Zu viel Bürokratie? Das kostet die Riester-Rente den Staat

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Rede im Deutschen Bundestag: Im November wird das Paralament über eine große Rentenreform debattieren.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Rede im Deutschen Bundestag: Im November wird das Paralament über eine große Rentenreform debattieren. © Getty Images

Um die Jahrtausendwende wurde das Projekt aus der Taufe gehoben – 15 Jahre ist die Riester-Rente jetzt schon alt. Inzwischen haben 16,5 Millionen Bundesbürger einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Das ist eine gute Bilanz. Ganz günstig ist das Produkt für den Staat aber nicht.

| , aktualisiert am 16.07.2016 15:27  Drucken
Für viele Sparer lohnt sich die Riester-Rente. Doch für den Staat ist sie eine recht teure Angelegenheit. Im vergangenen Jahr musste man etwa 3 Milliarden Euro an Zulagen auszahlen. Und das, obwohl längst nicht alle Riester-Sparer ihre staatlichen Zulagen abholen. 2012 etwa waren es nur 11,3 von 15,7 Millionen Berechtigten, berichtet die Süddeutsche Zeitung.



Hinzu kommt der Aufwand für die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), die Zulagen verteilt und darüber mit Banken, Versicherungen, Bausparkassen und Besoldungsstellen der Finanzverwaltung kommunizieren muss. Das verursacht im Jahr Verwaltungskosten von rund 148 Millionen.

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Trotzdem unterstützen etwa die Verbraucherschützer die Rente mehrheitlich. Für Familien mit Kindern lohne sie sich wegen der hohen Förderung ohnehin, und für sie stünde am Ende auch eine gute Rendite. Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt dabei Bank- und Fondssparpläne: „Mit Fondssparplänen kann eine höhere Rendite erwirtschaftet werden, sie weisen aber durch die Depot- und Fondskosten eine erhöhte Kostenstruktur auf.“

Mitte November kommt aber nun alles nochmal auf den Prüfstand. Dann will Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) mit ihrem Vorschlag zu einer großen Renten-Reform neue Sparanreize schaffen. Freibeträge sollen etwa verhindern, dass die Riester-Rente voll auf die staatlichen Leistungen im Alter angerechnet wird, zudem sollen die Produkte stärker reguliert und neue Standardangebote geschaffen werden. Es bleibt also spannend.
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