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Was setzt sich durch? „Konzepte ohne Garantien sind klar im Vorteil“

Hat den Garantieprodukten die Stunde geschlagen? Claus Mischler gibt Antwort.
Hat den Garantieprodukten die Stunde geschlagen? Claus Mischler gibt Antwort. © Getty Images

Claus Mischler, Leiter Produktentwicklung des schottischen Lebensversicherers Standard Life in Deutschland, über die Zukunft von Garantieprodukten und Alternativen zu traditionellen Policen mit Garantieverzinsung.

| , aktualisiert am 23.04.2015 11:03  Drucken
pfefferminzia: Der Garantiezins für Lebensversicherungen liegt seit Anfang dieses Jahres nur noch bei 1,25 Prozent. Ist das noch attraktiv?

Claus Mischler: Aus meiner Sicht steht fest, dass sich für viele Kunden eine Garantie nicht mehr lohnt. Wenn man sich das künftige Rentenniveau ansieht, ist es nicht unwahrscheinlich, dass eine erhebliche Vorsorgelücke von 45 Prozent oder mehr drohen wird. Was bedeutet das für einen Kunden, der sich jetzt für eine klassische Police entscheidet? Selbst wenn er monatlich 250 Euro über 37 Jahre fürs Alter anspart, wird er bei einem Garantiezins von 1,25 Prozent und einer Gesamtverzinsung von 3,5 oder 4 Prozent seine Rentenlücke nur zur Hälfte auffüllen können. Mit einer Garantie kauft man sich also so viele Renditenachteile ein, dass das eigentliche Ziel, die Vorsorgelücke zu schließen, nur in seltenen Fällen erreicht werden kann. Für viele Kunden bleibt eine garantierte Vorsorgelücke. Um dieser Problematik entgehen zu können, muss sich der Kunde meiner Meinung nach für ein Produkt entscheiden, dass das Potenzial hat, ungefähr 6 Prozent erwirtschaften zu können. Das ist mit einem Garantieprodukt wohl nicht möglich.

Meinen Sie, dass bei den Kunden jetzt ein Umdenken einsetzt?

Ja, gerade bei Jüngeren und Besserverdienenden sehen wir heute schon erste Anzeichen. Diese Kunden erkennen, dass es auch Lösungen gibt, die eine ansprechende Rendite bieten und auch ohne Garantie für Sicherheit sorgen. Entsprechend suchen sie verstärkt nach geeigneten Produkten. Das bedeutet auch, dass die Investmentkompetenz der Versicherer eine immer größere Bedeutung bekommt.

Erleben wir vor diesem Hintergrund fondsbasierte Produkte eine Renaissance?

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich Fondspolicen durchsetzen werden. Wichtig ist, klug gemanagte Investmentstrategien umsetzen zu können. In den vergangenen Jahren sind hierzu auch bei Fondspolicen einige interessante Konzepte für sicherheitsorientierte Kunden auf den Markt gekommen.

Gibt es in zehn Jahren noch Garantien?

Die wird es geben, solange es Kunden gibt, die sich Garantien leisten können oder wollen. Der Marktanteil von Garantieprodukten und ihrer Anbieter wird sich aber deutlich reduzieren.

Die Minizinsen dürften das befördern.

Ja. Nochmals: Bei der derzeitigen Kapitalmarktentwicklung sind Konzepte ohne Garantien klar im Vorteil, da sie Renditevorteile ausschöpfen können. Und Multi-Asset-Ansätze sind hier prädestiniert, da sie ihr Portfolio an die jeweiligen Marktzyklen bestmöglich anpassen können.
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