Wohngebäude Viele Häuser lassen sich bald vielleicht nicht mehr schützen

Feuerwehrleute pumpen am 14. Mai 2016 in Reilsheim eine Unterführung leer, die durch den anhaltenden Regen überschwemmt wurde.
Feuerwehrleute pumpen am 14. Mai 2016 in Reilsheim eine Unterführung leer, die durch den anhaltenden Regen überschwemmt wurde. © dpa/picture alliance

Die Schadenquoten in der Wohngebäudeversicherung steigen von Jahr zu Jahr. Die Zahl der Großschäden ebenso. Nun reagieren die Versicherer und erstellen Karten, die Gebiete mit häufigem Starkregen kennzeichnen. Damit werden viele Häuser, die heute noch versicherbar sind, künftig in andere Risikoklassen fallen. Welche Gebiete besonders betroffen sind und ab wann diese Umstellung gilt, erfahren Sie hier.

| , aktualisiert am 04.01.2017 16:30  Drucken
Nach zwei Tornados im vergangenen Sommer warnten Experten davor, dass die Prämien für Wohngebäudeversicherungen steigen werden. Einige Versicherer haben Kunden gekündigt und neue Verträge mit teils stark erhöhten Prämien angeboten. Gleichzeitig ist es ein Anliegen der Versicherer, die Risiken genauer erfassen.



Die Anfälligkeit für Starkregen soll in den kommenden Jahrzehnten um bis zu 50 Prozent zunehmen, erklären Experten. Das Problem: Die vorhandenen Systeme wie Kanalisation und Regenrinnen reichen nicht aus, um die Wassermassen abzuleiten. Keller und Garagen werden in der Folge überflutet, Bäche schwellen zu reißenden Flüssen an und sorgen für zusätzlichen Druck auf die Ableitungssysteme. Das kann zu Rückstau und damit verbundenen Folgeschäden führen.

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Starkregen gehört zu den sogenannten Elementarschäden. Dieser Zusatzbaustein zur Wohngebäude oder Hausratversicherung kann nur in bestimmten Zonen überhaupt abgeschlossen werden, da das Risiko seitens der Versicherer zum Teil zu hoch ist. Wer sich versichern kann und wer nicht, entscheiden Versicherer auf Basis des „Zonierungssystems für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen“ (ZÜRS). Dieses teilt Regionen aufgrund ihrer Schadenquote und der Gefahr von weiteren Schäden in Risikoklassen ein. Während 1 die beste Klasse ist, haben Eigentumsbesitzer, deren Haus in Klasse 4 eingeteilt wird, kaum eine Chance auf Versicherungsschutz.

In der Folge einer weiteren Risikoerfassung kann es also passieren, dass Häuser aus eigentlich guten Risikoklassen, in eine schlechtere abrutschen. In der Folge steigen die Prämien für die Versicherungsverträge und einige Risiken sind nicht mehr versicherbar.

Nach den aktuellen Wetterdaten sind mit Ausnahme des Nordwesten Deutschlands alle anderen Gebiete vermehrt von Starkregen betroffen. Besonders der südliche Teil von Baden-Württemberg ist in den vergangenen Jahren von einem Anstieg der Starkregenfälle betroffen.
Pfefferminzia HIGHNOON