Philip Wenzel ist Versicherungsmakler und Experte für biometrische Risiken. © Doris Köhler
  • Von Philip Wenzel
  • 05.02.2020 um 09:16
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Vermittler haben mitunter Angst vor der Online-Beratung. Dafür besteht aber eigentlich kein Grund, schreibt Makler Philip Wenzel in seiner neuen Kolumne. Statt zum Stammtisch geht es eben in die Facebook-Gruppe, statt Beratung auf dem Sofa, spricht man mit dem Kunden über den Bildschirm. Welche Vorteile das hat, erfahren Sie hier.

Ich rede ja viel mit Kollegen auf Vorträgen und Messen. Und es scheint fast so, als würde man mittlerweile die Kundenberatung zu biometrischen Risiken in on- und offline unterteilen. In meinen Augen gibt es gute und schlechte Beratung. Und dem Kunden ist es völlig egal, ob du ihn online oder offline schlecht berätst. Im Folgenden geh ich mal davon aus, dass keiner von euch schlechter berät als ich und ihr von mir dazu auch nix lernen könnt. Wer bin ich zu urteilen?

Aber ich will mal ein paar objektive Hinweise zu den Vor- und Nachteilen der Online-Beratung geben. Die größte Angst davor liegt darin begründet, dass das Internet für die meisten Menschen in meinem Alter tatsächlich noch einigermaßen Neuland ist. Offline zeige ich schon beim Einkaufen Präsenz. Ich komme mit potenziellen Kunden in Kontakt. Wenn ich im Sportverein bin oder auch nur in der Einfahrt mein Auto wasche, gibt es Gelegenheit zu Kontakten. Ich kenne mein Dorf, meinen Kiez oder meinen Block und kann die Konsequenzen meines Handelns einschätzen.

Wenn ich im Internet Präsenz zeigen will, ist das anders. Ich muss in soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Instagram. Das ist zusätzlicher Aufwand. Und ich bin unter ständiger Beobachtung. Auch kleine Fehler werden schnell bemerkt. Oder auch nicht. Ein Vorteil von Social Media ist, dass es dort sehr schnelllebig zugeht. Wenn ich mal mit einer Aussage daneben liege, ist das meist schnell wieder vergessen. Es ist nie ganz genau planbar, ob ein Post erfolgreich ist oder nicht.

Immer wieder Präsenz zeigen

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass ich immer wieder Präsenz zeigen muss, wenn ich bei meinen Kunden wahrgenommen werden will. Das ist recht ähnlich zu offline. Die Vereine und Stammtische sind einfach nur Facebook-Gruppen und meine Garageneinfahrt ist meine Timeline.

Und die gute Nachricht für alle, die Angst vor Online-Beratung haben: Ich muss ja überhaupt nicht online meine Kunden suchen, um online zu beraten. Ich kann alles ganz genau so machen, wie vorher auch. Aber wenn es zum Termin kommt, schicke ich per E-Mail oder sonst wie einen Link und berate dann per Kamera und Bildschirmübertragung.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Wer schon mal für eine Haftpflichtversicherung ins Auto gestiegen ist, um zum Kunden zu fahren, wird ausrechnen können, um wie viel rentabler meine Arbeit wird, wenn ich keine Fahrtzeiten mehr habe. Aus dem gleichen Grund kann ich auch mehr Beratungen am Tag durchführen.

Unterm Strich

Ja, es ist neu. Ich muss mich mit der Technik auseinandersetzen. Eine gute Kamera und ein Mikro sind Pflicht. Hat aber jedes Smartphone oder Tablet. Für den PC muss ich halt beides kaufen. Die Basis-Versionen der notwendigen Programme wie Teamviewer oder Zoom sind kostenlos.

Dafür habe ich geringere Kosten und mehr Zeit. Und diese Zeit kann ich ja in eine bessere Beratung für meine Kunden investieren.

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Philip Wenzel

Philip Wenzel ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und Experte für biometrische Risiken. Er ist außerdem als Autor tätig. Regelmäßige Blog-Beiträge finden Sie beispielsweise hier: https://bsc-gmbh.com/philipwenzel/ oder hier https://www.worksurance.de/.

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