Zurich-Studie Betriebliche Altersvorsorge gewinnt an Bedeutung

Björn Bohnhoff, Leiter betriebliche Altersvorsorge bei Zurich
Björn Bohnhoff, Leiter betriebliche Altersvorsorge bei Zurich © Zurich

In Unternehmen, die eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) anbieten, besitzt im Schnitt mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Mitarbeiter so einen Vertrag. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Betriebliche Altersvorsorge – was Arbeitgeber bewegt“, die das Marktforschungsinstitut You Gov im Auftrag von Zurich Versicherung durchführte.

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Demnach gewinnt die bAV an Bedeutung. Die Anzahl der Mitarbeiter, die einen bAV-Vertrag besitzen, hat sich seit 2011 um 6 Prozent erhöht. Laut der Studie sollte sich dieser Trend auch in weiteren zwölf Monaten fortsetzen.

Zwei Drittel der Befragten (76 Prozent) finden, dass sich die bAV am besten zur Versorgung der Mitarbeiter eignet. Dahinter folgen Arbeitszeitkonten (69 Prozent) und vermögenswirksame Leistungen (63 Prozent). Außerdem meint jeder zweite Befragte, dass ein sogenanntes Opt-Out-Prinzip zur Steigerung der bAV führen würde. Nach diesem Prinzip würde jeder Arbeitnehmer automatisch in die bAV einbezogen. Hier ist aber eine Abwahloption für Arbeitnehmer wichtig, die nicht an der bAV teilnehmen wollen.

Als wichtigsten Grund für das Angebot einer Betriebsrente nannten die Befragten die Fürsorgepflicht gegenüber ihren Mitarbeitern. Der weitere wichtige Grund ist der formale Aspekt, den Rechtanspruch auf eine Betriebsrente zu erfüllen. Zudem wird den Befragten immer wichtiger, kompetente Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Dies gilt vor allem für größere Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern.

Kleinunternehmen liegen zurück

86 Prozent der Unternehmen bieten eine Betriebsrente an. Dabei besteht bei Kleinunternehmen Nachholbedarf: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) haben gar keine bAV-Angebote für ihre Mitarbeiter, im Gegensatz zu größeren Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern (3 Prozent). Als Hauptgründe dafür nannten die Befragten fehlendes Mitarbeiterinteresse und zu geringe Mitarbeiterzahl. Immerhin plant jedes sechste Unternehmen (17 Prozent) ohne bAV-Angebot, so etwas einzuführen.

Je größer das Unternehmen, desto mehr Interesse an der Betriebsrente zeigen die Arbeitnehmer, so ein weiteres Ergebnis. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) geht davon aus, dass mehr als jeder zweite Arbeitnehmer Interesse an bAV-Angeboten hat.

"Die bAV ist ein bedeutender Vorsorgebaustein für die Deutschen geworden. Um diesen Vorsorgebaustein weiter zu verankern, sollten Arbeitgeber einen rechtssicheren Rahmen bekommen, um alle Arbeitnehmer in bestehende bAV-Pensionspläne automatisch einbeziehen zu können. Voraussetzung für ein solches System ist die Abwahloption für Arbeitnehmer, wenn diese nicht an der bAV teilnehmen möchten. Wie die Ergebnisse der Studie zeigen, würden auch die Arbeitgeber diese Regelung mittragen und aktiv nutzen", sagt Björn Bohnhoff, Leiter betriebliche Altersvorsorge bei Zurich.
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