In punkto Homeoffice hat die Corona-Krise in Deutschland möglich gemacht, was vor einem halben Jahr noch undenkbar gewesen wäre. Manche Unternehmen traf die Umstellung auf das mobile Arbeiten allerdings völlig unvorbereitet. So wurden Mitarbeiter mit Firmenlaptops – aber ohne Sicherheitsvorkehrungen – nach Hause geschickt, während andere sogar Privatrechner nutzen mussten – und das oftmals ohne ausreichende oder veraltete Sicherheitssoftware.
Private Rechner im Homeoffice? „Ein No-Go“, warnen Sicherheitsexperten
Wie folgenschwer die dadurch entstehenden Sicherheitslücken sein können, verdrängen viele. Jutta Berger von der Zurich Versicherung sieht gerade hier ein großes Problem: „Wenn sich ein Mitarbeiter von zuhause aus mit einer ungesicherten Verbindung in das Unternehmensnetzwerk einwählt, finden Cyberkriminelle mühelos Zugang zum Firmennetzwerk“, so die Expertin für Cyber-Versicherungen. „Hinzu kommt gerade bei Homeoffice-Neulingen der unzureichende Passwortschutz und veraltete Sicherheitssoftware. Auch das macht es Hackern leicht, sensible Firmendaten abzugreifen.“
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Die Folgekosten durch Cyber-Attacken gehen in die Milliarden
Viren, Spam-Mails, Trojaner, Datendiebstahl, Phishing, Datenmanipulation und -löschung sowie Cyber-Erpressung – die Liste möglicher Cyber-Attacken und ihrer finanziellen und emotionalen Folgen ist lang. Und was gerade mittelständische Unternehmen unterschätzen: 50 Prozent aller kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) sind in Deutschland schon Opfer einer dieser Cyberangriffe geworden – mit steigender Tendenz. Laut IT-Branchenverband Bitkom liegt der dadurch entstehende Schaden für die deutsche Wirtschaft bei ca. 100 Milliarden Euro im Jahr.
Die Folgen eines Hackerangriffs: gerade jetzt für viele Unternehmen der Ruin
Umso riskanter scheint das, wenn man sich die Folgen eines Cyber-Angriffs einmal konkret vor Augen führt: „Gerade in der momentanen Ausnahme-Situation durch COVID-19 wäre ein Hackerangriff für viele Unternehmen fatal“, so Berger. „Welches mittelständische Unternehmen kann schon auf eine funktionierende IT-Infrastruktur verzichten? Wenn Laptops, PCs und wichtige Firmennetzwerke plötzlich nicht mehr zugänglich wären, vielleicht Wochen, vielleicht Monate – das würde für viele Unternehmen ein großes Problem darstellen, wenn nicht sogar das wirtschaftliche Aus bedeuten.“
Cyber-Policen fangen Folgeschäden auf
Entscheider seien daher gut beraten, die finanziellen Folgen durch Cyberrisiken abzusichern, so Berger. „Wichtig ist allerdings, die Leistungsmerkmale der verschiedenen Cyber-Policen genau zu prüfen – insbesondere aber die geforderten IT-Sicherheitsstandards. Denn die müssen gerade bei Mitarbeitern im Homeoffice oft nachjustiert werden.“
In erster Linie stehen hier die Themen Virenschutz und Firewalls auf der Agenda, die von jeder Cyberversicherung gefordert werden. Hinzu kommt die regelmäßige auch im Homeoffice unverzichtbare Datensicherung und eine sichere Verbindung zum Firmennetzwerk.
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