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Wie grün sind Betriebsrenten? Jeder vierte bAV-Anbieter nennt keine konkreten Anlage-Kriterien

Braunkohle-Abbau Garzweiler: Das vom Energiekonzern RWE betriebene Abbaugebiet nimmt immer größere Ausmaße ein. Versicherer, wie etwa die Allianz, kündigten unlängst an nicht mehr in Anlagen zu investieren, die im Zusammenhang mit Kohleförderung stehen.
Braunkohle-Abbau Garzweiler: Das vom Energiekonzern RWE betriebene Abbaugebiet nimmt immer größere Ausmaße ein. Versicherer, wie etwa die Allianz, kündigten unlängst an nicht mehr in Anlagen zu investieren, die im Zusammenhang mit Kohleförderung stehen. © dpa/picture alliance

Auch in der Versicherungsbranche achten immer mehr Anbieter darauf, nachhaltige Produkte anzubieten. Aber wie gut klappt das in der betrieblichen Altersversorgung (bAV)? Die Verbraucherzentrale Bremen hat mal untersucht, ob die bAV-Anbieter ihren ethischen, sozialen und ökologischen Ansprüchen gerecht werden. Die Ergebnisse erfahren Sie hier.

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Anbieter von betrieblicher Altersversorgung (bAV) sind nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz verpflichtet, darüber zu informieren, ob und wie sie bei der Verwendung der eingezahlten Beiträge ethische, soziale und ökologische Belange berücksichtigen. Das berichtet die Verbraucherzentrale Bremen – und hat bei Versicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds den Praxistest gemacht. Insgesamt 39 Berichte nahmen die Verbraucherschützer unter die Lupe.

Das Fazit fällt durchwachsen aus.

„In vielen von uns untersuchten Fällen sind die von den Anbietern zur Verfügung gestellten Informationen so vage und schwammig, dass Verbraucherinnen und Verbraucher nicht beurteilen können, ob und inwieweit Nachhaltigkeitsstandards tatsächlich angewandt werden“, sagt Ulrike Brendel, Leiterin des Projekts „Gut fürs Geld, gut fürs Klima“ bei der Verbraucherzentrale Bremen.

Laut der Untersuchung spielen Nachhaltigkeitsstandards für die Mehrzahl der Anbieter „keine wesentliche Rolle“ bei ihrer Anlagepolitik. 14 von 39 untersuchten Anbieterberichten – also ein knappes Viertel – lieferten zudem lediglich schwammige Informationen. Nur neun Berichte enthalten laut Verbraucherzentrale konkrete Angaben zu den Nachhaltigkeitskriterien. Hier werde beispielsweise erläutert, welche ethisch oder ökologisch bedenklichen Branchen bei der Investition ihrer Beiträge tabu seien, heißt es.

>>> Hier geht es zur Liste mit allen untersuchten Anbietern und dem Wortlaut der entsprechenden Berichte

Dass Argument der Branche, dass der Fokus auf Rendite und Sicherheit einer nachhaltigen Geldanlage entgegenstünde, ist aus Sicht der Verbraucherschützer „längst widerlegt“. Die Praxis und verschiedene Studien zeigten, dass sich Rendite und Nachhaltigkeit keinesfalls ausschließen, so Brendel. 

Forderung nach gesetzlichen Mindeststandards

Laut einer im Vorjahr beauftragten Umfrage der Verbraucherzentrale Bremen wünschen sich drei Viertel der Befragten die Einführung von ethisch-ökologischen Mindeststandards bei staatlich geförderten Rentenprodukten. „Mit gesetzlichen Mindeststandards bei der betrieblichen Altersvorsorge könnten Verbraucherinnen und Verbraucher sicher sein, dass ihr Geld nicht in Waffen und Rüstung, Kinderarbeit oder Umweltzerstörung fließt“, so Verbraucherschützerin Brendel. Die Bundesregierung sei hier in der Pflicht, entsprechende Regelungen zu erlassen, forderte sie.

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