt eines davon, ist das Produkt nicht vermittelbar“, so Wenzel. Auch diese Prüfung könnten die Kollegen des Innendienstes übernehmen.
Bestimmte Daten des Kunden würden ebenfalls standardisiert vor dem Beratungsgespräch abgefragt, etwa Gesundheitsdaten, der Beruf und so weiter. So könne man das eigentliche Gespräch besser vorbereiten und auch kürzer halten.
Im Gespräch mache er dann seinen eigentlichen Job: Bedarf ermitteln, Bedürfnisse erfragen und beraten. Insgesamt dauere der Prozess von der Begrüßungs-Email an den Kunden bis hin zu der Abschlussmail, dass der Kunde nun ein gutes Produkt habe (inklusive der Gründe, warum er es abgeschlossen hat, und warum er es bei Makler Wenzel abgeschlossen hat), netto acht Stunden, so Wenzel. „Ungefähr eine halbe Stunde davon, übernehme ich“, erklärt der BU-Experte.
Als Rat gab Wenzel den Besuchern folgendes mit auf den Weg: „Schauen Sie sich die vier bis fünf Kernprozesse an, die Sie am meisten Zeit kosten. Dann nehmen Sie sich ein bis zwei dieser Prozesse vor und überlegen, wie man hier einen standardisierten Prozess aufsetzen könnte, den dann ein Kollege übernehmen kann.“

Der Aussteller Aurimentum setzte auf eine eher fellige Messe-Hostess.

In einer Gesprächsrunde klärten Facebook-Experte Wladimir Simonov (ganz links) und Xing-Kenner Martin Müller (Mitte), bei welchem Portal Makler ihre Zeit sinnvoller einsetzen können.
Simonov stellte als Vorteil von Facebook heraus, dass jeder dort sei und zwar oft auch privat, was zu längeren Nutzungszeiten führe. „Daher kann man dort eine brutale Reichweite erzielen“, so der Social-Media-Kenner. Man erreiche die Leute hier mit Content, das sei unaufdringlich und baue über die Zeit Vertrauen auf. Den Content könne man auf seine Zielgruppe zuschneiden. 15 bis 30 Minuten jeden Tag reichten aus, um hier erfoglreich zu sein.
Xing-Freund Müller stellte im Gegensatz dazu heraus, dass man Personen bei Xing direkt ansprechen könne. Man könne sich seine Zielgruppe ganz spitz auswählen und gezielt auf diese Leute zugehen. Postings sollte es bei Xing ein- bis dreimal die Woche geben, so Müller. Praktisch sei auch, dass man Kontakte kategorisieren können. „Dann kann man eine Kategorie zum Beispiel zu einem Event einladen, das auf diese Zielgruppe passt.“
Simonov riet zum Abschluss des Gesprächs noch dazu, sich erstmal auf einen Social-Media-Kanal zu fokussieren, diesen zu verstehen und dort erfolgreich zu werden, bevor man weitere Kanäle ins eigene Repertoire aufnehme.

Für Entspannung war während der Messe auch gesorgt.

Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter der Fonds Finanz, bei der Pressekonferenz. Hier stellte der Poolchef allerhand Neuerungen vor.
So ist der Maklerpool in der Sparte Leben beispielsweise eine neue Kooperation mit xbAV eingegangen. Dadurch erhalten Vermittler des Maklerpools kostenfreien Zugang zu den digitalen Beratungs- und Verwaltungslösungen der Online-Plattform für die betriebliche Altersversorgung. Zu den Lösungen gehören der xbAV-Berater, der xbAV-Manager sowie das xbAV-Formularcenter. Mithilfe der Berater-Software können Vermittler den gesamten Beratungsprozess digital abbilden. Der xbAV-Manager ermöglicht als digitaler Aktenschrank die Verwaltung des gesamten Vertragsportfolios von Unternehmen. Das Formularcenter bietet per Klick alle notwendigen Formularsätze.
Eine weitere Neuerung: Die EU-Richtlinie Payment Service Directive 2, kurz PSD 2, ermöglicht unter anderem Dritten den Zugriff auf Transaktionsdaten von Bankkonten. Das sollen Fonds-Finanz-Vermittler nun durch eine Kooperation des Pools mit dem Dienstleister Optio-Pay nutzen können. Aufrufbar ist die Schnittstelle über das Akquise-Center von Softfair, dem Herzstück der „Allumfassenden Maklerplattform“ des Pools. Durch die Einsicht in die Transaktionsdaten der Bankkonten ihrer Kunden sollen Vermittler Rückschlüsse auf den Beratungsbedarf der Kunden ziehen und ihnen Vorteile bieten können. Wenn der Kunde beispielsweise ein Fahrrad gekauft hat, kann ihm der Vermittler im Nachgang eine Fahrradversicherung anbieten. Voraussetzung dafür ist, dass Kunden diesem Zugriff explizit im Zuge ihrer Anmeldung beim Mehrwerteportal Optio-Plus zustimmen.

Auch nachmittags war es auf der Messe noch gut voll.

Star-Redner Dirk Müller beendete den Messetag mit einem Vortrag zum Thema „Cash im Crash: Mit Aktien in die Zukunft“.

Zum Schluss wurde es noch einmal wohltätig. Poolchef Porazik (rechts) überreichte einen Scheck über 150.000 Euro an World Vision.
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