Sowohl Immobilien als auch Aktien sind Substanzwerte und weisen daher einen grundsätzlichen Schutz gegen eine Entwertung des Kapitals durch die Inflation auf. Allerdings hat die expansive Geldpolitik der Zentralbanken in den vergangenen Jahren vor allem die Immobilienbewertungen stark steigen lassen. Aktienkurse werden durch die Niedrigzinsphase gefördert, sind aber noch nicht überproportional angestiegen. Die Befürchtung platzender Blasen kann daher vor allem bei Immobilien im Raum stehen, insbesondere wenn die Inflation noch zulegen sollte.
Welche Anlageform grundsätzlich besser ist, ist und bleibt eine Frage des Standpunkts. Es kommt stets auf die persönliche Situation, Ziele und Präferenzen des Anlegers an. Investments in Immobilien und Aktien unterscheiden sich in Renditechancen, Kosten und dem Aufwand, den die entsprechende Investition erfordert.
Aktien sind flexibler
Die Vorteile von Aktien: Sie lassen sich leicht streuen und führen anders als der Kauf einer Immobilie nicht zu einem Klumpenrisiko für den Anleger. Ein Aktienfonds macht zudem deutlich weniger Arbeit als eine zu verwaltende Immobilie und ist flexibler handelbar. Der Einstieg in den Aktienhandel ist zudem bereits mit geringeren Geldbeträgen möglich. Für eine Immobilie hingegen muss einiges an Eigenkapital aufgewendet werden. Bei Unternehmen werden Gewinne erwirtschaftet und Produkte hergestellt – davon profitiert der Aktionär.
Auf der anderen Seite sind die Aktienmärkte ständigen Schwankungen unterworfen, während Immobilien deutlich weniger im Wert variieren und wertbeständiger sind. Immobilien ermöglichen zudem die Eigennutzung oder Gewinne durch die Vermietung. Und ihre teilweise Finanzierung auf Kredit ist derzeit zu vergleichsweise günstigen Zinssätzen möglich. Allerdings: Bei Immobilien ist die einzige Einnahmequelle die Miete. Hier ist langfristig ein hohes Risiko gegeben, dass die Lage und die Umgebung in Zukunft anders eingeschätzt werden, was sich wiederum auf das Mietniveau auswirkt.
Immobilien sind wertbeständiger
Zudem müssen Immobilien aktiv betreut werden. Dafür kann die Immobilie zum Start eine sehr hohe Eigenkapitalrendite haben. Doch der Gewinn fließt in die Rückzahlung des Kredits und vermehrt nicht die angelegte Höhe an Kapital. Anders bei Aktien: Sie profitieren über den gesamten Anlagehorizont vom Zinseszinseffekt und vergrößern das angelegte Kapital.
Es gibt demnach viele Faktoren. Über Dekaden hinweg gesehen sind jedoch beide Anlageformen klare Gewinner.
Viel oder wenig Aufwand?
Beide Anlageformen erfordern Aufwand. Aktienkäufer sollten sich nicht nur mit den Unternehmen, deren Aktien sie erwerben, auskennen, sondern auch mit den zugehörigen Märkten beschäftigt haben.
Bei Immobilien sind Makro- und Mikrolage als wichtigster Faktor ebenso wie die künftige Wertsteigerung und die zu erzielenden Mieteinnahmen miteinzubeziehen. Zudem ist hier stets eine gewisse Menge an Eigenkapital erforderlich.
Für beide Anlageklassen gibt es Varianten mit geringerem Rechercheaufwand. Aktienfonds bilden bestimmte Märkte oder Branchen ab und die Fondsmanager übernehmen die Auswahl der Assets. Auf der Immobilienseite können sich Anleger für Immobilienfonds entscheiden. So können Privatanleger auch mit kleinerem Kapital anteilig in Immobilienprojekte investieren und von den dortigen Renditechancen profitieren.
In der jetzigen Niedrigzinsphase nehmen Sachwerte einen immer wichtigeren Anteil im Portfolio ein. Bei Aktienfonds wird in produzierendes Gewerbe investiert, das heißt es werden auch die Chancen des Konsums und der Konsumgesellschaft genutzt. Bei Immobilien liegt der Vorteil bei der Wohnungsknappheit, um ordentliche Miet-Erträge zu erzielen.
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