Wegen zu niedriger Zusatzbeiträge Krankenkassen machen fast 400 Millionen Euro Miese

Schutzimpfungen haben die Kosten in der GKV mit nach oben getrieben.
Schutzimpfungen haben die Kosten in der GKV mit nach oben getrieben. © Getty Images

Noch verfügen die gesetzlichen Krankenkassen über hohe Reserven, doch die ersten neun Monate 2015 schlossen sie mit einem Minus von fast 400 Millionen Euro ab. Das zeigen Quartalszahlen aus dem Bundesgesundheitsministerium.

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Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten drei Quartalen 159,06 Milliarden Euro eingenommen. Dem gegenüber stehen aber  Ausgaben in Höhe von 159,45 Milliarden Euro. 

„Die Differenz von rund 395 Millionen Euro lässt sich weitgehend dadurch erklären, dass etliche Krankenkassen ihre Versicherten durch einen niedrigeren Zusatzbeitrag von durchschnittlich 0,83 Prozent statt dem bisherigen Sonderbeitrag von 0,90 Prozent an ihren hohen Finanz-Reserven beteiligt haben“, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium (BMG). Ohne dieses Bonbon hätten die Kassen von Januar bis September einen Überschuss von rund 200 Millionen Euro eingefahren.  

BKKen und IKKen besonders betroffen

Doch das Ergebnis fällt nicht für alle Kassenarten gleich aus. So haben die Knappschaft Bahn-See sowie die Landwirtschaftliche Krankenversicherung zusammen ein Plus von 80 Millionen zu verzeichnen. Die AOKen fuhren mit minus 16 Millionen Euro ein leichtes verloren, die Ersatzkassen mit 97 Millionen ein mittleres Defizit ein.

Für die Betriebs- und Innungskrankenkassen fiel das Neunmonatsergebnis düsterer aus: Sie erwirtschafteten ein Minus von 151 beziehungsweise 212 Millionen Euro.

Insgesamt hat sich das Ausgabenplus je Versichertem weiter abgeschwächt. Teurer wurden indes Schutzimpfungen und Behandlungspflege / häusliche Krankenpflege zu.
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