Zeugnisse gefälscht, Geld veruntreut Versicherungsmitarbeiter erleichtert Arbeitgeber um über 300.000 Euro

Das Landgericht Stuttgart befasst sich gerade mit dem Fall eines betrügerischen Versicherungsmitarbeiters.
Das Landgericht Stuttgart befasst sich gerade mit dem Fall eines betrügerischen Versicherungsmitarbeiters. © dpa/picture alliance

Er hat durch falsche Zeugnisse seinen Job ergattert und anschließend mehr als 300.000 Euro bei seinem neuen Arbeitgeber gestohlen: Das Landgericht Stuttgart verhandelt aktuell den Fall eines 29-jährigen Angestellten einer Stuttgarter Versicherung.

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Ein 29-jähriger Versicherungskaufmann hat vor dem Landgericht Stuttgart gestanden, seinen Job durch falsche Zeugnisse ergattert und anschließend hohe Geldsummen bei seinem neuen Arbeitgeber veruntreut zu haben. Das berichtet die Stuttgarter Zeitung.

Der Angeklagte wurde von seinem früheren Arbeitgeber fristlos gekündigt, weil er 5.800 Euro veruntreut hatte. Dafür wurde der Fachwirt für Versicherungen und Finanzen auch rechtskräftig verurteilt. Um seine Chancen auf einen neuen Job zu erhöhen, verschickte der Mann nach eigenen Angaben „ausgeschmückte“ Bewerbungsunterlagen. Darin gab er längere Beschäftigungszeiträume an. Darüber hinaus fügte der Mann seinen Bewerbungen zwei gefälschte Arbeitszeugnisse hinzu.

Mehr als 333.000 Euro gestohlen

Eine Stuttgarter Versicherungsgesellschaft fiel auf den Betrug herein und stellte ihn ein. Doch auch dort setzte er sein kriminelles Verhalten fort. Er manipulierte die Buchhaltung und fingierte Zusatzleistungen für Versicherungskunden, die er dann auf eigene Konten überwies. Insgesamt hat der Mann laut Anklage in den eineinhalb Jahren, die er bei der Versicherung beschäftigt war, mehr als 333.000 Euro gestohlen. Bis auf 5.000 Euro, die er versehentlich falsch verbucht haben will, hat der Angeklagte alle Vorwürfe gestanden.

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Als Grund für die Diebstähle nannte der Mann Geldprobleme wegen seiner Glücksspielsucht und des ausschweifenden Lebensstils, den er zu der Zeit führte. „Ich bereue sehr, was ich getan habe“, sagte er. Der Angeklagte sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Er hat bereits rund 150.000 Euro Schadenswiedergutmachung geleistet. Der Prozess wird am 2. September fortgesetzt.

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