Ein Warnschild weist auf Zecken hin: Zecken können Krankheitserreger übertragen. © picture alliance / Zoonar | COPYRIGHT ANDREAS PULWEY
  • Von Manila Klafack
  • 10.05.2021 um 16:07
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Jetzt im Frühjahr werden die kleinen Blutsauger wieder aktiv, die Zecken. Es ist nicht nur unangenehm, von ihnen gestochen zu werden, sondern kann auch gefährlich werden. Denn sie können Krankheitserreger übertragen. Eine Impfung kann zumindest gegen Viren schützen.

Still und heimlich schlagen sie in der Regel zu. Ihr Opfer bemerkt den Angriff meist nicht und jetzt im Frühjahr ab Temperaturen von 8 Grad Celsius erwachen sie, die Zecken. Mit dem Stich dieses den Milben zugeordneten Tierchens können unter anderem Borreliosebakterien, aber auch die Erreger für die Krankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen werden.

Während eine Borreliose durch Bakterien verursacht wird und somit durch ein Antibiotikum bekämpft werden kann, handelt es sich bei FSME um eine Viruserkrankung. Diese FSME-Viren können Entzündungen des Gehirns, der Gehirnhaut oder des Rückenmarks auslösen. Diese Entzündungen können bisher nicht in ihrer Ursache behandelt werden. Vorbeugend jedoch besteht die Möglichkeit, sich dagegen impfen zu lassen.

Die Empfehlung der Stiko

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) sieht eine Impfung für Personen vor, die sich in FSME-Risikogebieten viel in der Natur aufhalten. Das gilt für Spaziergänger, Jogger oder Camper sowie für Kinder, die häufig im Freien spielen. Denn das Risiko, von den kleinen Blutsaugern gestochen zu werden, erhöht sich für all jene, die sich in Wald und Feld aufhalten. Dort, an niedrigen Pflanzen, lauern die Zecken und werden im Vorbeigehen abgestreift.  

Insbesondere Kinder streunen gern im hohen Gras oder im Unterholz des Waldes herum. Sie sind daher auch besonders gefährdet, von einer Zecke gestochen zu werden. Kinder können mit frühestens zwölf Monaten ebenfalls gegen FSME geimpft werden. Grundsätzlich ist es allerdings ratsam, die Kinder immer nach Zecken abzusuchen und schnellstmöglich zu entfernen.

Standardimpfung

Im Standardimpfschema sind drei Impfungen mit einem mehrmonatigen Abstand vorgesehen, um einen vollständigen Schutz aufzubauen. So wird ein bis drei Monate nach der ersten Impfung die zweite Dosis verabreicht und nach weiteren 5 bis 12 Monaten erfolgt die dritte. Um gut geschützt ins Frühjahr zu starten, sollte daher die erste Impfung im Winter erfolgen. Eine Auffrischungsimpfung des Grundschutzes ist dann zunächst nach drei Jahren und anschließend alle fünf Jahre vorgesehen.

Die Impfung im Schnelldurchlauf

Wer den richtigen Zeitpunkt zum Starten mit dem Standardschema verpasst hat und kurzfristig einen Schutz benötigt, etwa weil eine Reise in ein Risikogebiet geplant ist, kann auf ein Schnellschema der Impfung zurückgreifen. Abhängig vom Impfstoff sind ebenfalls zwei bis drei Impfungen notwendig. Ein Schutz kann damit bereits drei bis fünf Wochen nach der ersten Impfung bestehen.

Krankenkassen übernehmen Impfkosten für Risikogebiete

Da die Stiko die FSME-Impfung nur in definierten Risikogebieten empfiehlt, übernehmen in der Regel die Krankenkassen für dort lebende oder arbeitende Versicherte die Kosten. Aber auch für Reisen in Risikogebiete können die Kassen die Kosten für alle drei Impftermine sowie für die Auffrischungsimpfung übernehmen. Allerdings besteht laut Robert-Koch-Institut in Europa ein sehr unterschiedliches Infektionsrisiko mit dem Virus.

Demnach ist die Gefahr, dass durch einen Zeckenstich FSME übertragen wird, in diesen Ländern oder in gewissen Regionen hoch: Österreich, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Norditalien, Ungarn, Rumänien, Dänemark, Schweden, Finnland, Lettland, Estland, Litauen, Weißrussland und Polen.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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