Wahlkampfthema Rente Koalitionsstreit um höheres Rentenalter bahnt sich an

DGB-Bundesvorstand Annelie Buntenbach bei einer Tagung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zur Rentenpolitik in Berlin.
DGB-Bundesvorstand Annelie Buntenbach bei einer Tagung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zur Rentenpolitik in Berlin. © dpa/picture alliance

Die Union will zum Koalitionstreffen am Dienstagabend offensichtlich vorschlagen, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Pro weiteres Lebensjahr würde sie die Altersgrenze dann um ein halbes Jahr erhöhen. Koalitionspartner SPD hält von dem Vorschlag indes gar nichts.

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Am Dienstag ist das Koalitionstreffen zwischen Union und SPD zur Rentenpolitik. Dabei bahnt sich laut Spiegel-Informationen ein handfester Streit an. Der Grund: Die Union will das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung koppeln. Pro jedem gewonnenen Jahr bei der Lebenserwartung soll ein halbes Jahr längere Arbeitszeit hinzukommen.



Die SPD will das nicht. So sagt SPD-Parlamentsgeschäftsführerin Christine Lambrecht gegenüber dem Spiegel: „Wir wollen keine starren Regelungen, dass Arbeitnehmer bis 70 Jahre arbeiten müssen. Die SPD will, dass Menschen gesund und körperlich fit das Renteneintrittsalter erreichen.“ Man wolle bessere Arbeitsbedingungen für ältere Beschäftigte schaffen und den Übergang in die Rente flexibler machen.

Auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund kam deutliche Kritik: „Die Pläne der Union sind sozialpolitischer Unfug“, so DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach gegenüber dem Spiegel. Das gehe völlig an der Realität vorbei. Buntenbach sprach weiter von einer unfassbaren Arroganz gegenüber Schichtarbeitern, Krankenschwestern & Co. Denn in vielen Branchen hätten die Menschen heute schon damit zu kämpfen, es gesund bis zum jetzigen Renteneintrittsalter zu schaffen.
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