Philip Wenzel ist Versicherungsmakler und Biometrie-Experte. © Doris Köhler
  • Von Philip Wenzel
  • 11.05.2020 um 10:59
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Die gesetzliche Absicherung von Zeitsoldaten hat einige gute Merkmale, die sich die private Berufsunfähigkeitsversicherung abgucken könnte, findet Versicherungsmakler Philip Wenzel. Dazu gehört etwa die Belohnung von Umschulungen. In seiner neuen Kolumne erfahren Sie mehr dazu.

Soldaten in der Berufsunfähigkeitsversicherung zu beraten ist nicht so einfach. Denn der Anspruch an den Dienstherrn ist anders als bei Beamten. Beamte verdienen sich pro ruhegehaltsfähiges Dienstjahr 1,79375 Prozent in der Höhe dazu. Am Ende bekommen sie maximal 71,75 Prozent der durchschnittlichen Besoldung der letzten beiden Jahre.

Der Soldat auf Zeit bekommt immer 75 Prozent seines letzten Solds. Also das, was er im letzten Monat bekommen hat. Aber er verdient sich mit den Jahren, die er gedient hat, Zeit. Wer vier bis fünf Jahre gedient hat, erhält diese sogenannten Übergangsgebührnisse für zwölf Monate. Habe ich fünf bis sechs Jahre gedient, sind es schon 18 Monate, bei sechs bis sieben Jahren 24 Monate und so weiter, bis ich nach zwölf Jahren den Anspruch für 60 Monate habe.

Das finde ich ziemlich gut. Noch besser ist, dass ich, wenn ich eine Umschulung mache, 25 Prozent zusätzlich bekomme. Da wird dann ein Gehalt, dass ich vielleicht von dem Betrieb bekomme, in dem ich umschule, verrechnet. Aber ich kann nie weniger als meinen letzten Sold bekommen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt mir, was ich an Rente vereinbart habe. Bis ich nicht mehr berufsunfähig bin oder einen neuen Job habe, auf den ich konkret verwiesen werden kann.

Da finde ich die Versorgung der Soldaten auf Zeit von der Idee her besser. Ich erhalte für einen kurzen Zeitraum der Umorientierung 75 Prozent meiner letzten Bezüge. Die Lücke von 25 Prozent ist doof, aber mit 1.000 Euro BU-Rente dürfte es schlimmer sein.

Umschulungen werden belohnt

Wenn ich umschulen will, dann wird das belohnt. Das halte ich für ganz hervorragend. Zum einen ist es für den Versicherten gut, wenn er wieder auf eigenen Füßen steht. Auch wenn wir alle es irgendwie lässig fänden, wenn wir Geld bekommen, ohne dafür zu arbeiten, so ist es doch nicht gesund für die Psyche, vollkommen ohne Beschäftigung zu sein.

Zum anderen ist es aber auch gut für den Versicherer. Jeder Leistungsfall, der vorzeitig endet, ist gut für die eigene Kasse. Das ist am Ende auch wieder gut für den Kunden, weil dadurch die Versicherung im Schnitt günstiger wird.

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Philip Wenzel

Philip Wenzel ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und Experte für biometrische Risiken. Er ist außerdem als Autor tätig. Regelmäßige Blog-Beiträge finden Sie beispielsweise hier: https://bsc-gmbh.com/philipwenzel/ oder hier https://www.worksurance.de/.

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