Wegen Spahn? Bürger schließen weniger private Pflegeversicherungen ab

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht bei der Plenarsitzung im Juli im Deutschen Bundestag. Sind seine Versprechungen für eine bessere Situation in der Pflege der Grund für weniger Neuabschlüsse in der privaten Pflegeversicherung?
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht bei der Plenarsitzung im Juli im Deutschen Bundestag. Sind seine Versprechungen für eine bessere Situation in der Pflege der Grund für weniger Neuabschlüsse in der privaten Pflegeversicherung? © dpa/picture alliance

Die Ankündigungen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU), die Situation in der Pflege zu verbessern, führt laut PKV-Anbietern zu weniger Abschlüssen in der privaten Pflegevorsorge. Das Gesundheitsministerium sieht angesichts der aktuellen Zahlen aber keinen Grund zur Beunruhigung.

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Die Neuabschlüsse für die private Pflegeversicherung mit und ohne staatliche Förderung geraten laut aktueller Zahlen des PKV-Verbands ins Stocken. So berichtet der Newsticker auf Basis eines Handelsblatt-Artikels, dass von Januar bis Juni 2018 nur 8.125 Verträge für die private Pflegevorsorge abgeschlossen worden seien.

Im Vorjahreszeitraum habe diese Zahl bei über 28.000 Verträgen gelegen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 sogar bei rund 52.000. Bei der Pflegeversicherung mit staatlicher Förderung („Plege-Bahr“) sehe es ähnlich aus. Laut der Zahlen sank der Nettozuwachs von plus 152.000 Verträgen im Jahr 2015 auf nur noch plus 51.332 im vergangenen Jahr.

Laut Handelsblatt sehen die PKV-Anbieter die Verantwortung für diese Entwicklung bei der Regierung. Durch die vielen Versprechen in der Pflege werde den Bürgern ein „falsches Sicherheitsgefühl“ vermittelt, so Stefan Reker, Geschäftsführer des PKV-Verbands. Eine nachhaltige Pflegefinanzierung erfordere eine zusätzliche private Eigenvorsorge, äußerte sich die FDP-Pflegepolitikerin Nicole Westig gegenüber der Zeitung. „Die Groko und auch der Gesundheitsminister tun jedoch nichts dafür, die Menschen in die Lage zu versetzen, für sich selbst vorsorgen zu können.“

Das Bundesgesundheitsministerium sieht, so schreibt es das Handelsblatt weiter, dagegen keinen Grund zur Beunruhigung. Die Neuabschlüsse würden sich zwar „weniger dynamisch“ entwickeln, stiegen aber weiterhin stetig an, sagt eine Sprecherin.

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