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Wegen nachlassender Konjunktur Versicherer gehen bei Kapitalanlage vorsichtiger vor

Die Grafik zeigt: Mehr als die Hälfte der Versicherer investiert in ETFs (56 Prozent).
Die Grafik zeigt: Mehr als die Hälfte der Versicherer investiert in ETFs (56 Prozent). © Goldman Sachs Asset Management

Angesichts zunehmender Sorgen um eine sich abschwächende globale Konjunktur gehen Versicherer weltweit bei der Anlage ihres Kapitals vorsichtiger vor. Wenig liquide Anlageklassen wie Infrastrukturprojekte stehen dabei im Vordergrund. Das zeigt eine Umfrage von Goldman Sachs Asset Management.

| , aktualisiert am 29.04.2019 11:17  Drucken

„Die Versicherer setzen weiterhin Kapital ein, sind aber selektiver bei den Risiken, die sie eingehen“, sagt Volker Anger, Leiter der DACH-Region bei Goldman Sachs Insurance Asset Management. Das Unternehmen hat gerade seine jährliche globale Versicherungsstudie mit dem Titel „Cautiously Opportunistic" veröffentlicht. Basis der Studie ist eine Umfrage unter 307 Investment- und Finanzchefs globaler Versicherer.

Die zunehmenden Sorgen um eine sich abschwächende Konjunktur lässt die Versicherer danach mehr Vorsicht bei der Kapitalanlage walten. Anger: „Die Versicherer setzen weiterhin Kapital ein, sind aber selektiver bei den Risiken, die sie eingehen. Sie planen weiter dem jüngsten Allokationstrend in weniger liquide Anlageklassen wie Private Equity, Infrastruktur- und Mittelstandsanleihen zu folgen. Weltweit ziehen sie sich aus lokalen Staatsanleihen zurück und investieren in US-amerikanische und europäische Investment-Grade-Unternehmensanleihen sowie in Sachwerte und Private Equity.“

Einige Kernaussagen der Studie:

  • Eine Konjunkturabschwächung in den USA, Europa und China dominiert die makroökonomischen Überlegungen der Versicherer.
  • Die Sorgen der Gesellschaften vor steigenden Zinsen gingen deutlich zurück (auf 7 Prozent, gegenüber 30 Prozent im Vorjahr). Am stärksten beunruhigt Versicherungsinvestoren eine sich verschlechternde Kreditqualität in ihren Portfolios (38 Prozent, gegenüber 23 Prozent im Vorjahr).
  • Die Versicherer sehen Aktienrenditen positiv, wobei 62 Prozent der Befragten erwarten, dass die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen am Jahresende zwischen 2,5 und 3,0 Prozent bleiben wird. Die Versicherer planen, die Haltedauer in ihren Portfolios zu verlängern.
  • 62 Prozent der befragten Versicherer betrachten nachhaltige Anlagekriterien als eine von mehreren Investitionsüberlegungen; in Europa (83 Prozent) und im asiatisch-pazifischen Raum (81 Prozent) ist ihre Akzeptanz deutlich höher als in Amerika (43 Prozent).
  • Mehr als die Hälfte der Versicherer investiert in ETFs (56 Prozent). Festverzinsliche ETFs werden am häufigsten verwendet, um kurzfristige taktische Portfolioanpassungen vorzunehmen oder die operative Effizienz zu steigern.
  • Fast die Hälfte der Befragten investiert in Insurtechs (46 Prozent), wobei im asiatisch-pazifischen Raum mit 68 Prozent der größte Anteil engagiert ist. Die verbesserte betriebliche Effizienz ist der häufigste Grund für diese Investitionen.
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